Patrick Maleitzke zählt mit einem Handicap von +3 zu den besten Polospielern Deutschlands. Zudem ist er auf dem Pologestüt Schockemöhle als Züchter und Ausbilder von Polopferden tätig, die bei Turnieren im In- und Ausland ausgezeichnet werden. POLO+10 hat mit ihm über seine Anfänge im Polosport, seine Teilnahme beim Arena Gold Cup im Royal County of Berkshire Polo Club in England und seine Pläne für die Zukunft gesprochen.

POLO+10: Wie und wann hast Du mit dem Polospielen begonnen?
Patrick Maleitzke: Ich habe mit elf Jahren auf Sylt begonnen zu spielen. Ich hatte schon viel früher einige Male auf dem Pferd gesessen, aber nie wirklich den Einstieg in die klassischen Reitsportarten wie Dressur oder Springen gefunden. Als Junge in dem Alter findest du dich in Reithosen ja doch eher uncool. So fiel die Entscheidung für Golf. Als ich dann aber Polo entdeckte, war das für mich natürlich eine wunderbare Möglichkeit, Ball- und Pferdesport miteinander zu verbinden. Und seither sitze ich in Jeanshosen im Sattel.

POLO+10: Was hat Dich an dem Sport von Anfang an fasziniert?
Patrick Maleitzke: Polo ist ein toller Teamsport, ich liebe die Geschwindigkeit, und die Zusammenarbeit mit den Pferden ist einzigartig. Wenn man dann noch mit Pferden arbeiten kann, die man auch gezüchtet hat, deren Mutter und Vater man schon kannte und deren Fortschritte man hautnah über die Jahre mitbekommt, dann ist das wirklich etwas ganz Besonderes.

POLO+10: Bist Du Poloprofi? Ist Polo Dein Hauptberuf?
Patrick Maleitzke: Ich lebe und arbeite rund um die Uhr mit Pferden. Professionell Polo zu spielen ist Teil meines Berufs. Gleichzeitig bin ich Ausbilder, Verkäufer und Züchter. Viele der Polopferde, die hier den Hof verlassen haben, wurden auf Turnieren im In- und Ausland erfolgreich als Best Playing Pony ausgezeichnet.

POLO+10: Wo ist Dein Lebensmittelpunkt?
Patrick Maleitzke: Ich arbeite und wohne mit meiner Lebensgefährtin Vanessa Schockemöhle im Oldenburger Münsterland in Mühlen. Dort hat ihr Vater, Reitsportlegende Alwin Schockemöhle, eine Anlage geschaffen, auf der mehrere Generationen von Sportpferden in den unterschiedlichsten Disziplinen auf Weltniveau trainiert wurden. Auch für den Polosport haben wir die Bedingungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessern können. Heute gibt es neben den vielfältigen, schon vorhandenen Trainingsmöglichkeiten zwei Poloplätze und eine Indoor-Arena. Im vergangenen Jahr wurde der Poloclub Mühlen gegründet. Bei uns kann das ganze Jahr hindurch Polo gespielt werden.

POLO+10: Wie viele Pferde hast Du und wie viele Turniere spielst Du durchschnittlich pro Jahr?
Patrick Maleitzke: Ich bin an rund 38 Wochenenden im Jahr zu Turnieren in Deutschland und im benachbarten europäischen Ausland unterwegs. Zu meinem Pulk zählen 15 Pferde, die ich intensiv für mein Spiel trainiere. Auf dem Pologestüt Schockemöhle haben wir zurzeit sechs Polo-Argentino-Zuchthengste. Auf weitläufigen Weiden leben unsere Zuchtstuten und unsere Nachzucht. Hinzu kommen Verkaufs- und Verleihpferde, deren Zahl naturgemäß schwankt.

