Neben dem klaren Favoriten Spanien sind sie die große Überraschung der Polo Europameisterschaft in Sotogrande: das österreichische Team mit Walter Scherb (+1), Gerhard Hermann (+1), Martin Bleier (+2) und Diego Braun (+4), der bereits als bester Spieler der Meisterschaft gehandelt wird. Zwei fulminante Siege haben die Österreicher nach einer hauchdünnen Niederlage gegen Spanien hingelegt und damit für allseitiges Erstaunen gesorgt. Selbst im Spiel gegen den Favoriten hatten die vier Österreicher bis in den dritten Chukker hinein mit drei Toren vorne gelegen.

Gestern allerdings ist die Glückssträhne scheinbar gerissen: Mit einem 7:6 machte Irland dem österreichischen Team den sicheren Einzug ins Finale zunichte. Gerhard Hermann, der seit zwei Jahren seinen eigenen Polo Club in Österreich aufbaut, kann sich die Gründe für die überraschende Niederlage nur schwer erklären. „Wir haben bis drei Minuten vor Schluss mit einem Tor geführt. In diesen letzten Minuten sind den Iren die zwei entscheidenden Tore gelungen. Das ganze Spiel war eine Aneinanderreihung von Blödheiten, die nicht hätten passieren dürfen und normalerweise hätten wir dieses Spiel mit 4 bis 5 Toren Vorsprung gewinnen können.“

Acht Mal hatte das österreichische Team den Ball an die Torpfosten gesetzt. Ein paar Zentimeter nur, die in den Spielen davor zu entscheidenden Goals geführt hatten. Jetzt aber blieb die Torfahne unten. „Es waren so viele Kleinigkeiten, die man in der Geschwindigkeit gar nicht mitgekriegt hat. Und einfach auch Pech. Zum Beispiel hat Diego aus weniger als 30 Yards Entfernung einen Schlag „from the Spot“ aufs Tor gemacht, der Ball wurde aber auf den letzten Zentimetern von einem Iren aus dem Tor gefischt und in ein Goal gegen uns umgesetzt. Diese Szene zeigt ganz anschaulich, was uns in diesem Spiel passiert ist.“

Jetzt entscheidet das Spiel Deutschland gegen Italien am Freitag, ob Österreich um den ersten oder den dritten Platz dieser Europameisterschaft spielen wird. Jetzt schon steht aber fest: Die Stimmung in der Mannschaft ist hervorragend. „Wir Spieler haben viel Kontakt untereinander, gehen gemeinsam aus und haben viel Spaß. Auch zu Christopher Kirsch und seinem Team hat sich eine fantastische österreichisch-deutsche Freundschaft entwickelt.“