Letztes Wochenende fand der 12. Valartis Snow Polo World Cup in Kitzbühel statt. Das POLO+10 Team war vor Ort und nicht nur begeistert vom rasanten Snow Polo, sondern auch von der guten Laune der Organisatoren. Dass diese aufgrund der Wetterlage im Vorfeld des Turniers ganz schön beansprucht wurde, wurde deutlich als man die vielen grünen Flächen rund um den – weißen – Poloplatz sah. In Gesprächen mit Frank Bahrenburg, Geschäftsführer beim Veranstalter Lifestyle Events, sowie mit Günther Aigner von Kitzbühel Tourismus erfuhren wir, was für punktgenaue Vorbereitungen notwendig waren, um das Snow Polo Turnier Kitzbühel zu einem vollen Erfolg werden zu lassen.


Während der Anreise des POLO+10-Teams in Richtung Kitzbühel zum 12. Valartis Bank Snow Polo World Cup machten wir uns Gedanken: Dass „hier oben“ in Norddeutschland der Winter beziehungsweise der Schnee öfter mal auf sich warten lässt, ist bekannt, doch auch die Webcam live aus Kitzbühel zeigte in den vorherigen Tagen nicht gerade traumhaftes Winterwetter mit schneebedeckten weißen Bergen.

Donnerstagnachmittag – die Aufbauarbeiten sind noch im vollen Gange – der erste Blick auf das Polofeld. Während die Wiesen rund um das Gelände eher grün sind, ist der Poloplatz strahlend weiß. Erleichterung: Doch kein Snow Polo Turnier auf Sägespänen wie beim Turnier 2007. Dass unter diesen Gegebenheiten ein schneebedecktes, festes Polofeld seitens der Veranstalter möglich gemacht wurde, ist eine Leistung für sich. „Das ist wirklich die größte Leistung überhaupt hier in diesem Jahr“, so Conny Nieny von der Lifestyle Events GmbH Berlin, dem Veranstalter des Valartis Bank Snow Polo World Cups. „Wir haben es geschafft, bei beinahe unmöglichen Wetterverhältnissen ein Schneepoloturnier auf die Beine zu stellen.“ 70 Lkw-Ladungen mit Schnee wurden dazu aus dem benachbarten Osttirol angefahren, die eigenen Schneedepots hätten dafür nicht ausgereicht. Das klang nach schwierigen Platzbedingungen für Spieler und Pferde. Veranstalter und Player im Team Valartis Bank, Tito Gaudenzi, verneint: „Der Platz war sehr gut trotz der Wetterbedingungen, wir haben schon im Dezember intensiv mit der Präparierung begonnen. Wir konnten mit vollem Tempo spielen. Natürlich war der Platz in manchen Spielen härter als in anderen, aber das ist auf Gras je nach Wetterlage auch der Fall. Aber alle Spieler hier sind erfahren und wissen mit welchem Tempo sie spielen können.“

Donnerstagabend präsentierten sich die acht Teams vor dem Hotel „Zur Tenne“ in Kitzbühel. Veranstalter und Spieler im Team Valartis Bank, Tito Gaudenzi, stellte die Spieler, die in exklusiven Wagen des Sponsors Audi vorgefahren wurden, sowie die Sponsoren des Turniers vor. Danach fand die Welcome Party im Casino Kitzbühel statt. Am Buffett konnten sich die Spieler, Sponsoren, Offizielle und Journalisten mit Köstlichkeiten stärken, um danach ihr Glück beim Roulette herauszufordern.

Eleganz und Lässigkeit – das hört man schon im Vorfeld über das Kitzbüheler Snow Polo Turnier. „Kitzbühel ist generell eine Mischung aus Tradition und Lifestyle“, so Günther Aigner von Kitzbühel Tourismus. „Man muss hier nicht mit Anzug und Stecktuch kommen. Wir verbinden hier sportliche Lässigkeit mit Stil und Eleganz.“ Dass das gelungen ist, wurde am Freitag beim ersten Spieltag auch auf dem Poloplatz deutlich. Drinnen konnten sich die Gäste und Zuschauer in Wohlfühlatmosphäre aufhalten und sich leckere Mahlzeiten vom Berliner Catering „Optimahl“ frisch zubereiten lassen. Draußen lockten die rasanten Polospiele im schönsten Sonnenschein, angesichts dessen sich nicht wenige Zuschauer ihrer Winterjacken entledigten. Zwischen den Spielen spielte DJ Erok aus Miami Musik ein – steif sieht wirklich anders aus.

