M. Ahadpur Khangah hatte eine ehrgeizige Idee im Kopf, als er begann, das erste professionelle Polo Event in Aserbaidschan zu planen. Die pulsierende Stadt am Kaspischen Meer gehört zu den Orten, an denen bereits vor 3.000 Jahren eine Urform des Polo gespielt wurde, genannt „Chovgan“. Unter dem Motto „Bringing Polo Home“ bewies M. Ahadpur Khangah, einheimischer Unternehmer und Besitzer des Titelsponsors Milla, auf beeindruckende Art und Weise, dass Aserbaidschan bereit ist, auch die moderne Variante des schnellen Sports auszurichten.

Das Wochenende hat bewiesen: Polo ist zurück nachhause gekommen – und Aserbaidschan feierte dies im großen Stil. Insgesamt 250.000 Euro Preisgeld gab es bei dem Arena Polo World Cup Azerbaijan für die Teams zu gewinnen – so viel, wie bei keinem anderen Turnier zuvor auf dem europäischen Kontinent. Keine Frage: Dieser Anreiz steigerte den Wettkampfcharakter der Spiele noch weiter. Das enthusiastische Publikum (10.000 Besucher an drei Tagen) unterstützte die Teams aus voller Kehle und sah Spiele auf Weltklasse-Niveau. Baku zeigte Polo vom Feinsten.

Reto Gaudenzi (World Polo), der Polovisionär aus der Schweiz, hat das große Polodebüt in Baku in Kooperation mit World Polo und einheimischen Partner perfekt organisiert. Er hat bereits überall auf der Welt Turniere veranstaltet. Das dreitägige Turnier wurde von der aserbaidschanischen Lebensmittelfirma Milla und den Teamsponsoren Chopard, Bentley, Montblanc und Baltika 7 finanziert. World Polo und seine ortsansässigen Partner Tatyana Sulzenbacher (Event Organisatorin von Milla Az FPCo.), Etibar Quliyev (Geschäftsführer Elite Horse Club) und Bahruz Nabiyev (Generalsekretär ARAF) zeichneten für die Umsetzung und Organisation des Events verantwortlich.

Reto Gaudenzi hat jahrzehntelange Erfahrung in der Welt des Polosports und hat das gesamte Konzept sowie die Planung für das Turnier entworfen. 520 TV-Stationen überall auf der Welt berichteten vom ersten Arena Polo World Cup Azerbaijan. Alle Spieler waren sich einig: Die Voraussetzungen, Polo zu spielen, waren ideal. Einerseits für die Spieler, da ihnen ein perfekt gepflegtes Feld für die Spiele zur Verfügung stand, andererseits für die Besucher, da sie den Spielen eng beiwohnen und jede einzelne Aktion aus kurzer Distanz hautnah miterleben konnten. Die Sicht auf das Spielfeld war perfekt, da das Publikum auf den Tribünen direkt über der Arena saß.

Kurz vor dem großen Finale am Sonntag wurde das Publikum Zeuge eines historischen Moments. Zwei Teams, bestehend aus Polospielern und Chovgan-Spielern aus Aserbaidschan, traten in einem Freundschaftsspiel gegeneinander an und kombinierten dabei die alte und die neue Version des traditionellen Polosports.

M. Ahadpur Khangah hat eine klare Vorstellung von der Zukunft des Polosports in Aserbaidschan: Er plant einen neuen Polo Club mit mindestens zwei Feldern zu bauen. „Wir besitzen bereits die 48 Hektar, auf denen der Club mit seinen Anlagen entstehen soll. Dieses Jahr werden wir ein nationales Team aufstellen, das sowohl in Argentinien als auch hier in Baku von professionellen Coaches trainiert werden wird.“ Er braucht nicht einmal eine Sekunde um zu überlegen, wo er sein Poloteam in ein paar Jahren sehen möchte. „Die Einwohner aus Aserbaidschan haben den Sport, die Pferde und den Ehrgeiz zum Wettkampf in ihren Genen. Mein Ziel ist es, das aserbaidschanische Poloteam zur weltweiten Nummer Eins zu machen. Wir wurden von den Sowjets sehr stark eingeschränkt – jetzt besinnt sich das Land auf seine traditionellen Wurzeln und Leidenschaften, wie zum Beispiel den Polosport, den wir seit hunderten von Jahren unter dem Namen Chovgan kennen.“ Baku ist bereit, von jetzt an eine wichtige Rolle in der Welt des Polo zu spielen. Und der abenteuerlustige Geist des modernen Baku passt perfekt zu diesem Spiel.

