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Text: Stefanie Stüting





Gerade war er 22 Jahre alt geworden, als Herbert Seckler zum ersten Mal nach Sylt kam. Schon auf dem Autozug vom Festland herüber war er gespannt gewesen, was ihn erwarten würde, wunderte sich über den Modder neben dem Damm, da er von Flut und Ebbe an dieser Stelle noch nicht gehört hatte und machte sich in seinem alten Ford Capri gleich von Westerland auf in Richtung Süden. So viele Leute hatte er von der berühmten Insel schwärmen hören, dass er sie mit eigenen Augen sehen wollte. Im Braderuper Restaurant „Moby Dick“ hatte er deshalb einen Job angenommen. Hier war er nun. Er fuhr bis nach Rantum und dann die erste rechts. Hier sollte es die „Oase zur Sonne“ geben. „Das war nicht mehr als eine kleine Bude. Den Trampelpfad hoch zur Düne und wieder runter zum Strand gab es schon. Mehr nicht. Und auch die Düne war damals viel höher als heute.“

Der Schwabe stapfte in jenem Mai 1974 dem lang ersehnten Meer entgegen die Düne hinauf, blieb oben stehen, schaute, und war erst einmal enttäuscht. Kalter Wind blies ihm um die Nase – und das im Mai. So hatte er sich Sylt nicht vorgestellt. Neblige Kälte und ein schlaffes, graues Meer – das sollte die legendäre Insel sein? „Im ersten Moment war ich etwas enttäuscht, das Wetter war neblig und das Meer hatte ich mir viel wogender und lebendiger vorgestellt. Aber dann sah ich zu beiden Seiten von mir endlose Sandstrände und habe lange und tief die gute Jodluft eingeatmet. Da kam ich an und es gab nie wieder einen Grund, hier wegzugehen.“ Daran hat sich bis heute, 36 Jahre später, nichts geändert. Damals, in den 70er Jahren, war Kampen wohl zum berühmtesten Dorf Deutschlands avanciert. Künstler, Industrielle, Politiker, Banker und Playboys frönten hier dem schönen Leben. Hohe Promidichte, schicke Frauen, flotte Autos. Sehen und gesehen werden, vor allem aber naturverbunden, ausgelassen und ein stückweit unter sich das Leben genießen, war die Devise.

Nach Rantum fuhr man damals nicht. Außer man wollte nach Hörnum und da aufs Schiff nach Föhr steigen. Seinen ersten Sommer auf Sylt arbeitete Herbert Seckler, der frisch Syltverliebte Schwabe, im „Moby Dick“. Er servierte Wiener Schnitzel und Fische und ging im Herbst – wie immer – wieder nach Berlin und im Winter nach Davos, um dort in anderen Hotels des „Moby Dick“- Inhabers zu arbeiten. Im nächsten Sommer kehrte er nach Sylt zurück, wo er die ganze Saison in einem Nachtlokal in Westerland arbeiten konnte, das ebenfalls den „Moby Dick“-Eigentümern gehörte. „Es lief gut, aber nach zwei Jahren war Schluss und ich stand ohne Perspektive auf der Straße.“ Der Steuerberater seines ehemaligen Arbeitgebers riet ihm, den Campingplatz in Tinnum zu pachten, was Seckler auch tat. „Es war schrecklich aggressiv, dauernd musste ich Blut aufwischen. Furchtbar.“

Und wieder hatte der Steuerberater eine Idee. Einer seiner Klienten verkaufte einen kleinen Kiosk in den Rantumer Dünen. „Ausgerechnet Rantum, das untergegangene Dorf.“ Seit 1973 durfte es sich wieder Nordseebad nennen, da es über die vorgeschriebene Strandlänge verfügte. Der Strand war in Abschnitte eingeteilt, jeder Abschnitt musste eine Toilette, Strandkörbe, einen Parkplatz und eine kleine Strandversorgung vorweisen. Eben diese hieß für den Rantumer Abschnitt „Sansibar“. Unsägliche 250.000 DM sollte dieser kleine Kiosk 1977 kosten. Ein Vermögen. „Das war eigentlich Selbstmord. Nur die Bude, kein Grundstück. Eine drei mal drei Meter große Bretterbude oben auf einem Sandhaufen, das war alles. Noch nicht einmal die Strandkörbe gehörten dazu. Der Besitzer hatte sie behalten, später kosteten sie noch einmal zwei Millionen Mark.“