Wo Polo gespielt wird, dürfen auch die Parties nicht fehlen. Am Samstagabend fand die legendäre „Players Night“ direkt im Zelt neben dem Poloplatz statt. Nach dem Gala-Dinner und der Teampräsentation mussten die vorderen Tische der Tanzfläche weichen. Die Band spielte Klassiker wie zum Beispiel Barry White sowie moderne Popsongs. Ab 1 Uhr übernahm dann DJ Erok das Mischpult.

Das Finale am Sonntag lockte die meisten Zuschauer zur Münichauer Wiese. Auch prominente Gäste wie Hansi Hinterseer und seine Frau Ramona, Werner Baldessarini und der Schauspieler Manou Lubowski wollten sich das spannende Finale zwischen den Teams Luxury/Castelfalfi und Tom Tailor nicht entgehen lassen, welches schließlich Luxury/Castelfalfi mit 9,5:5 für sich entscheiden konnte. Auf Platz drei schaffte es das Team Bernd Gruber, das sich im Spiel gegen Team Audi mit 13:7 durchsetzen konnte.

Während den gesamten drei Spieltagen besuchten 12.000 Zuschauer das Top-Event. Veranstalter Frank Bahrenburg zeigt sich zufrieden: „Wir können ein sehr erfolgreiches Fazit für den 12. Valartis Bank Snow Polo World Cup ziehen. Wir haben eine Steigerung zu den Vorjahren erreicht, nicht nur, was den Spielbetrieb angeht sondern auch im Bezug auf die Logistik. Das größte Problem dieses Jahr war wirklich der fehlende Schnee, aber auch das haben wir super hinbekommen.“ Tito Gaudenzi schließt sich an: „Auch nächstes Jahr wird es wieder ein Top Snow Polo Event in Kitzbühel geben. Wir haben schon feste Zusagen von unseren Partnern und Sponsoren bekommen. Polo ist hier nicht mehr wegzudenken.“

Inzwischen ist Schnee gefallen in Kitzbühel – der wird angesichts des Hahnenkammrennens am kommenden Wochenende auch dringend benötigt. Das Hahnenkamm-Rennen geht schon in das 74. Jahr und ist international bekannt. Signe Reisch, Präsidentin von Kitzbühel Tourismus, ist zuversichtlich, was die Beständigkeit des Snow Polo Turniers in Kitzbühel angeht: „Das ist erst der Beginn einer langen Tradition. 74 Jahre Hahnenkamm-Rennen – ich bin sicher, dass wir das auch mal über den Snow Polo World Cup in Kitzbühel sagen werden.“


„Schneepolo funktioniert in Kitzbühel“
POLO+10 im Gespräch mit Günther Aigner von Kitzbühel Tourismus über die große Herausforderung, den Platz trotz des warmen Wetters Schneepolo-tauglich zu machen und warum das Snow Polo Event so gut nach Kitzbühel passt.

POLO+10: Herr Aigner, was sind Ihre Aufgaben bei Kitzbühel Tourismus?
Aigner: Ich bin im Sport- und Eventmarketing tätig und für das gesamte Veranstaltungsportfolio zuständig. Dieses soll ideal zur Marke Kitzbühel passen. Wir könnten noch viel mehr Veranstaltungen anbieten, aber wir wählen genau aus. Kitzbühel ist sicher eine jener Alpendestinationen, die überproportional viel in die Kraft von Veranstaltungen steckt.

