Lucas Monteverde spielt seit mehr als 14 Jahren High Goal Polo. Im Jahr 2007, nach zahlreichen Triumphen bei den Argentine Open mit La Dolfina, erreichte er das goldene Handicap von +10. Jetzt spielt er mit einem Handicap von +9 und ist Mitglied im Team Alegría, das dieses Jahr erneut bei der Argentine Triple Crown antritt, zu denen die Turniere Tortugas Open, Hurlingham Open und Argentine Open gehören. Lucas hat mit POLO+10 über seine Polo-Karriere gesprochen.

Geboren 1976, wuchs Lucas Monteverde auf El Rincón, der Viehfarm seiner Eltern in 25 de Mayo, einer Stadt in der Provinz Buenos Aires in Argentinien auf. Von klein auf vermittelten ihm seine Eltern die Liebe zum Polo und zur Pferdezucht. Sein Onkel, Marcelo Monteverde, ist einer der weltweit erfolgreichsten Polotrainer. Lucas hat in seiner langjährigen Polokarriere in den besten Teams, mit den besten Spielern, einschließlich seiner heutigen Gegner La Dolfina und Ellerstina, gespielt. Bereits mehrmals hat er die Argentine Open, den Veuve Clicquot Cowdray Park Gold Cup, die Hurlingham Open, den Deauville Gold Cup und den Gold Cup des Santa María Polo Club in Sotogrande gewonnen.

POLO+10: Wie bist du mit Polo in Kontakt gekommen?
Lucas Monteverde: Ich wurde auf dem Spielfeld geboren. Zu Hause hatten wir immer Pferde, die ich geliebt habe. Zunächst spielte ich mit meinen Onkeln. Später begann ich dank Gonzalo Pieres mit dem High Goal Polo in Ellerstina. 2000 zog ich mit Lolo (Castagnola), und Adolfito (Cambiaso) nach Cañuelas und spielte von 2005 bis 2011 die gesamte Argentine Open Campaign mit La Dolfina – siebenmal spielten wir die Open, viermal haben wir gewonnen. Nach meiner Zeit bei La Dolfina spielte ich einige Zeit mit Lolo und den Brüdern Merlos (Sebastián und Agustín), bevor ich das Angebot von Mariano Aguerre annahm, bei Alegría zu spielen. Später ging er dann zu Ellerstina und ich wechselte ins Team von Freddy Mannix.

POLO+10: Wann hast du das +10 Handicap erreicht?
Lucas: Zum High Goal Polo kam ich wie gesagt durch Lolo Castagnola und Adolfo Cambiaso. Ich ging nach Cañuelas, um für La Dolfina zu spielen. Bei La Dolfina spielte ich zunächst mit einem +8 Handicap, 2007 erlangte ich dann das +10 Handicap durch den wiederholten Sieg bei den Open. Heute spiele ich mit +9.

POLO+10: Was für ein Gefühl ist es, zu den Top-Spielern der gesamten Welt zu gehören?
Lucas: Das hätte ich mir als Kind nie träumen lassen. Ich hätte nie gedacht, dass ich eine Karriere wie meine erreichen könnte. Aber all das wäre unmöglich gewesen, hätte ich nicht die vielen Menschen gehabt, die mich unterstützt haben, und vor allem, wäre unsere Pferdesportorganisation nicht gewesen.

POLO+10: Wie hat es sich angefühlt, als du letztes Jahr das Finale der Argentine Open erreicht hast? Sicher war es für die Zuschauer eine große Überraschung, aber wie hast du dich als Spieler gefühlt?
Lucas: Ehrlich gesagt hatte ich ein Jahr mit den beiden Merlos bei Alegría gespielt. Freddy Mannix Sr. entschied sich, das Team durch zwei junge Spieler zu erneuern, so kamen Polito Pieres und Hilario Ulloa ins Team. Während meiner gesamten Karriere als Polospieler habe ich auf Position 2 gespielt, auch Hilario war auf 2, Polio war auf Position 1. Wir sind alle Stürmer. Niemals zuvor hatte ich auf Position 3 gespielt und es war nicht ganz einfach, das Team zu organisieren. Wir hätten niemals erwartet, dass wir nach unseren eigenen Anpassungen dieses großartige Ziel erreichen würden. Wir fingen an zu spielen und testeten die Teamorganisation, und schon – völlig unerwartet – begannen wir zu gewinnen. Wir selbst waren am meisten überrascht. Das Erreichen des Finales war also für uns eine unvergleichliche Überraschung, und eine große Freude.