Auch die Repräsentanten der anderen Sponsoren des ersten Arena Polo World Cup Azerbaijan sind begeistert von dem Austragungsort, den Reto Gaudenzi in Baku geschaffen hat. Xavier Lasserre, Leiter von Chopard Europe mit Sitz in Genf: „Wir haben eine anständige Organisation erwartet, aber wir sind sehr beeindruckt, wie perfekt das Turnier und das ganze Programm letztendlich organisiert worden ist.“ Chopard vergab vier Mille Miglia Uhren an die Siegermannschaft. „Nach diesem großartigen Erfolg sind wir sehr optimistisch, erneut Teil des Arena Polo World Cup Azerbaijan zu sein“, sagt Lasserre.

Auch Richard Caleel, Präsident des internationalen Poloverbandes (FIP) zeigte sich vom Polodebüt in Baku begeistert: „Ich bin sehr beeindruckt vom hohen Standard des gesamten Turniers. Reitsport gehört zur Geschichte von Aserbaidschan, deshalb war dieser Schritt absolut angemessen. Das Interesse an Polo wächst in diesem Teil der Welt sehr schnell. Aufgabe der FIP ist es, diese Bemühungen zu unterstützen. Ich habe noch nie zuvor eine so eindeutige Hingabe zum Polo gesehen wie hier.“ Mehr als 90 Nationen sind Mitglied der FIP und voraussichtlich wird Aserbaidschan am 5. Dezember, an dem der Weltverband seine Sitzung veranstaltet, das jüngste werden.

Überraschender Sieger

Die Teams USA / Montblanc und England / Bentley kämpften am Sonntag um den dritten Platz. Sathnan Dhillon (+7) errang in den ersten Minuten des Spiels zwei Tore für England. Pablo und Tito holten für USA / Montblanc auf und erzielten im zweiten Chukker den Ausgleich. Aber in der nächsten Runde riss England plötzlich das Spiel durch eine Torserie von Andres Laplacette (+5) an sich. Das 25-jährige ausgezeichnete Talent aus Argentinien wird seine Saison direkt in Singapur fortsetzen, wenn er Aserbaidschan verlassen hat. Zu Beginn des vierten Chukkers führte England deutlich mit 8:3. Mit 9:6 gewann England das Spiel um den dritten Platz und erhielt 50.000 Euro.

Die Luft knisterte vor Spannung, als die Teams Europe mit Thomas Winter (+6), Heinrich Dumrath (+4) und Raul Laplacette (+7) und Argentina mit Adrian Laplacette (+6), Manolo Fernandez Llorente (+7) und Agustin Kronhaus (+4) sich für das historische Finale des Arena Polo World Cup Azerbaijan und das Preisgeld von 100.000 Euro aufstellten. So ein spannendes Finale bekommt man nur selten zu sehen, ein Tor jagte das nächste. Mit einem knappen Vorsprung von 2:1 ging Europe aus dem ersten Chukker.

Zum Ende des zweiten Chukkers hatten beide Mannschaften vier Mal getroffen und beide Teams gaben keinen Millimeter nach. Um den großartigen Ansager Sebastian Baker zu zitieren: „Polospieler sind Krieger in Zeiten des Friedens.“ Zu Beginn des letzten Chukkers stand es mit 5:5 unentschieden und alles war offen. Der Kampf um den Sieg endete mit einem extra Chukker und „Sudden Death“. Thomas Winter aus Hamburg schoss das Golden Goal für Europa / Baltika 7. Das Publikum feierte mit dem Team seinen Erfolg über die ausgezeichneten Spieler vom Team Argentina / Chopard.

Raul Laplacette wurde der Titel des Most Valubale Player des gesamten Turniers verliehen, Tito Gaudenzi erhielt den Fair Play Award. Mare Samaba von der bekannten Allegria Polo Farm Lobos in Buenos Aires wurde zum Best Pony ernannt und erhielt als Trophäe ein Kilo Karotten. Dieses faszinierende Event endete mit einer großartigen Feuerwerk-Show.

Die Ergebnisse:
Freitag, 06. September 2013

Argentina / Chopard

:

England / Bentley

7

:

4

Europe / Baltika 7

:

USA / Montblanc

5

:

3

 

Samstag, 7. September 2013

Europe / Baltika 7

:

England / Bentley

3

:

2

USA / Montblanc

:

Argentina / Chopard

3

:

3

 

Sonntag, 8. September 2013

USA / Montblanc

:

England / Bentley

9

:

6

Europe / Baltika 7

:

Argentina / Chopard

8

:

7

 

Die Platzierungen:
1. Baltika 7 (+17)
Thomas Winter (+6)
Heinrich Dumrath (+4)
Raul Laplacette (+7)
Niffy Winter (+4)

2. Chopard (+17)
Adrian Laplacette (+6)
Manolo Fernandez Llorente (+7)
Agustin Kronhaus (+4)
Ignacio Campos Carles (+4)

3. Bentley (+17)
Satnam Dhillon (+7)
Simon Crotto (+5)
Andres Laplacette (+5)
Antony Fanshawe (+3)

4. Montblanc (+17)
Matias Vial Perez (+7)
Pablo Miguens (+7)
Tito Gaudenzi (+3)
Christopher Degano (+3)


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