Im vergangenen Dezember wurde Moritz Gädeke in Buenos Aires zum FIP Ambassador ernannt. POLO+10 hat mit ihm über seine neue Rolle als Vertreter des Weltpoloverbands, die Polo Europameisterschaft in Berlin und die aktuellen Entwicklungen im deutschen Polosport gesprochen.

Vor 21 Jahren hielt Moritz Gädeke erstmals einen Poloschläger in der Hand und war sofort Feuer und Flamme für den rasanten Sport hoch zu Ross. Dass es dazu überhaupt kam, war aber eher Zufall: Als Moritz neun Jahre alt war, kaufte sich sein Vater ein Polopferd, um das Polospielen zu lernen. Aufgrund eines Motorradunfalls, bei dem er sich den Fuß verletzte, konnte er diesen Plan allerdings nicht umsetzen und fragte daraufhin Moritz, ob er es nicht mal ausprobieren wolle. „So kam eins zum anderen“, erklärt Moritz Gädeke lachend. Die Begeisterung für das Spiel mit Schläger und Ball ist bis heute geblieben, momentan spielt der 30-Jährige mit einem Handicap von +2 beim Preußischen Polo & Country Club Berlin-Brandenburg. Hauptberuflich ist Moritz Gädeke erfolgreich in der Immobilienentwicklung tätig. Nach einem BWL-Studium an der International Business School in London lebt er heute in Berlin und arbeitet bei dem Familienunternehmen Gädeke & Sons, insbesondere in den Bereichen Hotel- und Gewerbeimmobilien. Was ihn bis heute an dem rasanten Sport fasziniert? „Das Zusammensein mit dem Pferd, man muss sich mit dem Pferd ausgiebig beschäftigen. Und die Kombination aus Pferdesportart, Ballsportart und Teamsportart, die ist für mich einzigartig!“

Im vergangenen Dezember wurde Moritz Gädeke bei der Vollversammlung des Weltpoloverbands (FIP) zum FIP Ambassador ernannt, ein echter Ritterschlag in der Welt des Polosports. Künftig vertritt er damit den Weltpoloverband in Deutschland. „Piero Dillier (Europa Beauftragter der FIP, Anm. d. Red.) hat mich vorgeschlagen. Als FIP Ambassador bin ich Ansprechpartner für alle, die Fragen an den Weltpoloverband haben,“ erläutert Moritz Gädeke. Die Entwicklung des Polosports in Deutschland in den letzten Jahren sieht er allerdings nicht nur positiv: „Der Sport, die Spieler und die Pferde werden immer besser. Aber bei Turnieren in Deutschland wird häufig nicht mehr der Sport in den Vordergrund gestellt, sondern eher die Veranstaltung an sich. Wir versuchen das anders machen. Bei uns soll weiter der Sport die Hauptrolle spielen, damit die Spieler etwas geboten bekommen und Polo
auch für Neueinsteiger attraktiv bleibt.“

Für 2016 steht bei Moritz Gädeke einiges auf dem Programm: Im Sommer ist er mit der Eventagentur sevendays poloevents GmbH und dem Preußische Polo & Country Club Berlin-Brandenburg e.V. Ausrichter der Polo Europameisterschaft. Die FIP hatte dem Club im Dezember 2014 hierfür den Zuspruch gegeben. Moritz Gädeke: »Wir hatten schon länger mit dem Gedanken gespielt. Das Maifeld ist ein passender Rahmen für Austragung einer Europameisterschaft und wird der Veranstaltung gerecht.“ Maximal zehn Teams werden bei der Polo EM an den Start gehen. Die Vorrundenspiele werden Ende August auf der Polo- und Reitanlage Phöben ausgetragen, die Finalspiele finden Anfang September auf dem Berliner Maifeld statt. Zeitgleich wird außerdem der Maifeld Cup mit vier Teams abgehalten.

Moritz Gädeke: „Es wird natürlich ein großer organisatorischer Aufwand, aber wir sehen dem Ganzen sehr positiv entgegen. Wir sind gut aufgestellt, da wir bereits im vergangenen Jahr viel Vorarbeit geleistet haben. Aber es ist auch noch einiges zu tun, beispielsweise müssen in Phöben die Spielfelder etwas verändert, das Sporthotel fertiggestellt und die gesamte Anlage mit dem benachbarten Golfclub zu einem großem Country-Club vereint werden. Zur Europameisterschaft 2016 werden wir uns neu und noch besser präsentieren.“

Weitere Informationen über die Polo Europameisterschaft 2016 in Berlin sind zu finden unter: www.maifeldpolocup.de