Anfang der 80er Jahre wollte die Bundesregierung dann auch den Grund und Boden verkaufen, auf dem der Sansibar-Kiosk stand. 33 Mark pro Quadratmeter verlangten sie – für Sand und Dünengras. „Ich weigerte mich zu kaufen, weil ich kein Geld hatte. 30.000 Quadratmeter sollte ich erwerben – „bis Dünenende“, so stand es im Vertrag. Der Mann vom Bundesvermögensamt wollte unbedingt, dass ich kaufe. Wieder lehnte ich ab. Sie wollten Geld, daher ein so großes Grundstück. Irgendwie begleitet mich das mein ganzes Leben lang. Schließlich sagte er mir, er habe einen anderen Käufer gefunden – so hat er mich erpresst. Also habe ich mit neuen Schulden gekauft.“ Herbert Seckler bediente in seinem Kiosk die vorbeikommenden Spaziergänger. Niemand wäre jemals auf den Gedanken gekommen, eigens zum Essen in die Dünen zu fahren.

Man musste mehr machen, das verstand Seckler. Er baute den Kiosk zu einem Strandlokal aus und bot 1979 erstmals eine Silvesterveranstaltung an: „Silvester am Strand in der Hütte“. 30 Leute kamen damals. „Seit diesem Tag habe ich die Sansibar nie wieder zugemacht. Nur an Heiligabend haben wir zu. Da feiern wir mit allen Mitarbeitern Weihnachten.“ 1979 lernte Herbert Seckler auch seine Frau Helga kennen, mit der er heute vier Kinder hat, drei Mädchen und einen Jungen.

Drei Jahre später dann die Katastrophe. Am frühen Morgen des 9. Juni 1982 brennt die Sansibar lichterloh. Man ging von Brandstiftung aus. Alles war verloren, versichert war Herbert Seckler nicht. „Wir haben alles wieder aufgebaut und ich habe jedem Lieferanten gesagt, die Versicherung würde zahlen. Mut zum Risiko, er ergriff die Chance im Unglück. Am Ende bekam tatsächlich jeder sein Geld und 1983 wurde das erste gute Jahr. Im November hatte er immer noch Geld, zahlte die ersten Schulden zurück und die ersten Prominenten entdeckten den magischen Ort mit diesem speziellen Bohemian Style für sich. „Der Regierungssprecher und Vertraute von Axel Springer, Peter Boenisch, kam als erster. Beim nächsten Mal brachte er den amerikanischen Botschafter, der einen Essener Millionär und der kam dann jeden Abend mit mehreren Leuten aus Kampen. Im nächsten Jahr kam auch Gunter Sachs.“ Seitdem ging es nie wieder bergab mit der Sansibar.

Heute hat die Sansibar nichts von ihrem Glanz verloren. Im Gegenteil. Und das hat einen Grund: „Beste Produkte – wir kaufen nur das Beste vom Besten und dann haben wir natürlich einen super Service und ein großartiges Team.“ Das ist die Stärke des berühmtesten Strandlokals der Republik. Und die seines Wirtes? „Eine Schwäche von mir ist, dass ich immer an dem, was ich mache, zweifle und nie ganz zufrieden bin. Aber das ist auch eine Stärke, weil es mich immer wieder antreibt, noch besser zu werden. Ach ja, und meine größte Schwäche ist natürlich, dass ich immer Hunger habe, ich frühstücke den ganzen Tag.“


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Seit 2009 sind Polo+10 und die Sansibar Kooperationspartner. Ergebnis der Zusammenarbeit sind unter anderem exklusive Poloshirts, die Polo+10 zusammen mit der Sansibar produziert. Zwei Kollektionen sind bereits im Handel. Die Polo Shirts im Sansibar / Polo+10 Style sind so beliebt, dass für Herren nur noch die Farbe light rosé (in allen Größen) aus der zweiten Kollektion vorrätig ist. Frauen haben da mehr Glück. Noch gibt es für die Damen alle Farben aus beiden Kollektionen (light rosé, lightblue, weiß, schwarz, rasberry, marine, grau-melange) in allen Größen. Also, schnell zugreifen, bevor auch die vergriffen sind!
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