Jedes Jahr verletzen sich Polospieler oder leiden unter Überlastungserscheinungen z.B. der Unterarmmuskulatur, der Schulter, der Wirbelsäule, etc. Die schlimmsten Folgen haben allerdings stets die Stürze vom Pferd.

Personal Trainer Dietrich Tuch, Mitglied im PREMIUM PERSONAL TRAINER CLUB, und Orthopäde Dr. Dahmen, Turnierarzt, beide aus Berlin, packen jetzt eine Arbeit an, die sowohl wichtig, als auch notwendig ist. „Sportartspezifische Verletzungen und physische Überlastungen des Polospielers im Polosport – Datenerfassung und Ableitung von Maßnahmen zur physischen Prävention!“ ist eine deutschlandweite Studie, die die polo-assoziierten Reiterunfälle und Reiterüberlastungen erfassen wird.

Ziel dieser Studie ist es,
1. alle Unfälle, die im Training, im Wettkampf und außerhalb des Polospiels, aber immer in Verbindung mit dem Pferd passierten, nach Inzidenz, Art und Schwere zu erfassen.
2. Ursachen für diese Unfälle herauszuarbeiten
3. (Hauptziel) Maßnahmen abzuleiten, die sowohl die Unfallrisiken, wie auch die Schwere der Unfälle reduzieren helfen sollen. Hier steht die Verbesserung aller körperbezogenen Fitnessparameter der Reiter im Vordergrund, einschließlich eine optimalen Ernährung während der Wettkämpfe.
4. die Unfallhäufigkeit und -schwere im Polosport ins Verhältnis zu anderen Pferdesportarten zu setzen
5. dazu beizutragen, die Popularität des Polosports zu erhöhen.

Vorgehensweise
1. Alle Polo Clubs Deutschlands erhalten in der ersten Januarwoche 2013 von den Studienleitern eine persönliche Studieninformation, verbunden mit der Bitte, ihre Teilnahmebereitschaft bis zum 31.01.2013 zu melden.
2. Alle teilnahmewilligen Clubs erhalten in der ersten Februarwoche 2013 vorgefertigte Fragebögen zur Erfassung relevanten Daten. Die ausgefüllten Fragebögen sind bis zum 31.3.2013 an folgende Adresse zu schicken: Dietrich Tuch, Leo-Baeck-Str. 40, 14167 Berlin.
3. Auswertung aller Daten durch die Studienleiter und Ableitung von Trainingsmaßnahmen zur Verbesserung aller körperbezogenen Fitnessparameter der Polospieler, einschließlich einer optimalen Ernährung während der Wettkämpfe.
4. Veröffentlichung relevanter Auszüge der Studie exklusive in der Polozeitschrift „POLO+10“ in der Frühjahrsausgabe.
5. Alle Polo Clubs bekommen wesentliche Auszüge der fertigen Studie als Dankeschön für ihre Mitarbeit kostenlos zugeschickt.

Da es weltweit zu diesem Thema noch keine wirklich relevanten Studien gibt, kommt der geplanten Studie eine ganz besondere Bedeutung zu. Einen ersten Ansatz zu diesem Thema findet man unter [1], einer kleinen prospektiven Evaluation aus Argentinien.

Es ist bekannt, dass Reiten allgemein gefährlicher als Motorradfahren, Skifahren, Football und Rugby ist [2] und ein Viertel aller tödlichen Sportverletzungen beim Reiten [3] entstehen. Die Deutsche Polo-Studie wird sich diesen Aussagen aus [2] und [3] besonders widmen und eine Präzisierung in Bezug auf den Polosport vornehmen.

Eines ist schon jetzt gewiß:
Für das Pferd wird alles getan, dass es stark, leistungsfähig und gesund ist. Es wird alles getan, um auch seine Verletzungsrisiken minimal zu halten. Was aber tut der Reiter? Auch er muss in jedem Spiel in Topform sein, und das über Jahre, um vor allem die gefürchteten Stürze vom oder mit dem Pferd geschickt und kraftvoll zu neutralisieren. Er muss seine Gesundheit pflegen, sein Körpergewicht optimieren und seine natürliche Beweglichkeit und Stärke mehr trainieren, als dies in vielen anderen Sportarten der Fall ist. Denn der Polosport ist ein Sport für Artisten!

Liebe Polospieler! Herr Tuch und Herr Dr. Dahmen würden sich sehr freuen, Ihre Unterstützung für diese Studie zu erhalten. Die Autoren sind überzeugt, mit dieser Arbeit, einen weiteren, wichtigen Beitrag dafür zu leisten, das Polospiel in Deutschland noch populärer zu machen und die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, Polo eines Tages wieder zur olympischen Disziplin werden zu lassen.

Dietrich Tuch, Polo-Studie Verletzungen Polospieler

Dietrich Tuch

Dr. Andreas Dahmen Polo-Studie Verletzungen Polospieler

Dr. Andreas Dahmen

[1] Injuries to polo riders: a prospective evaluation. M Costa-Paz, L Aponte-Tinao and DL, Muscolo. Br J Sports Med,1999; 33: 329-332
[2] Ball CG, Ball JE, Kirkpatrik A, Mulloy R. Equestrian injuries: incidence, injury patterns and risk factors for 10 years of major traumatic injuries. Am J Surgery 2007 May;193(5):636-640
[3] Dittmer H. Verletzungsmuster im Reitsport. Lang Arch Chir (Suppl) 1991;202:466-469
[4] Giebel G, Mittermeier W, Braun K. Pferdesportunfälle bei Kindern. Chirurg 1993;64:538-547