Der 9. Valartis Bank Snow Arena Polo World Cup 2011 im österreichischen Kitzbühel wird ganz bestimmt in die Turniergeschichte eingehen: Aufgrund extrem starken Regens an den Tagen vor dem Turnier war der Platz dermaßen aufgeweicht und matschig, dass ein normaler Spielbetrieb nicht stattfinden konnte. Stattdessen gab es Penalty-Schießen, bis dann am Sonntag wenigstens die Finalspiele auf einem kleineren Feld, mit kleineren Teams und mit drei statt vier Chuckern ausgetragen werden konnten – Polo+10 berichtete

Das sagen die Veranstalter und Spieler:

Frank Bahrenburg (Veranstalter, Lifestyle Events GmbH)
„Trotz alledem war die Stimmung sehr gut und die überwiegende Mehrzahl aller Beteiligten, ob Sponsoren, Spieler oder Zuschauer, hatten Verständnis für die außergewöhnliche Situation. Leider wird wahrscheinlich von diesem Snow-Polo-Kitzbühel-Jahr nur in Erinnerung bleiben, dass es ziemlich nass und warm war und teilweise nicht gespielt werden konnte. Das „Drumherum“, die Parties, die Stimmung im Zelt, Essen und Trinken, alles war wie gewohnt „bestens“ ! Jedoch muss der Anspruch bei einem Poloturnier primär sein, dass in erster Linie natürlich Polo dargeboten wird.

Wir hatten in der Vergangenheit jedenfalls schon öfters mal einen Regenfall oder Wärme gehabt, die der Platz normalerweise ohne Probleme kompensiert hat, da es in den Nächten in der Regel wieder „angezogen“ hat. Als wir mit dem Zeltbau am 05.01. begonnen hatten, war noch „Winterwonderland“. Minus 20 Grad in den Nächten, tolle Schneeverhältnisse überall und hartgefrorener Boden, also ideale Bedingungen. In der Veranstaltungswoche kam dann die absolute Ausnahmesituation, entgegen der Prognosen. Es hat geregnet wie seit 50 Jahren nicht mehr. Fast vier Tage lang hat es wie aus Kübeln vom Himmel geschüttet. Einem Szenario solchen Ausmaßes konnte nicht mehr kurzfristig entgegen gewirkt werden – die Wettervorhersage hat sich leider als komplett falsch erwiesen, denn nur der Donnerstag war als kritisch und regnerisch vorhergesagt.

Mit 800 Metern über Null ist Kitzbühel nicht immer schneesicher. Aber so lange es kalt ist, stellt das eigentlich kein Problem dar. Schnee können wir mit unseren Schneemaschinen auch genug selber machen. Schneedepots hatten wir in ausreichender Menge vorrätig. Nur bei dem matschigen, durchweichten Boden und den hohen Temperaturen in der Nacht waren wir machtlos.

Nächtelang sind wir alle Möglichkeiten durchgegangen. Aber Sand oder Sägespäne – wie 2007 – wären auch keine Lösung gewesen. Das hätte bei den Wassermassen nichts mehr bewirkt – im Gegenteil, das hätte den ganzen Platz noch mehr zerstört und die Schlammdecke wäre noch dicker und weicher geworden.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde es glücklicherweise doch ein wenig kälter, sodass wir endlich Schnee auf das Spielfeld bringen konnten. Parallel zur „Players Night“ waren 5-6 große Maschinen im Einsatz, um den Platz wenigstens einigermaßen bespielbar zu machen. Ziemlich genau in der Mitte hatte sich aber das Wasser schon wieder seinen Weg gebahnt. Da diese Stelle unbespielbar war, haben wir uns entschieden, den Platz in zwei Bereiche zu teilen.

Unter diesen neuen Erfahrungswerten arbeiten wir derzeit an Plänen, gemeinsam mit unserem Partner, der Stadt Kitzbühel, in Zukunft den Spielern, Sponsoren und allen Zuschauern, einen normalen Spielbetrieb mit allen zwölf Spielen zu garantieren. Wir werden in den kommenden Monaten den Platz entsprechend gegen zuviel Wasser präparieren, z.B. eine Drainage legen oder ähnliches. Man muss aber auch bedenken, dass das Spielfeld in Reith immer noch eine normale Wiese ist, auf der im Sommer Kühe stehen und zudem das Turnier eine „Open Air“ Veranstaltung ist. Es kommt überall auf der Welt immer wieder vor, dass aufgrund widriger Umstände nicht gespielt werden kann.

Momentan ist der Tourismusverband Kitzbühel dabei, das Gelände zu kaufen, um dieses als Sportstätte zu erschließen. Somit haben wir zukünftig ganz andere Voraussetzungen. Wir garantieren: Kitzbühel 2012 wird wieder wie gewohnt aufregendes Polo gespielt !!!“


Steffi von Pock (+1, Team Wintertechnik)
„Auch ohne Schnee war die Stimmung durchweg gut und feucht-fröhlich im doppelten Sinne des Wortes. Allerdings waren die Bedingungen für Pferd und Reiter doch recht anspruchsvoll bzw. kritisch, da der Boden sehr rutschig und die Pfützen unübersehbar waren. Ingesamt wurde aber versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Besser geht immer – aber perfekt wohl nie 😉 denn der obligatorische Taucherbrillen- und Friesennerzstand fehlte.

