Polothriller vom Feinsten und zweistellige Ergebnisse in fast allen Begegnungen des dreitägigen Poloklassikers am Lago Maggiore, der in diesem Jahr sein 10jähriges Jubiläum feiert. (Thomas Wirth, Polo 10)

Es war ein atemberaubendes und absolut enges Finale zwischen den beiden Finalisten Engel & Völkers Ascona und Teamsponsor Newcomer The Winston/Hotel Maloja Kulm: Die sechs Spieler aus fünf Nationen, die sich hier im Finale gegenüberstanden, hätten unterschiedlicher nicht sein können. An der Seite des Liechtensteiners Gerardo Cosentina, der für Sponsor Porsche bereits im Vorjahr gewonnen hatte und der mit seinem Team jetzt in den Farben von Engel & Völkers spielte, sind der Franzose Constant Jacquot und der argentinische 4-Goaler Carlos Genes zu Höchstform aufgelaufen.

Der Brasilianer Marcus Schalldach spielte zusammen mit der deutschen Caroline Juls und dem 6-Goaler Santiago Schweizer aus Argentinien für den neuen Sponsor The Winston/Hotel Maloja Kulm, die zum ersten Mal in Ascona als Teamsponsor und Cateringpartner dabei waren.

Kämpferische Spieleinsätze in den ersten beiden Chukkern brachten Engel & Völkers, die mit einer Torvorgabe von einem Goal gestartet waren, in der ersten Runde auf einen 4-1 Vorsprung. Aber Marcus Schalldach und sein Team hielten dagegen und holten mit kraftvoller Defensive und klug genutzten Torchancen  zum 4 – 4 auf, um anschließend sogar in Führung zu gehen. Tor um Tor ging es voran, kein Millimeter und erst recht kein Ball wurde dem Gegner geschenkt. Dabei waren es neben dem Zweikampf der beiden Argentinier Schalldach und der Franzose Jacquot, die das Spiel gestalteten. Marcus Schalldach hatte bereits 2015 in Ascona gespielt und hier gewonnen. Im Jubiläumsjahr wurde er jetzt als „Most Valubale“ Player des Turniers ausgezeichnet. Cosentino verwandelte mehrere Penalty in Goals. Nach einem 8-8, 9-9 und schließlich 10-10 schien der letzte reguläre Chukker unentschieden zu Ende zu gehen, als Carlos Genes nur einige Sekunden vor der finalen Glocke den Sieg mit einem 11-10 für Engel & Völkers einfuhr. Temporeich, spannend, umjubelt, mit taktischen Highlights und sehenswerten Goals – ein Finale, das dem Jubiläumsturnier im einzigen Schweizer Polo Club südlich der Alpen alle Ehre machte.

Im Spiel um den dritten Platz standen sich im „kleinen Finale“ die Teams CAT Financial Products und Porsche Ticino gegenüber. Mit Reto Gaudenzi und Valeriy Mishchenko auf einer Position, Tito Gaudenzi und Adrian Laplacette trafen hier „alte Polomeister“ auf den Turnierveranstalter und Präsidenten des Polo Club Ascona, Matteo Beffa, der zusammen mit Frank Kirschke und dem 4-Goaler Tomi Astelara spielte. Nachdem Tito Gaudenzi am Samstag bereits ein sensationelles Spiel abgeliefert hatte, war er auch am Sonntag zusammen mit Astelara das Powerhouse des Teams. Nur ganz knapp mit 10-11 (demselben Stand auf dem Scoreboard wie im Finale) hatte Beffas Team schließlich die Nase vorn und sicherte sich den dritten Platz.

Arenapolo ist auf dem alten Flughafengelände von Ascona besonders sehenswert. Ein Hochgenuss für das Publikum, das von erhöhter Position aus die Spiele verfolgen kann. Zudem macht der besondere Bodenbelag die Matches schnell und den Grip der Pferde sicher. Das zeigte bereits auch das erste Spiel des Tages um den 5. Platz des 10. Ascona Polo Cup. Hier verwies Team Styger & Partner mit den Schweizern Cédric Schweri und Stefan Locher zusammen mit dem 6-Goaler Joao Naves aus Brasilien den Gegner Team Ascona-Locarno mit Vivian Sauter, Gabriel Eckenstein und Juan Marenda bei einem Endstand von 13-11 auf den 6. Platz.

Die von der Styger Stiftung für Kinder geförderten Charity-Spiele nach dem ersten Match des Finaltages, verfolgte das Polo-Publikum beim eleganten Polo-Sonntagsbrunch vom Hotel Maloja Kulm. Der Erlös in Höhe von über 40.000 Schweizer Franken geht in diesem Jahr zu 100% an die Elisa-Stiftung in Locarno (Fondazione Elisa Locarno), die schwerkranke Kinder und deren Familien unterstützt.

Der erfahrene Schiedsrichter Mark Holmes aus Cambridge zeichnete wie in den Vorjahren als Umpire wieder für den reibungslosen und fairen Spielverlauf verantwortlich. Als Moderator begeisterte Jan-Erik Franck „The Voice of Polo“ das Publikum. Am Finalsonntag hatte er sympathische Unterstützung von der bekannten Schweizer Moderatorin Sandy Altermatt (RSI), die das italienische Publikum in das Who is Who und die wichtigsten Poloregeln einweihte. Thomas Wirth, Herausgeber von POLO+10: „Es war großartig, nach einem Jahr Pause wieder hier in Ascona zu sein, das für den europäischen Polo Circuit längst zu einem Highlight und „Jewel in the Crown“ geworden ist. Ein absolut internationales Turnier mit Spielern von fast jedem Kontinent. Die Umgebung hier im bezaubernden Tessin am Lago Maggiore tut ein Übriges, um Ascona zu einer unvergesslichen Polo-Destination zu machen. Ich freue mich auf die 11. Ausgabe des Ascona Polo Cup im nächsten Jahr.“