POLO+10: Wie sind Sie dazu gekommen, für den Santa María Polo Club zu arbeiten?
Juan Luis Gil: Ich habe vor vierzehn Jahren angefangen für den Club zu arbeiten. Zunächst als Helfer auf den Polofeldern während ich mein Wirtschaftsstudium in Business Administration abgeschlossen habe. Danach lernte ich die Gesellschaft kennen, denen der Club gehört. Wir haben für den Club eine spezielle Organisationsstruktur entwickelt. Der Verwaltungsbereich wird von mir geleitet und der Sportbereich von Santiago Torreguitar (Polo Manager) und Tomás Fernández Llorente. Dieses Schema optimiert den Gesamtablauf des Clubs. Im vergangenen Jahr haben wir bei der Zahl der teilnehmenden Teams einen neuen Rekord aufgestellt. Dieses Jahr erwarten wir dieselbe Anzahl an Teams oder sogar noch mehr. Ich versuche, bei der Organisation des Clubs einer bestimmten Logik zu folgen. Der Sportbereich unter der Leitung von Tomás Fernández Llorente (+5), der selbst über mehrere Jahre mit einem Handicap von +10 gespielt hat, Santiago Torreguitar (+3) und Benjamín Araya, der früher ebenfalls mit einem Handicap von +10 gespielt hat und heute die Schiedsrichter koordiniert, liefert ausgezeichnete Arbeit.

POLO+10: Uns ist aufgefallen, dass der Polosport im Santa María Polo Club mehr in die traditionelle Richtung geht als in Richtung des Patron Polos. Stimmt das?
Juan: Ja, das ist richtig. Es ist nicht leicht, aber wir versuchen immer, den Spielern Bedeutung einzuräumen – teilweise ebenso sehr wie den Patrons. Dieses Jahr verfolgen wir einen neuen Ansatz und möchten die Aufmerksamkeit vermehrt auch auf die Ponies lenken. Wir werden die Spieler und Pferde während der Spiele mit Namen vorstellen. Wir glauben, dass es äußerst wichtig ist, auf die Bedeutung jedes Teils des Teams hinzuweisen: die Spieler, die Pferde und die Patrons.

POLO+10: Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptfaktoren, die den Santa María Polo Club zum perfekten Ort machen, um Polo auch außerhalb der Hochsaison in Europa im Herbst und Winter zu spielen? Was unterscheidet den Santa María Polo Club von anderen Clubs?
Juan: In erster Linie haben wir uns durch harte Arbeit eine gute Position erarbeitet und bemühen uns stets, die besten Spieler herzuholen und das Handicap unserer Turniere zu erhöhen. Meiner Meinung nach ist außerdem das Wetter einer der wichtigsten Punkte, die für den Club sprechen. Auch unsere Polofelder positionieren uns als einen der besten Clubs, da diese das ganze Jahr hindurch mit den bestmöglichen Produkten und Technologien gepflegt werden, um ihren hohen Standard zu halten. Unser Mitarbeiterteam ist ebenfalls von großer Wichtigkeit für den Club, es setzt sich zusammen aus Personen mit weltweiter Reputation wie Tomás Fernández Llorente, Santiago Torreguitar und Benjamín Araya sowie unser Platzwart Javier Gómez-Barquero.

POLO+10: Welche Pläne hat der Club für die Zukunft?
Juan: Im wesentlichen wollen wir der Welt zeigen, dass auch die Herbst-Winter-Saison hier sehr lebhaft ist und man auch dann – ebenso wie in der Hochsaison – optimale Bedingungen vorfindet, um Polo zu spielen. Wir wollen alle einladen, dieses Wetter und die hervorragenden Poloplätze das ganze Jahr über zu genießen. Um den kulturellen und sportlichen Austausch mit englischen Schulen zu fördern, haben wir zusammen mit der International School in Sotogrande die Santa María Polo School initiiert und bemühen uns um konkurrenzfähige Preise. Wir planen Top-Angebote für erstklassiges Polotraining, die interessante Aktivitäten für die Familie sowie großartige Übernachtungsoptionen beinhalten. So können zum Beispiel Familien aus Deutschland in nur drei Stunden hierher fliegen, das wunderschöne Wetter genießen, Polo trainieren und die dazugehörigen Unterhaltungsmöglichkeiten wahrnehmen. Erstmals haben wir bei unseren Turnieren im Frühjahr eine weitere Spielklasse 0 bis +4 eingeführt. Damit möchten wir mehr Spielern die Möglichkeit geben, in unserem Club zu spielen.