POLO+10: Wann ist die Hauptsaison für Veranstaltungen und wieso findet das Poloturnier gerade im Januar statt?
Aigner: Wir versuchen ein Ganzjahrestourismusort zu sein. Die wenigsten Veranstaltungen sind bei uns in der Urlaubshauptsaison, zum Beispiel über Weihnachten oder Neujahr. Da ist ohnehin sehr gut gebucht. Das Poloturnier ist schon seit Jahren zeitlich fixiert, und zwar Mitte Januar, eine Woche vor dem Hahnenkamm-Rennen. Der Januar ist eine ferienfreie Zeit in ganz Europa und somit schwierig zu füllen. Wir nutzen das aktiv, indem wir das Poloturnier und das Hahnenkamm-Rennen im Januar veranstalten. Kitzbühel ist eine Destination, die sich für Schneepolo anbietet: Man braucht Schneesicherheit, eine gewisse Glaubwürdigkeit, das entsprechende Klientel und auch Sponsoren, die so ein Turnier tragen. Nur in einem Lifestyle-Wintersportort funktioniert Schnee-Polo.

POLO+10: Wie viele Zuschauer besuchen das diesjährige Poloturnier und woher kommen die Gäste hauptsächlich?
Aigner: Wir rechnen an den drei Tagen mit 10.000 bis 12.000 Zuschauern. Etwa ein Drittel davon ist im VIP-Zelt. Allein mit der „Polofamilie“, das heißt mit den Spielern, Betreuern, Sponsoren und dem Organisationsteam erreichen wir 4.000 Übernachtungen, hauptsächlich im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich. Das ist schon ordentlich. Die indirekten Übernachtungen durch Zuschauer sind natürlich noch höher. Das ist eine tolle Wertschöpfung für uns. Unsere größten Fans kommen aus München und Wien, der Schwerpunkt liegt also bei Österreich und Deutschland. Insgesamt haben wir derzeit Gäste aus 35 verschiedenen Nationen. Dafür sorgt zum Beispiel die Valartis Bank. Deren geladene Ehrengäste reisen aus allen Kontinenten der Erde an.

POLO+10: War das milde Wetter hinderlich oder förderlich für das Poloturnier und wie sah die Vorbereitung für den Platz aus?
Aigner: Für die Zuschauer war das milde Wetter angenehm. Aber für uns war die große Herausforderung dieses Jahr der Platz. In ganz Europa gibt es sehr wenig Schnee und es ist seit sechs Wochen zu warm. Derzeit sind ganz wenige Wiesen gefroren, das aber ist die Basis, um Schneepolo spielen zu können. Die Pferde brauchen einen harten Untergrund, damit sie nicht einsinken und sich verletzen. Wir beginnen mit den Vorbereitungen, sobald der erste Schnee fällt. Nach dem ersten Schneefall muss gewalzt werden, dann hat der Schnee keine Lufteinschlüsse mehr, die Schneeschicht wird dünner und der Bodenfrost zieht in die Wiese ein. Eine Schneedecke von acht Zentimetern ist für den Platz ideal. Dieses Jahr mussten wir 70 Lkw-Ladungen Schnee aus Osttirol anfahren. Nach den Spielen wird der Platz gesäubert und gewalzt, über Nacht kann er ruhen und auskühlen. Die Spieler und die Pferde müssen sich den Platzverhältnissen, die jede Stunde und jeden Tag anders sind, anpassen. Wir können nie die gleichen Verhältnisse bieten, das ist Outdoorsport.

POLO+10: Glauben Sie, dass es in Zukunft öfter zu solchen Wetterkapriolen oder Warmwetterperioden im Winter kommen wird?
Aigner: 2007 lag überhaupt kein Schnee, da wurde auf einer Mischung aus Hackschnitzeln und Sägespänen gespielt. Das wäre eine Alternative, wenn gar kein Schnee liegen sollte. Aber unsere Erfahrungen und Wetteraufzeichnungen sagen, dass das sehr selten ist. Zwar kann niemand vorhersagen, wie das Wetter wird, aber ich schätze, so etwas passiert einmal in 20 Jahren. Die Anzahl der Schneetage und die Summe der Schneehöhen hat sich in Kitzbühel in den letzten 20 Jahren überhaupt nicht verändert. Der mediale Ton ist zwar, dass den Wintern der Schnee ausgeht, aber unsere Statistik zeigt bis dato keine signifikanten Änderungen.


„Die einzige weiße Wiese in Tirol“
POLO+10 im Gespräch mit Frank Bahrenburg und Conny Nieny von Lifestyle Events, den Veranstaltern des Valartis Bank Snow Polo World Cup, über die Besonderheit des Snow Polo Events in Kitzbühel und ihre Pläne für ein Sommerturnier in Kitzbühel.

