Interview: Diana Beata Krüger

Mit neun Jahren begann Patricio Lalor Polo zu spielen, mit 13 spielte er schon sein erstes Turnier in Buenos Aires. Mit 21 wurde er professioneller Spieler. Heute spielt der +3-Goaler für Polo Escape in Thailand. POLO+10 hat Patricio Lalor dort besucht und sprach mit ihm über den Alltag eines Polospielers, die Besonderheit an Polo in Argentinien und über seine Zukunftspläne, in England und den USA zu spielen.


POLO+10: Wann hast Du angefangen, Polo zu spielen?
Patricio: Ich verbrachte meine Kindheit auf der Farm meines Vaters. Er war selbst Spieler mit einem +5-Handicap und züchtet heute noch Polopferde in Argentinien. Er ist der Grund, warum ich selbst Polo spiele. Begonnen habe ich mit Stick & Ball als ich neun oder zehn Jahre alt war. Mein erstes Turnier hatte ich dann mit 13 Jahren in Buenos Aires, das war wirklich fantastisch. In Argentinien wird einfach auf einem hohen Level gespielt, mit guten Polopferden und auf guten Plätzen.

POLO+10: Fangen andere argentinische Spieler auch in diesem frühen Alter an?
Patricio: Sie beginnen sogar noch früher! Manche haben ihre ersten Turniere mit sechs oder sieben Jahren. In Argentinien gibt es eine Menge Turniere mit Kindern. Und das ist auch wichtig, denn sie sind die Zukunft des Polosports. Es ist eine gute Idee, sie von Anfang an richtig zu fördern.

POLO+10: Wann hast Du angefangen, professionell zu spielen?
Patricio: Turniere habe ich schon mit 13 gespielt, aber nicht als Profi. Profi-Spieler bin ich seit zwei Jahren, jetzt bin ich 23. Ich habe im Centauros Polo Club in Pilar, nahe Buenos Aires, gespielt, als Christopher Kirsch zu mir kam, um mich zu fragen, ob ich nicht in Deutschland spielen wolle. Das war vor drei Jahren. Die letzten zwei Jahre habe ich überall in Deutschland gespielt.

POLO+10: Wie bist Du nach Thailand, und besonders zu Polo Escape, gekommen?
Patricio: Das war ganz witzig, weil es anfänglich nichts mit Polo zu tun hatte. Ich bin durch meine Freundin zu Polo Escape gekommen. Eines Tages als ich Polo gespielt habe, hat meine Freundin Elena ein Foto von mir gemacht und es bei Facebook online gestellt. Mercedes Albisetti, die hier als Tierärztin arbeitet, sah mich auf diesem Bild. Sie erkannte, dass ich Polo spiele und fragte meine Freundin, ob ich nicht nach Thailand kommen wolle, um hier zu spielen. So kam die Verbindung zustande.

POLO+10: Seit wann arbeitest Du hier?
Patricio: Ich habe vor einem Monat hier angefangen und mein Vertrag läuft bis Juni. Danach, im Juli, werde ich vielleicht nach England gehen, das ist ein Traum von mir. Ich würde sehr gerne in England oder den USA spielen.

POLO+10: Wie sieht Dein Alltag hier aus und wirst Du von einem Coach betreut?
Patricio: Ich trainiere jeden Tag und verbessere meine Fähigkeiten. Man darf nicht auf einem Level stehen bleiben, man muss sich immer weiter steigern! Meine Freunde hier coachen mich. Aber wo man richtig lernt Polo zu spielen, ist in Argentinien. Dort spielt man Polo, um Geld zu verdienen. In Argentinien gibt es die besseren Spieler und Pferde. Alle argentinischen Profi-Player spielen außerhalb Argentiniens, um Geld zu verdienen. Wieder zurück in Argentinien spielen sie, um sich zu verbessern. Im Frühling, zwischen September und Dezember, werde ich auch wieder nach Argentinien gehen, um dort so viele Turniere wie möglich zu spielen.

POLO+10: Gibt es eine besondere Verbindung zwischen einem Polospieler und seinem Pferd?
Patricio: Ja, als Spieler muss man eine Verbindung zu seinem Pferd haben. Zu seinen eigenen Pferden hat man natürlich einen besseren Bezug, einfach weil man sie schon von klein auf kennt. Ich denke, wenn man eine Verbindung zu seinem Pferd aufbaut, spielt man auch besser, da das Pferd einem hilft.

POLO+10: Wie gehst Du mit einem fremden Pferd um? Hast Du da ein Erfolgsrezept?
Patricio: Man sollte immer entspannt auf dem Pferd sitzen, weil Pferde das fühlen können. Sie sind sehr sensibel. In einem Match muss man mit dem Pferd eins werden. Ich liebe Pferde seit meiner Kindheit, genauso wie mein Vater und meine Familie. In meiner Familie gibt es eine Menge Spieler. Ich habe viele Cousins, die alle Polo spielen, aber nur eine Cousine, die spielt. Ich weiß nicht warum. Die Frauen in meiner Familie lieben zwar die Farm und die Pferde, aber spielen möchten sie nicht.

POLO+10: Was sind Deine Ziele für die nächsten Jahre?
Patricio: Mein Traum ist es, mich weiter zu verbessern, mein Handicap zu steigern und mit Polo Geld zu verdienen, sodass ich vom Polospielen leben kann. Wie alle Polospieler würde ich liebend gern in Palermo spielen, außerdem in England und den USA. Es ist schwierig, allein vom Polospielen leben zu können, aber wenn man es schafft, ist das wundervoll.

Lieber Patricio, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg. Wir freuen uns, Dich bald auf Turnieren in England und den USA zu sehen.