POLO+10: Welches sind deine bevorzugten Polodestinationen außerhalb Argentiniens?
Lucas: In den USA und im Vereinigten Königreich zu spielen, ist großartig. In beiden Ländern gibt es großartige Wettkämpfe. Wir gehen bald nach England, um im Queen’s Cup zu spielen, und erwarten ein wunderbares Turnier. Ich habe einige Jahre in Dubai gespielt. Obwohl die Entwicklung dort noch nicht abgeschlossen ist, ist es ein ausgezeichneter Ort, um Polo zu spielen, und natürlich auch zum Leben.

POLO+10: Wie sieht dein tägliches Training aus?
Lucas: Ich habe einen Personal Trainer in Cañuelas, der mich auf allen Reisen begleitet. Er heißt Maximiliano Zapico und war der Taekwondo-Lehrer meines Sohnes. Ich bin 36 Jahre alt und wenn ich nicht das ganze Jahr hindurch trainiere, ist die Verletzungsgefahr für mich groß. Polo spielt man auch das ganze Jahr, daher ist es wichtig, entsprechend zu trainieren. Er reist mit mir und sorgt für mein tägliches Training. Ein typischer Tag, an dem ich kein Turnier reite, beginnt, nachdem ich meine Kinder zur Schule gebracht habe, mit einer Stunde körperlichem Training. Am Nachmittag reite ich dann meine Pferde oder arbeite mit Stick und Ball.

POLO+10: Reden wir über deine Pferde, wie wählst du sie aus?
Lucas: Ich habe einen Grundstock sogenannter „bestätigter Stuten“ für die Argentine Open. Das macht jeder Polospieler so. Zu dieser Gruppe kommen jedes Jahr einige Pferde hinzu, mit denen wir die Tortugas Open spielen. Aus denen wählt man wiederum diejenigen aus, die besser als die übrigen gearbeitet haben. Mit dieser Tortugas Auswahl zusammen mit den „alten“ Pferden, spielen wir dann die Hurlingham und Argentine Open. Auf diese Art führen fast alle Spieler hier in Argentinien ihre Pferdeauswahl durch. Ich spiele im Moment kleinere Turniere mit neuen Stuten, von denen ich schon im September einige auswählen werde.

POLO+10: Wer ist dein persönliches Vorbild im Polo?
Lucas: Wenn man so viele Jahre mit den besten Spielern gespielt hat, sieht man sich untereinander als ebenbürtig an. Aber wen ich wirklich bewundere, das sind Gonzalo Pieres Sr. und Adolfito Cambiaso, die ohne Frage den Polosport in den vergangenen 20 Jahren sehr verändert haben.

POLO+10: Welches sind deine Hobbys, abgesehen vom Polo? Und wie geht es deiner Familie?
Lucas: Ich bin verheiratet, meine Frau heißt Loly Lopez – sie ist immer an meiner Seite. Ich habe drei Kinder: Lucas ist 8, Luna 5 und Lucero 1,5 Jahre alt. Ich bin glücklich, dass wir alle Reisen gemeinsam unternehmen. Das gibt mir Rückhalt, egal wo ich bin. Und was Hobbys betrifft: ich arbeite wirklich gern mit Pferden, ich mag das Training, die Zucht und das Dressieren. Das ist gleichzeitig mein wichtigstes Hobby und mein Beruf.

POLO+10: Lucas, vielen Dank für das Interview!