Natürlich freut sich unser Team wahnsinnig über den Sieg, allerdings auch mit einem traurigen Auge, da die Umstände, unter denen die Halb-/Finalkonstellationen beim Penalty-Schießen am Freitag ausgespielt wurden, leider nicht ganz ausgeglichen waren, da die ersten Teams im Wasser spielen mussten etc. Das Finale selbst war ein super schönes Spiel von, mit und unter Freunden mit fulminanten Schlägen von Heino Ferch zum Aufholen, die dann aber durch die Schlussglocke beendet wurden. Insgeheim freut es mich natürlich auch sehr, dass alle drei Frauen des Turniers im Finale gespielt haben und schlussendlich sind alle, Reiter sowie die Pferde, unbeschadet durch das Wochenende gekommen.“


Christopher „Niffy“ Winter (+4, Team Tom Tailor)
„Natürlich waren die Spieler und Veranstalter enttäuscht. Es war eben nicht die Stimmung und der Ehrgeiz zu spüren, wie man es sonst vom Snow Polo in Kitzbühel kennt und erwartet. Es gab auch viele Stimmen, die gemeint haben, dass man das durchaus besser hätte vorbereiten können, da man ja bereits eine Woche vorher wusste, dass das Wetter problematisch sein wird. Aber man rechnet ja auch nicht damit, dass es so schlimm werden würde. Das Schlimme waren nicht die Temperaturen über Null, sondern der viele Regen an den beiden Tagen vor dem Turnierstart, der so viel Wasser auf den Platz gebracht hat. Hätte es am Mittwoch und Donnerstag nicht so stark geregnet, wäre der Platz gefroren geblieben und man hätte ganz einfach jeden Tag neuen Schnee draufschieben können. Die Veranstalter haben auf jeden Fall ihr Äußerstes getan, um Herr der Lage zu werden und sich die Nacht um die Ohren geschlagen. Mit viel Aufwand und Ideen ist es dann doch noch gelungen, wenigstens am letzten Tag ein normales Spiel stattfinden zu lassen – wenn auch auf verkleinertem Spielfeld und mit kleineren Teams. Trotz alledem war die Meinung unter den Teams und Spielern fast einhellig, dass sie auch im nächsten Jahr wieder dabei sein werden. Wie ich gehört habe, werden in den kommenden zwölf Monaten auch Maßnahmen erarbeitet, um eine ähnliche Situation im nächsten Jahr zu verhindern.“

Tito Gaudenzi (+2, Team Valartis Bank und Veranstalter)
„Die Stimmung war wie immer in super. Wir waren stets ausverkauft und die Leute hatten vollstes Verständnis für die Umstände. Die Spieler verstehen natürlich wie wir alle, dass man mit drei Tagen Regen auf keinem Untergrund spielen kann. Egal ob Schnee, Sand oder Gras. Das ist nun mal die höhere Gewalt, da kann man nichts gegen tun. So leid es uns auch getan hat, können wir alles noch so gut vorbereiten. Aber das Wetter können wir leider nicht beeinflussen. Es ist ja nicht unnatürlich, dass Polotage mal ausfallen wegen des Wetters. Ich habe das selbst auch leider schon zu oft erleben müssen. Aber wir spielen hier einen Freiluftsport und müssen uns der Risiken bewusst sein.

Sowohl Zuschauer als auch Spieler waren am Sonntag sehr froh, dass Polo gespielt wurde. Natürlich war es nicht das, was wir alle wollten, aber es musste eine Lösung her, die es wenigstens erlaubt, Polo zu spielen. Die Zuschauer haben es auch sehr gelassen gesehen. Sie waren auch stets froh, etwas Action zu sehen.

Man kann sich immer besser vorbereiten. Wir haben versucht, das Beste aus der Situation herauszuholen. Aber es kann keiner ahnen, dass es den meisten Regen in Kitzbühel seit den letzten 30 Jahren geben wird.

Am wichtigsten ist für uns, dass wir jetzt in Ruhe evaluieren, wie man in der Zukunft selbst solchen Wetterbedingungen noch besser vorbeugen kann. Wir hoffen natürlich nicht, dass wir je wieder so ein Wetter bekommen. Aber natürlich bereiten wir uns mit unserem Partner, der Stadt Kitzbühel, auf alle Szenarios vor. In den nächsten zwei Monaten wird es viele Gespräche geben, um in der Zukunft noch besser auf alles vorbereitet zu sein.“


Bildergalerie:
Fotos: Lifestyle Events GmbH, Caroline Bergeest, Friederike Neyer, Käthe Rotter, Branislav Sincic

Bild: Lifestyle Events   Bild: Lifestyle Events  Bild: Lifestyle Events
                                                                                                                                                           


Weitere Bilder in der Facebook-Bildergalerie:
für Teil 1 bitte hier klicken | für Teil 2 bitte hier klicken