Dr. Piero Dillier, Moritz Haesen und die beiden Argentinier Lucas Labat und Pedro Fernandez Llorente haben gestern die Deutsche High Goal Meisterschaft auf dem historischen Berliner Maifeld gewonnen. Für den Berliner Sponsor BSS schlugen sie im Finale das Team Engel & Völkers mit Martijn van Scherpenzeel, Sebastian Schneberger, Mickey Duggan und Martin Podesta mit 9:6,5. Nur mit einem hauchdünnen Vorsprung hatte E&V in einem atemberaubenden Halbfinale am Samstag den Einzug ins Finale gegen Jaeger-LeCoultre geschafft.

Starke Schauer und Regenfälle am Samstag und Sonntagvormittag hatten das Feld zwischenzeitlich bedenklich aufgeweicht. Schließlich konnten die finalen Chucker aber dennoch bei strahlendem Sonnenschein ausgetragen werden.

Im Spiel um den dritten Platz ließen die beiden Brüder Moritz und Felix Gädeke, deren Familie die Austragung des Turniers auf dem Berliner Maifeld erst durch jahrelangen Einsatz möglich gemacht hatte, zusammen mit Sven Schneider und Augustin Maiquez das Team Jaeger-LeCoultre auf dem vierten Rang hinter sich. Für den Luxusuhrenhersteller spielte nicht nur der beste Polospieler Deutschlands, Thomas Winter, sondern auch der Weltklasseplayer Juan Jose Brane aus Argentinien, mit +7 der Spieler mit dem höchsten Handicap des Turniers. Ebenfalls im Team Stephan Louis und Harald Link vom Thai Polo Club, der für die High Goal Meisterschaft auf dem legendären Maifeld extra aus Thailand in die deutsche Hauptstadt gekommen war.

Knapp, spannend und kämpferisch dann auch die Chucker um den 5. Platz zwischen den Teams des Berliner Autohauses Krauthahn und Tom Tailor mit dem jungen Nachwuchstalent Matt Perry aus England, der den Ball phasenweise offenbar gar nicht mehr vom Stick lassen wollte. In den Reihen von Krauthahn sorgte der 6-Goaler Marcos Riglos mit phantastischen Angriffen für Polo auf Weltklasseniveau. Mit einem knappen, aber verdienten 6:5 sicherte sich Team Krauthahn schließlich den 5. Platz.

Ein dagegen extrem eindeutiges 8:2,5 erspielten sich die Winter-Brüder Christopher „Niffy“ und Oliver „Nolly“ zusammen mit dem Berliner Mark Pantenburg und Marcello „Tuky“ Caivano gegen das Quartett von TechnoGym mit Mathieu van Delden, Tuky Ruiz Guinazu, dem Neuseeländer Robert Watson und dem +1-Goaler Thomas Gissler.

Trotz einiger Wettersorgen machte die erste Poloveranstaltung auf dem Maifeld nach zehn Jahren Pause vor allem eines deutlich: Die Begeisterung für das weltbekannte Pologreen, wo 1936 Polo als olympische Disziplin ausgetragen wurde und die meisten Zuschauer der gesamten Olympiade in seinen Bann zog und wo 1986 bereits die Polo Weltmeisterschaft vor 20.000 Zuschauern stattfand, ist ungebrochen. Mehr noch. Polo is back – und das soll auch die nächsten fünf Jahre so bleiben. Zu verdanken ist die Reaktivierung des historischen Platzes gleich hinter dem Berliner Olympiastadion vor allem der Berliner Polofamilie Gädeke, die den Sport nach langen Gesprächen und Genehmigungsverfahren mit dem Berliner Senat zurück auf das Maifeld holen konnte. Jetzt schon wird darüber diskutiert, ob auch die nächsten Deutschen High Goal Meisterschaften in der Hauptstadt ausgetragen werden sollen – gestern bereits sprachen sich etliche Poloinsider dafür aus, die endgültige Entscheidung wird Ende Oktober fallen.


Stimmen zur Deutschen Polo High Goal Meisterschaft auf dem Berliner Maifeld

Hans Albrecht von Maltzahn, Präsident Deutscher Polo Verband & Polospieler
„In den 60er Jahren habe ich hier auf dem Maifeld selbst an wahnsinnigen Turnieren teilgenommen. Es ist eine einzigartige Kulisse und eins der berühmtesten Polofelder der Welt. Ich bin dafür, die Deutsche High Goal Meisterschaft auch in Zukunft hier auszutragen. Das wichtigste Turnier des Jahres hier auf dem Berliner Maifeld zu etablieren, wäre ein Traum. Am letzten Samstag im Oktober fällt die Entscheidung über die Deutsche High Goal Meisterschaft 2011.“

Tito Gaudenzi
„Zusammen mit Palermo/Buenos Aires ist das Berliner Maifeld eines der traditionsreichsten Polo Spielfelder auf der ganzen Welt. Die besten Spieler der großen Polonationen wollen hier spielen und wir freuen uns nun, hier jetzt jedes Jahr ein High Goal Turnier zu veranstalten. Familie Gädeke hat hart gekämpft, um den Polosport an diesen traditionsreichen Ort zurückzubringen. Das Spielfeld besteht derzeit aus drei unterschiedlichen Rasenflächen. Ein Teil des Rasens ist das Pologreen, das die Engländer bis in die 70er Jahre hinein bespielt haben. Ein anderer Teil ist Anfang der 90er Jahre erstellt worden und ganz neuen Rasen haben wir an den Stellen, wo vormals Straßen auf dem Gelände angelegt worden waren. Die Stadt Berlin hat hier viel investiert, um das Maifeld wieder herzustellen.“

