Polo auf Schnee zu spielen bedarf einer besonders guten Vorbereitung. Vor allem die Pferde müssen für die Minusgrade und Chukker in Schnee und Eis trainiert werden. Auch das Equipment stellt besondere Herausforderungen an das Know-how der Snowpolista.

Für Pferde und Reiter ist Polo auf glitzerndem Weiß jedes Mal wieder ein besonderes Vergnügen – und eine besondere Herausforderung. Die Temperaturen liegen weit unter dem Gefrierpunkt (zumindest wünschen sich das die Veranstalter und alle Beteiligten). Der Untergrund aus Schnee ist ungewohnt. Und auch das Spiel mit dem Ball – der beim Snow Polo deutlich größer ist als beim Rasenpolo und dazu noch aus leuchtendem Gummi – ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Jedes Pferd und jeder Reiter hat seinen eigenen Charakter und wie in allen Dingen des Lebens sind auch hier die eigenen Vorlieben entscheidend. Pauschale Regeln gibt es nicht.

So spielt das eine Polopony lieber auf Gras, das nächste läuft auf Sand und ein weiteres beim Snow Polo zur Höchstform auf. Eins jedoch gilt tatsächlich für alle: Die richtige Vorbereitung auf die Schneechukker ist extrem wichtig. An Orten wie St. Moritz müssen auch die Höhenmeter und die dünnere Luft beim Training der Pferde berücksichtigt werden. Dort kommen die Pferde schon lange vor dem Turnier an und gehen ins Höhentraining. Für Kitzbühel sind die Vorbereitungen weitaus einfacher. Hier geht es vor allem darum, die Pferde an den Schnee, die Temperaturen und den roten Gummiball zu gewöhnen. Dafür nehmen sich die Trainer und Pfleger der Pferde, die man im Polo Grooms nennt, in der Regel vier bis fünf Tage Zeit.

Jeder Groom hat seine eigene Philosophie darüber, wie man ein Pferd scheren sollte.

Veranstalter und Polospieler Tito Gaudenzi erklärt: „Jeder geht mit seiner eigenen Dynamik in diese Vorbereitungsphase. Ich bringe zum Beispiel 15 Pferde nach Kitzbühel, die von drei Grooms vorbereitet und betreut werden. Wenn sie nach Kitzbühel kommen, sind die Pferde bereits seit zwei Monten im Training und sollten daher auf den Punkt fit sein. In diesem Jahr reisen meine Pferde aus England nach Kitzbühel.“ Wichtig sei es, so Gaudenzi, den Pferden bei der Eingewöhnung die Zeit zu geben, die sie benötigen. „Man darf nichts erzwingen und muss Geduld mitbringen. Wir Reiter müssen uns an die Pferde anpassen – nicht umgekehrt.“

Über 120 Pferde werden für den Valartis Bank Snow Polo World Cup nach Kitzbühel reisen und nicht selten tausend und mehr Kilometer zurücklegen. Eine logistische Mammutaufgabe. Die meisten von ihnen spielen nicht zum ersten Mal auf Schnee und haben bereits Erfahrungen gesammelt, sodass die Spieler keine Schwierigkeiten während der Eingewöhnungsphase erwarten. Vor Ort stehen dann noch weitere Vorbereitungen auf dem Programm. Damit die verschwitzten Pferde nach dem Spiel nicht auskühlen und sich erkälten, werden sie für den Einsatz beim Snow Polo geschoren. Das lange Winterfell kommt ab, sodass sie unter den warmen Pferdedecken nach ihrem Einsatz schnell trocknen. Jeder Groom hat selbstverständlich seine eigene Philosophie darüber, wie man ein Pferd scheren sollte. Für den sogenannten Grip und damit die Standfestigkeit und das Tempo auf Schnee sorgt neben den richtigen Stollen auch die präzise Vorbereitung des Spielfeldes. Schon im Sommer beginnen die Arbeiten am Polo­feld. Wenn der erste Schnee fällt, wird der Platz wöchentlich gewalzt. So entstehen harte robuste Schneeschichten, die Grip geben, aber auch eine geschlossene Schneedecke garantieren, wenn die Temperaturen unerwünschterweise doch steigen sollten. Pferde und Reiter sind bereit! Es kann also losgehen: PLAY!