Text von Jan Marie Kiesel

Polohelme und Picknick-Körbe

„Die brauchst du nicht“, sagte Morgan Van Overbroek, als ich mit Regenmantel, Mütze und großem Schirm bepackt ins Clubhaus des Polo Park Zürich taumelte. „Vertrau mir“, sagte sie, also tat ich es. Am Finaltag des 22. Internationalen Damen-Polo-Turniers am 4. Juli blieb der Regen aus. Das war auch gut so, denn der Polo Park Zürich hatte ein neues Konzept für seine Zuschauer – reservierte Picknickplätze mit Körben mit leckeren Knabbereien, Champagner und Sonnenschirmen, kombiniert mit einem allgemeinen BYO-Picknickbereich für lässige, spontane Gäste. Es sollte ein Polotag werden mit den Finals der Challenge League, gefolgt von einem spektakulären Wettbewerb für den Sieger der Medium League.

Sonntag, Fun-Tag 

Das erste Spiel begann um 11:00 Uhr, wobei Freunde und Familie anwesend waren, um das Team Polo Park Zürich gegen das Team Kensington anzufeuern. Das Team Polo Park Zürich mit Belen Podesta, Isabelle Rösch, Annette Fetscherin und Claudia Ide, die sich das Spiel mit Lea Köchli teilte, zeigte eine souveräne Leistung und schoss ein Tor nach dem anderen, so dass am Ende 11 Treffer auf der Anzeigetafel standen.

Das Team Kensington mit Ann-Kathrin Braendle, Katalin Siklasi und die Kombinationen Katarina Donhauser, Alex Weiss, Simone Bollinger und Elizabeth Schoh mussten ihr Spiel schärfen. Sie taten genau das, wobei Katalin auf einem brillanten kleinen Pony, Jorgi, durch Lücken flitzte und die Gegner unter Druck setzte. Ann-Kathrin konnte sich im 4. Chukker befreien und ein paar clevere Tore erzielen. Doch es war zu spät und das Team Polo Park Zürich landete auf dem dritten Platz.

Die Teams Hato und Jolies Filles waren als nächstes dran und spielten um den Gesamtsieg. Die Schwesternkombination Sue-Ann und Shiva-Cosma Strub, die von Gunilla Mannsdorff und Marta Gabrin unterstützt wurde, begann mit einem großartigen Kombinationsspiel und setzte ihr aggressives Spiel fort, um 4 Tore auf die Anzeigetafel zu bringen. Sie waren schneller, direkter und besser organisiert als das Team Hato, obwohl Anja Gutbrod im zweiten Chukker auf ihr Lieblingspony Baila sprang und den Ball scharf in Richtung Tor trieb, nur um ständig von der überlegenen Verteidigung der Jolies Filles geblockt zu werden. Franziska Fuhrer genoss es, ihre 6 Jahre alte Mariposa zu spielen, aber sie konnte zusammen mit Lea Morel, Sibylle Grass, Nicole Boss und Kathrin Gralla, die das Team Hato vervollständigten, ihren Spielrhythmus nicht finden. Es waren Jolies Filles, die die Challenge League Trophäe gewannen.

Gekühlter Champagner und wettbewerbsfähiges Feuer

Die Picknickplätze füllten sich und die Champagnergläser klirrten, als die Schiedsrichter die Zeit für den Start der Medium League aufriefen. Die drei Teams hatten ihr Turnier am Samstag begonnen. Der Sonntag war also eine Fortsetzung dieser Spiele. Wir erwarteten ein selbstbewusstes, schnelles Polo.

Im Team Estée Lauder spielten Laura Steinbach und Sammy-Joe Strub an Nr. 1 und 2. 1 und 2, die beide im Angriff eine enorme Leistung erbrachten. Laura Fass war die Spielerin mit dem Rundumblick auf Nr. 3 und Ulrike Gabrin, normalerweise eine Offensivspielerin, experimentierte gekonnt mit einem Einsatz in der Verteidigung.

Den zweiten Platz schnappte sich jedoch das Team Perrier-Jöuet. 

Ann Meier kämpfte hart, schnappte sich den Ball bei jeder sich bietenden Gelegenheit und stürmte mit Aline Haerry im Rücken über das Feld. Kira Wetzel rang ihrer Nr. 4, Polina Nazarova, unermüdlich Durchbruchsmöglichkeiten ab. Beide Spielerinnen zeigten kurze Glanzleistungen, waren aber dem Gesamtsieger, dem Team Clinique La Prairie, nicht gewachsen, dass die ersten beiden Chukker nutzte, um seine Position als Turnierfavorit zu stärken. Beata Dudler, immer eine kompetente Nr.1, eine konstant nach vorne orientierte Spielerin, konnte gut mit Katja Grauweiler auf Position Nr.2 kombinieren, um Line-Outs zu gewinnen und Angriffszüge mit echter Effizienz zu starten. Morgan Van Overbroek zog als Nr. 3 in typischer Weise die Fäden und nutzte die offenen Räume, die der Gegner ließ, gnadenlos aus. Das Team Clinique La Prairie hatte Elena Venot als Nr. 4, eine herausragende Leistung und die Spielerin mit dem höchsten Handicap des Turniers von +6. Es besteht kein Zweifel, dass sie extrem talentiert ist, das Spiel hervorragend liest und mit dem Timing ihrer Pässe Spielerinnen in freie Räume bringt. Uns wurde eine Meisterklasse im Tempogegenstoß geboten, kombiniert mit der Fähigkeit, unter Druck ruhig zu bleiben. Mit dieser Kombination aus Erfahrung und Fachwissen nahm das Team Clinique La Prairie die Silbermedaille beim 22. Internationalen Damenturnier 2021 mit nach Hause.

Die Preisverleihung fand vor dem Clubhaus statt. MVP der Challenge League wurde Belen Podesta und Elena Venot in der Medium League. BPP wurde Lebero, gespielt von Elena Venot und im Besitz von Sébastian Le Page.

Das Niveau und die Qualität des Frauenpolospiels wird von Jahr zu Jahr besser, und der Polo Park Zürich hat einen grossen Anteil daran, indem er Frauenturniere, Training und Unterstützung anbietet. 

Vielen Dank, Polo Park Zürich

Fotos: ©Click Polo and ©Guadalupe Aziaga