Während der Karwoche wird San Roque zum Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher, die ein wahres Highlight der Stadt, die berühmten Osterprozessionen, miterleben möchten. In feierlichen Umzügen tragen die Cofradías (Bruderschaften) religiöse Figuren, Jesus und die heilige Maria, durch die Stadt und feiern somit die Heilige Woche „La Semana Santa“ in Spanien. 2001 erhielt San Roque die Auszeichnung „Fiesta of National Tourist Interest” für dieses besondere Event. Seitdem gehört San Roque zu den bekanntesten spanischen Städten mit den bedeutendsten Osterprozessionen und ist eine von vier Städten in der Provinz Cádiz, die diesen Titel erhalten hat und die einzige Stadt in der Campo Gibraltar Region.


Die besondere Geschichte der Semana Santa in San Roque

Was ist so besonders an der Semana Santa in San Roque? Viele religiöse Figuren der Prozessionen stammen aus dem 15. Jahrhundert und wurden neben anderen wertvollen Schätzen in San Roque in Sicherheit gebracht. Während des spanischen Erbfolgekrieges besetzten 1704 die englischen und niederländischen Truppen, angeführt durch Admiral Rooke, den Felsen von Gibraltar. Die ursprünglichen Bewohner Gibraltars mussten fliehen und nahmen die religiösen Figuren mit, die von nun an ihre neue Heimat in San Roque fanden. Nicht umsonst wird die Stadt seit der Besetzung Gibraltars als offizielle „City of Gibraltar in Exile” bezeichnet.

Die Semana Santa ist ein volkstümlicher Brauch, der über Generationen weitergegeben wurde und in San Roque sowie in ganz Andalusien eine der ältesten Traditionen ist. Männer und neuerdings auch Frauen tragen Holzgestelle mit den äußerst schweren Figuren durch die Stadt. Das mag für Ausländer zunächst ungewöhnlich erscheinen, ist in Spanien aber für die religiösen Bruderschaften ein Privileg.

Die Träger haben dabei keine einfache Aufgabe, wenn sie am Mittwoch, Gründonnerstag oder Karfreitag bis zu acht Stunden durch die Altstadt von San Roque mit ihren engen und steilen Kopfsteinpflasterstraßen schreiten. Sie werden von Kindern, verkleidet als Nazarener, und durch rhythmische Musik mit martialischen Klängen, begleitet. Der Prozessionszug hält inne, wenn jemand von einem der Balkone eines der typischen religiösen Lieder, die „Saeta“, singt, das der Heiligen Jungfrau oder dem Herrn gewidmet wird.

Das Highlight der Feierlichkeiten sind die Prozessionen am Karfreitag. Eine römische Reiterstaffel reitet durch die Straßen und kündet den Beginn der Prozession an, in der vierzehn Festzugswagen die einzelnen Kreuzwegstationen darstellen. Keine andere Prozession in Spanien zeigt jedes Jahr zu Ostern so viele religiöse Figuren.


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