Steffi von Pock, Präsidium Deutscher Polo Verband & Polospielerin
„Polo auf dem Maifeld ist für viele Spieler und Polobegeisterte ein Stück Geschichte in der Gegenwart mit gleichzeitigem Fokus auf die Zukunft. Es sind viele Besucher hier, die früher selbst einmal auf dem Maifeld Polo gespielt oder gesehen haben. Von einigen waren die Großeltern 1936 bei der Olympiade dabei. Zum Beispiel Mickey Duggans Großvater war mit seinem argentinischen Team vor 74 Jahren einer der olympischen Finalisten. Die Deutsche High Goal Meisterschaft 2010 ist ein einzigartiges Turnier in einzigartiger Atmosphäre und es wäre für mich eine große Ehre und ich kriege Gänsehaut allein bei dem Gedanken daran, auch einmal an diesem geschichtsträchtigen Ort spielen zu dürfen! Ich wäre auch dafür, die Deutsche High Goal Meisterschaft immer hier zu spielen.“

Sebastian Schneberger, Veranstalter Polo Picknick Münster & Polospieler
„Die Polohistorie dieses Ortes ist natürlich eindrucksvoll. Hier war Polo zum letzten Mal olympische Disziplin. Vor zehn Jahren habe ich eins meiner ersten Poloturniere hier auf dem Maifeld gespielt. Als es plötzlich zu regnen begann, konnten wir uns mit den Pferden einfach in der Eingangshalle unterstellen. Das war damals noch möglich. Dort haben wir geraucht, etwas getrunken und den Regen abgewartet. Ich erinnere mich genau wie ich dachte: ‚Dieser Sport gefällt mir richtig gut.’ Daran hat sich bis heute ja auch nichts geändert.“

Dr. Piero Dillier, Europa-Delegierter der Federation of International Polo (FIP) & Polospieler
„Es freut mich sehr für den Deutschen Polo Verband wieder einen besonderen Aufhänger, einen ganz speziellen Ort, zu haben. Wahrscheinlich ist es vor allem psychologisch und nicht nur vom Spielfeld als solchen her wertvoll, hier wieder Polo zu spielen und es wäre sicherlich wünschenswert, die Deutsche Meisterschaft im High Goal Polo immer auf dem Maifeld auszutragen. Der Boden war nicht einfach zu spielen. Wahrscheinlich haben aber die schlechteren Spieler weitaus mehr von den Unregelmäßigkeiten profitiert als die guten.“

Dr. Diedrich Haesen, Polo Obmann Hamburger Polo Club & Polospieler
„Es ist großartig, dass das schönste Polofeld Deutschlands wieder aktiviert werden konnte. Es ist wirklich einer Meisterschaft würdig und die Platzverhältnisse sind auch ausreichend gut. Die Ausrichter haben ein tolles Arrangement geschaffen und die Organisation läuft hervorragend. Obwohl Hamburg eine große Tradition in der Austragung Deutscher Meisterschaften hat, finde ich diesen Ort absolut würdig, dass man hier in den kommenden Jahren die High Goal Meisterschaft etabliert. Wir Hamburger würden in diesem Fall nicht mit Berlin in Konkurrenz treten wollen.“


Die Ergebnisse:
Samstag, 28. August 2010

Krauthahn Berlin

:

L.I.P.

10

:

8,5
Tom Tailor

:

TechnoGym

11

:

5,5
BSS

:

art’otel

8

:

5
Engel&Völkers

:

Jaeger-LeCoultre

7,5

:

7



Sonntag, 29. August 2010

Spiel um Platz 3 des art’otel Cups
TechnoGym

:

L.I.P.

2,5

:

8
Spiel um Platz 1 des art’otel Cups
Tom Tailor

:

Krauthahn Berlin

5

:

6


Spiel um Platz 3 Deutsche Meisterschaft
art’otel

:

Jaeger-LeCoultre

5

:

2
Spiel um Platz 1 Deutsche Meisterschaft – Maifeld Cup
BSS

:

Engel&Völkers

9

:

6,5




Die Platzierungen:

Finale Deutsche Meisterschaft – Maifeld Cup
1. BSS (+12)
Dr. Piero Dillier (0, CH)
Lucas Labat (+6, ARG)
Moritz Haesen (+1, D)
Pedro Fernandez Llorente (+5, ARG)

2. Engel & Völkers (+10)
Martijn van Scherpenzeel (+1, NL)
Sebastian Schneberger (+1, D)
Micky Duggan (+4, ARG)
Martin Podesta (+4, D)

3. art’otel (+12)
Moritz Gädeke (+2, D)
Felix Gädeke (+2, D)
Sven Schneider (+3, D)
Augustin Maiquez (+5, ARG)

4. Jaeger-LeCoultre (+12)
Harald Link (0, D)
Thomas Winter (+5, D)
Juan Jose Brane (+7, ARG)
Stephan Louis (0)

art’otel Cup
1. Krauthahn Berlin (+12)
Max Bosch (+2, D)
Francisco Vizmara (+2, I)
Marcos Riglos (+6, ARG)
Gery de Cloedt (+2, BEL)

2. Tom Tailor (+12)
Eduardo Anca (6, ARG)
Juan Gonzales (+4, ARG)
N.N. (+2)
Uwe Schröder (0)

3. L.I.P. (+11)
Christopher „Niffy“ Winter (+3, D)
Oliver „Nolly“ Winter (+2, D)
Mark Pantenburg (+2, D)
Marcello „Tuky“ Caivano (+4, ARG)

4. Techno Gym (+10)
Mathieu von Delden (+1, D)
Tuky Ruiz Guinazu (+3, ARG)
Robert Watson (+5, NZL)
Thomas Gissler (+1, D)


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