POLO+10: Bei unseren Gesprächen mit Mitgliedern des Santa María Polo Clubs haben wir herausgefunden, dass es hier verschiedene Clubs gibt, die mit dem Santa María Polo Club während der Hochsaison zusammenarbeiten. Können Sie uns das näher erläutern?
Juan: Wir bauen hier etwas auf in der Art, wie in Pilar (Buenos Aires, Argentinien). Die Clubs in der Umgebung von Santa María unterstützen uns dabei in der Hochsaison alle Teams unterzubringen. Wenn ein Turnier stattfindet, arbeiten alle zusammen, um den Teilnehmern das Beste vom Besten zu bieten.

POLO+10: Wie bereiten Sie sich auf die Hochsaison vor?
Juan: Das ist eine schwierige Frage, auf die es viele Antworten gibt. Ich bin bereits darauf eingegangen, wie die Struktur des Clubs funktioniert und die einzelnen Aughaben verteilt sind. Um uns auf die Turniere während der Hochsaison vorzubereiten beschäftigen wir zusätzlich zu unserem üblichen Personal darüber hinaus weitere Kellner, Sicherheitskräfte, Schiedsrichter, Wartungspersonal für die Anlagen und viele mehr.

POLO+10: Organisieren Sie auch das Sponsoring? Die Sponsoren des Clubs sind bemerkenswert. Wie gehen Sie mit diesem Thema um?
Juan: Wir stehen in engem Austausch mit den Sponsoren und sprechen kontinuierlich über die Zuschauer, die Spieler und weitere Teilnehmer. Unsere Marketing-Abteilung „Premium Sports and Marketing“ kümmert sich um die Sponsoren und darum, unsere Turniere und den Club aus Austragungsort zu vermarkten. Das Sponsoring hat sich im Laufe der Jahre verändert, es ist heute schwieriger, langjährige Sponsoren zu finden. Wir versuchen immer die besten Sponsoren zu bekommen, die mit unseren Veranstaltungen absolut zufrieden sind. Land Rover ist mit den Ergebnissen der vergangenen Saison sehr glücklich und ist auch in diesem Jahr wieder bis zum Ende der Hochsaison dabei.

POLO+10: Können Sie uns ungefähr sagen, wie viele Zuschauer zu den Turnieren in der Hochsaison kommen?
Juan: 2013 sind im gesamten Jahr 72.000 Zuschauer zu den Turnieren gekommen. Wir sprechen hier von einer sehr hohen Anzahl an Zuschauern. Das verlangt eine perfekte Organisation, um Sicherheit aber auch die gute Unterhaltung des Publikums zu gewährleisten. Während der europäischen Hochsaison sind wir mittlerweile die wichtigste Poloadresse. Jeder kann hier Polo genießen, da alle unsere Turniere freien Eintritt haben. Nur bei den Finalspielen nehmen wir eine geringe Eintrittsgebühr, die der Santa María Hippotherapy Foundation zugute kommt.

POLO+10: Wie bewerten Sie die vergangene Saison?
Juan: Ich bin persönlich äußerst zufrieden mit den Ergebnissen der letzten Saison. Die Resultate waren hervorragend und ganze Saison war unglaublich. Das Publikum war sehr zufrieden mit dem hohen Sportlevel, das bei den Spielen geboten wurde. Die Besucher haben außerdem die ergänzenden Angebote wie die Restaurants der Umgebung, die Shops und weiteren Events genossen. Bei alldem muss man aber auch selbstkritisch bleiben. Deshalb arbeiten wir weiter hart, versuchen uns weiter zu verbessern und die Organisation zu optimieren. Wir haben ehrgeizige Ziele, aber wir sind uns sicher, dass wir sie auch erreichen können. Im Grunde genommen wollen wir, dass alle Spaß haben – sowohl die Teams, die Zuschauer als auch wir selbst und dass das Endergebnis hervorragend ist.