Erfolgreicher Gastro-Unternehmer, Polo-Spieler und inzwischen auch Weingut-Betreiber: Cédric Schweri hat viele Leidenschaften im Leben. In POLO+10 spricht der Schweizer und Enkelsohn des Gründers der Denner AG über edle Tropfen, berufliche Ziele und das Polo-Turnier seines Herzens.


© Cédric Schweri, privat

“Wir wollen die beste Bordeaux Blend Winery in Südafrika werden!

 

Wann und wodurch hast Du zum ersten Mal Deine Leidenschaft für den Weinanbau, die Rinderzucht und die Gastronomie entdeckt?
Als Sohn eines Hoteliers wurde mir diese Leidenschaft praktisch in die Wiege gelegt. Mein Vater wollte jedoch eher einen Mittelschüler als einen Koch aus mir machen. Am Ende hat sich dann aber der Koch durchgesetzt und der erste wichtige Schritt für meine Karriere war gemacht. 

Was sind für Dich als Hauptaktionär des südafrikanischen Spitzenweinguts De Toren derzeit die größten Herausforderungen? 
Die Zeit unter dem Eindruck der Covid-Pandemie war für uns natürlich alle schwierig. Es gab diverse Hindernisse, wie beispielsweise Exportverbote. Wir haben diese Phase jedoch kreativ genutzt, neue Produkte entwickelt und den Umbau des Weinguts abgeschlossen und zudem eine neue Marketingstrategie entwickelt. Dank dieser Aktionen konnten wir top aufgestellt wieder kraftvoll durchstarten, unsere Absatzkanäle vergrößern – und verkaufen inzwischen mehr Wein als jemals zuvor. 

Was sind Deine mittel- bis langfristigen Ziele in diesem Geschäftsfeld?
Wir wollen ohne Wenn und Aber die beste Bordeaux Blend Winery in Südafrika werden. Um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen, haben wir noch zusätzliches Land erworben, auf dem wir nun dabei sind, neue Reben zu pflanzen. Zudem wollen wir noch zwei zusätzliche Produkte auf den Markt bringen und unseren Rosé-Wein noch mehr pushen.

Was macht für Dich die Einzigartigkeit; das Besondere vom Weingut De Toren aus?
Es ist vor allem das Bodenterrain, das die besonders Qualität eines Weines bestimmt. Wir haben mehr als 20 verschiedene Bodentypen auf unserem Gut – und je nach Rebsorte ist der eine Typ besser als der andere. Findet man aber den idealen Boden, bekommt man top Qualitätstrauben und dies spiegelt sich dann auch im Wein wider. Ein anderes großes Plus ist natürlich auch die erhöhte Lage mit der kühlenden Meeresbrise.

Im Herbst bringt De Toren einen reinen Malbec, Made in Südafrika, in limitierter Abfüllung auf den Markt. Auf was dürfen sich Weinkenner freuen?
Die Leidenschaft für Malbec habe ich natürlich aus Argentinien mitgebracht und ich war schnell der Meinung, dass es mithilfe des afrikanischen Klimas möglich sein müsste, ein Top Produkt zu entwickeln. Nach einigem ausprobieren haben wir es in meinen Augen tatsächlich geschafft, eine Prise Argentinien nach Afrika zu bringen.


© Cédric Schweri, privat

 

Du bist seit Jahren auch noch leidenschaftlicher Polo-Spieler und für Deinen Sport in der Welt unterwegs, Du bist dreifacher Vater und möchtest demnächst zudem auch noch eine professionelle Polo-Pferdezucht aufbauen. Wie gelingt es Dir, diese verschiedenen Welten miteinander zu verbinden? Allein schon mit dem Blick auf den Terminkalender?
In der heutigen Zeit ist das zum Glück viel einfacher, da man vieles virtuell erledigen kann. Da ist das Thema Kinder, wie zum Beispiel die Koordination mit der Schule, eine ganz andere Herausforderung. Aber mit den Ferien geht es eigentlich ganz gut, dann hole ich sie meistens in der Schweiz ab und dann kommen sie einfach dorthin, wo wir uns gerade aufhalten. Was mir sehr wichtig ist: Wenn ich Zeit mit meinen Kindern verbringe, dann bin ich auch immer voll und ganz für sie da; lege großen Wert auf die Qualität und den ganz bewussten Umgang mit dieser Zeit. Das ist in meinen Augen mehr Wert, als wenn Eltern viel da sind, sich aber nicht wirklich kümmern und stattdessen nur ein Pflichtprogramm abarbeiten.

Was für Highlights stehen für Dich in der aktuellen Polo-Saison noch auf dem Programm?
Neben den German Polo Masters auf Sylt, die für mich immer ein Höhepunkt sind, freue ich mich auch noch besonders auf den Gold Cup in Gstaad und das Season Closing in Villa a Sesta in Italien.

Gibt es ein Turnier, das Dir ganz besonders am Herzen liegt?
Mein Favorit ist Gstaad, denn es ist immer etwas Besonderes, wenn man vor heimischer Kulisse spielen kann. Die Berge und das Essen – das alles ist für mich immer wieder das wunderbare Gefühl von Heimat.