POLO+10: Wie sind Sie zum Snow Polo Turnier gekommen?
Bahrenburg: Durch meinen früheren Chef, Reto Gaudenzi, der frühere schweizer Nationalspieler und Gründer des Snow Polo Turniers. Er hat mich in das Poloeventbusiness eingeführt. Inzwischen sind sein Sohn, Tito Gaudenzi, und ich Gesellschaftspartner und organisieren das Turnier seit dem Jahr 2005 erfolgreich. Dieses Jahr haben wir die 12. Auflage, konnten das Turnier stetig ausbauen und die Verträge laufen weiter.

POLO+10: Wie ist ihr Fazit zum 12. Valartis Bank Snow Polo World Cup?
Bahrenburg: Wir haben hart gearbeitet und ein Top Ergebnis erzielen können. Die Spieler sind glücklich, das ist die Hauptsache. Unter Berücksichtung der warmen Wetterperiode konnten die Spiele problemlos vollzogen werden, das ist wirklich ein sensationelles Ergebnis. Ein besonderer Dank gilt auch dem Tourismusverband, der uns bei den intensiven Vorbereitungen unter anderem mit Maschinen, Schneeraupen und Personal unterstützt hat.

Nieny: Wir haben hier die einzige weiße Wiese in ganz Tirol, insofern haben wir ganze Arbeit geleistet, um bei beinahe unmöglichen Verhältnissen ein Schneepoloturnier auf die Beine zu stellen.

POLO+10: Gibt es ein Alleinstellungsmerkmal des Kitzbüheler Turniers im Vergleich zu anderen Snow Polo Turnieren?
Bahrenburg: Im Vergleich zu St. Moritz – der Mutter aller Snow Turniere – geht es hier etwas lockerer und entspannter zu, aber was die Qualität im Gesamtbild angeht, kann man die Turniere durchaus miteinander vergleichen. St. Moritz hat mit dem zugefrorenen See natürlich eine unglaubliche Location, aber wir haben uns schon sehr gut entwickelt und konnten uns neben St. Moritz sehr erfolgreich etablieren. Aber wir ergänzen uns auch gut und tauschen uns aus, da herrscht ein freundschaftlicher Umgang. In St. Moritz wird auf einem größeren Feld gespielt gespielt, während wir Arenapolo mit drei Playern spielen, da unsere Gegebenheiten – platztechnisch gesehen – sehr verschieden sind.

POLO+10: Wie ist die Entwicklung des Polosports in Kitzbühel?
Bahrenburg: Im ersten Jahr hatten wir beim Snow Polo vier Teams, dann sechs Teams. Seit vier oder fünf Jahren spielen wir nun mit acht Teams. Zeitweilig hatten wir uns überlegt, ob wir mit zehn Teams spielen. Die Nachfrage ist definitiv da, aber dann müsste man auf zwei Wochenenden ausweichen. Das müsste man dann mit den ganzen anderen Gegebenheiten abstimmen und das ergibt sich im Moment noch nicht.
Langfristig betrachtet möchten wir außerdem ein Sommerturnier in Kitzbühel etablieren, um zwei Poloevents im Jahr hier in Kitzbühel zu haben. Wir peilen den Sommer 2015 an, eventuell Ende September. Das muss natürlich mit den anderen Poloturnieren abgestimmt sein. Das wäre auch im Interesse des Tourismusverbands. Es gibt im Sommer Events wie den Triathlon oder die Alpenrallye, die auch sehr erfolgreich sind. Aber ich denke, ein schönes Poloevent passt da schon noch rein und würde sehr begrüßt werden, auch von den großen Sponsoren. Gerade Firmen wie Audi und die Valartis Bank unterstützen uns und geben uns grünes Licht, denn neben den Spielern und dem ganzen sportlichen Bereich ist der eigentliche Hauptfaktor die Finanzierung. Das geht nicht nur über die Eintrittstickets, sondern über die Sponsorenbeträge. Das Wichtige ist, den kommerziellen mit dem sportlichen Bereich zu verknüpfen.


Bildergalerien:
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Abschließend die schönsten Impressionen der Polo Players Night, die am Samstagabend im VIP-Zelt direkt neben dem Poloplatz stattfand.