POLO+10: Jetzt spielst Du zum ersten Mal in England beim Arena Gold Cup, der vom 12. bis 27. Februar im Royal County of Berkshire Polo Club ausgetragen wird. Wie kam es zu dieser Entscheidung, wer ist noch im Team und was habt ihr euch vorgenommen?
Patrick Maleitzke: In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei Jan-Erik Franck bedanken. Bei der Arena Polo Europameisterschaft 2015 in Baku ist Jan-Erik, der als Kommentator vor Ort war, ein wertvoller Unterstützer unseres Teams gewesen. Er hat mich ermutigt in England, das führend im Arena Polo ist, zu spielen. Ich werde mit Estelle Wagner und Eduardo Anca beim größten europäischen Arena-Event, dem Arena Gold Cup 2016, antreten. Auch wenn wir auf dem Papier das schwächste Team sind, werden wir mit Respekt, aber ohne Furcht in den Wettkampf ziehen. Wir treten an, um gut abzuschneiden. Wir werden um jeden Ball kämpfen!

POLO+10: Worauf freust Du dich in England am meisten? Dort wird Polo auf einem anderen Level als in Deutschland gespielt. Ist das auch mal ein interessanter Test, wo man selbst steht?
Patrick Maleitzke: England wird für unser Team allein schon logistisch ein Abenteuer. Wir werden zwei Wochen lang vor Ort sein und vor uns liegt zunächst die Reise mit unseren Pferden und dem gesamten Equipment für Mensch und Tier. Wenn wir mit den Pferden sicher auf der Insel angekommen sind, freue ich mich darauf, gegen bessere Spieler zu spielen, neue Leute kennen zu lernen und Kontakte in die britische Poloszene zu knüpfen. Über all dem steht aber ein fairer, guter Wettkampf.

POLO+10: Wo würdest Du in Zukunft gerne noch spielen?
Patrick Maleitzke: Wenn es darum geht, was ich mir für die Zukunft wünsche, spielt ein Erlebnis aus dem vergangenen Jahr eine besondere Rolle. 2015 durfte ich an der Arena Polo Europameisterschaft in Baku teilnehmen. Das deutsche Team hat dort den zweiten Platz gemacht. Wir haben alles gegeben und den Sieg mit nur einem Tor verpasst. Deutschland war noch nie so nah an einem Titel dran. Es war für mich eine Ehre für Deutschland zu spielen, und ich denke, dass unser Team sehr erfolgreich gewesen ist. Gerne würde ich in Zukunft wieder für Deutschland bei internationalen Wettkämpfen antreten.

POLO+10: Welches sind die großen Ziele, die Du für Deine Polokarriere hast?
Patrick Maleitzke: Ich will so viele Turniere wie möglich gewinnen.

POLO+10: Welche Poloaktivitäten finden bei Euch in Mühlen statt? Plant Ihr dort weitere Veranstaltungen aufzubauen?
Patrick Maleitzke: Die Turniersaison in Mühlen beginnt mit dem Season Opener (-2 bis +2) vom 22. bis 24. April 2016. Über zwei Wochenenden, vom 22. bis 24. Juli und vom 29. bis 31. Juli 2016, wird um die Mühlen Polo Trophy (+6 bis +8) gespielt. Ein Höhepunkt der Saison wird die Deutsche Meisterschaft im Arena Polo (+4 bis +6) vom 7. bis 9. Oktober 2016 in Rulle sein. Für 2017 planen wir neben den Turnieren eine Polopferde-Auktion – die erste in Deutschland. Dort werden Polopferde aus unserer eigenen Zucht angeboten. Deren Herkunft und Alter sind dank vollständiger Abstammungspapiere, DNA-Registrierung und Chipnummer zweifelsfrei nachvollziehbar.

POLO+10: Willst Du in Zukunft mehr als bisher im Ausland spielen?
Patrick Maleitzke: Es gab bereits Anfragen aus China und den USA. Nach Amerika habe ich im vergangenen Jahr mehrere Pferde verkauft, welche dort als Best Playing Pony auf den Turnieren ausgezeichnet wurden. Wenn es sich terminlich einrichten lässt, reise ich gern ins Ausland.

POLO+10: Lieber Patrick, vielen Dank für das Gespräch! Für die Zukunft wünschen wir Dir alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

Weitere Informationen zum Poloclub Mühlen und dem Pologestüt Schockemöhle sind zu finden unter www.lallovizna.de