Der 33-jährige Australier Hugh Evans hat mit „Polo Contacts Worldwide“ das größte internationale Socialnetwork im Bereich des Polosports geschaffen. Der Gründer und CEO einer IT-Beratungsfirma im australischen Melbourne kam schon als Kleinkind durch seinen Vater, Richard Evans, zum Polosport. Hugh: „Bis 2005 hatte ich jedoch keine Gelegenheit, selbst ernsthaft Polo zu spielen.“ Das änderte sich, als er durch einen Freund der Familie, den in Australien sehr bekannten 3-Goaler Hamish McLachlan, in Melbourne mit zum Polo genommen wurde.“ Heute spielt Hugh Evans selbst mit einem Handicap von -1 – „trotz meiner großen Bemühungen ist das noch nicht sehr berauschend“. Aber immerhin: Bislang hat Hugh einige Low-Goal Turniere in Australien gespielt, 2008 spielte er in Argentinien und startete in diesem Jahr auf einem 10-Goal-Turnier in Jamaika.

Hugh, wann hast Du „Polo Contacts Worldwide“ (PCW) entwickelt und wie ist eigentlich die Idee entstanden, dieses weltweite Polo-Netzwerk aufzubauen?

Im Oktober 2007 war ich gerade dabei, eine kurze Reise nach Singapur vorzubreiten, wo wir mit Familie und Freunden Silvester feiern wollten. Irgendwer erzählte mir, dass der Polo Club in Singapur absolut großartig und sehenswert sein soll, aber ich kannte dort leider niemanden. Also entwickelte ich PWC, da ich dachte es sei hilfreich für jeden auf Reisen, die nächsten Poloansprechpartner ausfindig machen zu können. Ich habe den Link dann ein paar Polofreunden geschickt, sie haben ihn weiter an ihre Freunde geleitet – und voilà. Ich habe dann einige großartige Kontakte aus Singapur erhalten und von diesem Punkt an hat das Ganze einfach angefangen, immer weiter zu wachsen.

Wie schafft Du es, die Mitglieder dauerhaft an PCW zu binden, wie unterhältst und involvierst Du sie?

Die Mitglieder von PCW neigen dazu, sich selbst zu unterhalten. Ich versuche das Profil niedrigschwellig zu halten, so dass das Netzwerk organisch wachsen kann. Ich sorge nur dafür, dass alles freundlich und in guter Form bleibt. Wir haben einen kontinuierlichen Zulauf an sehr guten Polobildern, die tagtäglich auf der Seite hinzugefügt werden. Ich kümmere mich darum, dass die besten davon auf der Startseite platziert werden und von allen gesehen werden. Es gibt mir einen Kick, all diese Bilder zu veröffentlichen, da sie mir einen authentischen Einblick geben, wie Polo an den unterschiedlichsten Ecken dieser Welt aussieht und gespielt wird. Hier versuche ich viel Abwechslung zu zeigen – alle Nationalitäten, Altersgruppen und Geschlechter.

Hast Du irgendwelche Tipps und Geheimnisse auf die es ankommt, wenn man ein Social Network aufbauen will?

Denk einfach über den Geist der Gemeinschaft nach, die Du kreieren willst und entwickle daraus die Veröffentlichungs-Richtlinien. Meine Seite dreht ich in erster Linie um Zugänglichkeit, Spaß und einen Geist des Goodwill im Polosport. Alle Ausbauarbeiten und Editing-Entscheidungen habe ich auf einer Linie mit dieser Philosophie getroffen ¬und unsere Gemeinschaft scheint das zu schätzen.

Was ist das Schwierigste daran, PCW zu managen?

Mit der Menge an Anfragen klarzukommen ist das Schwierigste (kein Spaß, ich stelle bald einen Assistenten ein – vielleicht ist jemand interessiert?) Die andere Herausforderung besteht darin, der Seite fernzubleiben. Es macht irgendwie süchtig, dieses Netzwerk herauszugeben. Ich habe ja auch noch einen richtigen „Day-Job“.

Was hat Dich am Erfolg von PCW persönlich am meisten überrascht?

Seither haben sich so viele großartige Möglichkeiten aufgetan und ich bin mit sehr interessanten Personen überall auf der Welt vernetzt. Ein bisschen trägt PCW auch zum Polo-Tourismus bei. Eine Polotour nach Jamaica war eine eindrucksvolle Erfahrung, dann wieder treffe ich eine Gruppe von PCWlern, die unterwegs nach Argentinien zum Palermo Finale sind. Diese Abenteuer waren weitestgehend durch PCW-Kontakte inspiriert und ins Leben gerufen worden.

Wie oft treffen sich PCW-Mitglieder in der „realen“ Welt?

Ich habe gehört, dass das die ganze Zeit passiert. PCW ist ein pulsierendes Netzwerk von Pololeuten und wir alle wissen, dass Pololeute gerne dazu neigen, nach vorne zu gehen – daher denke ich schon, dass da einiges los sein wird.

Hat Polo Contacts Worldwide schon eigene Turniere veranstaltet?

Verschiedene Turniere sind schon durch PCW initiiert worden. Claudia Hodari, eins unserer aktivsten Mitglieder in Argentinien, hat ein internationales „Polo for Peace“ Turnier im Rahmen des International Peace Day organisiert. Viele Länder auf der ganzen Welt haben sich der Idee von Claudia mit entsprechenden Poloveranstaltungen an diesem besonderen Tag angeschlossen.

Welches sind die populärsten Features auf PCW?

Die Fotos und Forum Postings sind ganz klar die populärsten Features. Ich denke die meisten Menschen wollen einfach sehen, wer noch so in diesem Sport unterwegs ist und wie es in deren Teil der Welt so aussieht… Man sieht Hawaianer, die ohne Sattel in den Ozean reiten, Iraner, die vor der pittoresken Kulisse der Teheraner Berge galoppieren, den exklusiven Cartier International Day im englischen Guards Club, das raue Outback von Australien, Snow Polo in St. Moritz, das chinesische Clubhaus des Nine Dragon Hill Polo Clubs in Shanghai… Nigeria, Mexiko, Barbados, Kanada … ich könnte endlos weiter so aufzählen.

Was ist Dein nächstes Vorhaben für Polo Contacts Worldwide?

Ich werde für die Saison 2010 in Europa sein, daher bin ich sicher, dass die Abenteuer nicht ausbleiben werden. In der Zwischenzeit sollte ich auch mal zurück zu meinem „Day Job“…