Der zweite Teil der A Quechua Reihe beschreibt nach dem Einsteigerband „A Quechua – Simply Polo“ den ersten wichtigen Teil eines guten Polospiels – die intuitive Verbindung zwischen Pferd und Spieler. Das Buch ist auf die Gegebenheiten in Europa abgestimmt: Anders als in Argentinien wachsen hierzulande die wenigsten mit Pferden auf, wodurch ein anderer Umgang mit und eine andere Beziehung zu den Tieren entsteht. Erstmals zeigen die Autoren, wie man mit unbekannten, neuen Pferden richtig umgeht und wie man erlernt, Pferde zu lesen. Er zeigt auch, mit welchen einfachen Übungen auch Europäer sehr rasch „sattelfest“ werden können. Das zweite Kapitel inklusive einem Interview mit Ary Carlos Castilho, Mitautor und Polo Connection-Experte, als exklusiver Vorabdruck auf Polo+10.


Kapitel 2 aus dem Buch „Polo Connection“:
Erscheint bei USP Publisling, ab Frühjahr 2010 erhältlich, ISBN: 3-937461-45-0, Preis: 29,90 Euro, vorbestellbar, ww.usp-publishing.cc

Polo-Connection-A-Quechua


Wenn man über das Thema der „Polo Connection“ ein Buch schreibt, dann gibt es einige Menschen, die immer wieder mit diesem Thema in Bezug gebracht werden. Man spricht mit den verschiedensten Menschen und stößt immer wieder auf die gleichen Namen. Einer von diesen Namen, wenn es sich um die Verbindung bzw. Abstimmung mit Tier und Mensch dreht, ist Senior Castilho, mit vollem Namen Ary Carlos Castilho.

Von allen Freunden als „Senior Castilho“ bezeichnet, lebt der ehemalige Militär-Offizier heute in Uruguayana, einer kleinen brasilianischen Stadt mit rund 150.000 Einwohnern direkt an der Grenze zu Argentinien. Von dort aus gehen seine top-trainierten Polo Ponys in alle Welt und seit Jahren werden es jährlich mehr Pferde, die die heiligen Hallen „Boa Vista“ von Senior Castilho verlassen, um auf den Poloplätzen weltweit zu brillieren.

Mit einer Mannschaft von rund zehn Peticeros (Anm. d. Red.: span. Bezeichnung für Grooms) arbeitet er im Durchschnitt rund sechs Monate mit den Pferden, ehe diese wieder verschifft werden. Selbst hat Senior Castilho sein Wissen an der Militärakademie für Reitsport – im spanischen „Escuela de Equitacion“ genannt – erworben. Mit 17 Jahren kam er zum Militär und wurde im Springreiten und im Polospiel aber auch den verschiedenen Trainingstechniken im Bereich des Pferdesports ausgebildet. Im Alter von 47 Jahren verließ er im Jahr 1987 das brasilianische Militär, um sich mehr der Arbeit mit seinen geliebten Pferden widmen zu können. Im Rahmen seiner Offizierskarriere war er unter anderem auch in Asuncion in Paraguay stationiert – eine Erfahrung, die ihn, wie er selbst sagte, sehr prägte.

Eine seiner wichtigsten und interessantesten Stationen war seine Tätigkeit als Coach der brasilianischen Polo-Nationalmannschaft. Unter seiner Führung in den Jahren 1995 bis 1998 war das brasilianische Polo-Team national und international sehr erfolgreich.

Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen und seiner Expertise führten wir mit Senior Castilho auf seiner Chacra (Anm. d. Red.: = Hazienda) bei Uruguayana ein Gespräch, um ein wenig hinter die Kulissen dieses Grand Seniors des Polosports zu blicken. Es war unser Ziel, in die Geheimnisse einer erfolgreichen „Polo Connection“ eingeweiht zu werden, um dann darauf aufbauend die wichtigen Aspekte theoretisch und praktisch in den verschiedenen Kapiteln aufarbeiten zu können.


A Quechua: Wann begann Ihr Leben mit den Pferden?
Castilho: Im Alter von fünf oder sechs Jahren begann ich mit dem Reiten. Meine Familie hatte schon seit jeher Pferde. Aber es war damals für mich kein Sport, sondern für uns gehörte dies zur Arbeit auf dem Feld. Das Pferd war vorwiegend ein Arbeitstier. Erst viel später entdeckte ich meine Leidenschaft für den Pferdesport.

Aber durch diesen sehr frühen Zugang zu Pferden konnte ich natürlich auch eine ganz andere, sehr intensive Beziehung zu den Pferden aufbauen. Viele Menschen und vor allem die besten Polospieler der Welt sind von Kindesbeinen an mit den Polopferden in Kontakt gewesen. Das ist auch ein wesentlicher Aspekt, warum wir dieses Buch konzipiert haben. In Europa ist es einfach anders, da das Leben ein anderes ist. Nicht nur in Europa, sondern fast in allen Teilen der Welt, ist es so, dass andere Sportarten ausgeübt oder auch „Haustiere“ gängig sind. Das hat viel mit Kultur, aber natürlich auch mit Kosten in Infrastruktur zu tun.

Entscheidend ist, dass ich im Umgang mit den Pferden vor allem Bescheidenheit gelernt habe. Vielleicht war es auch die Erziehung meiner Eltern, das mag sein. Für mich bedeutet eine „Polo Connection“ vor allem, dass der Mensch selbst diese Beziehung imstande ist zuzulassen. Und dazu gehören Neugierde und Bescheidenheit im Sinne von Respekt gegenüber den wunderbaren Pferden.


A Quechua: Hat die Arbeit mit den Pferden Ihr Leben verändert bzw. geprägt?
Castilho: Ja auf jeden Fall. Gerade als junger Mensch musste ich lernen, geduldig zu sein. Und vor allem war auch für mich sehr wichtig, dass ich auch oft verlieren musste. Denn ich war ja auch Springreiter und da treten nicht selten 70 oder mehr Sportler gegeneinander an. Das ist etwas anders als im Polo. Und es bedarf keiner ausschweifenden Erklärungen, dass man bei so vielen Mitstreitern öfter verliert als auf dem Siegerpodest steht. Also musste ich neben der Geduld auch Demut und Bescheidenheit lernen – und vor allem, dass zum Gewinnen auch das Verlieren gehört.

Durch diese vielen Wettbewerbe habe ich eben auch erfahren, was es heißt, dass das Pferd die Persönlichkeit des Reiters reflektiert. Wenn ich ungeduldig und nervös in den Wettkampf ging, konnte ich einfach nicht gewinnen. Das ist es auch, wie ich meine, was vielen Polospielern einfach nicht bewusst ist und was aber die Basis für eine erfolgreiche Polo Connection ausmacht.

Im Polosport wie in keiner anderen Sportart, würde ich fast sagen, ist es entscheidend, dass man mit sich selbst im Klaren und Reinen ist. Polo muss Spaß machen. Das bedeutet aber auch, dass man mit dem Polopony Spaß hat. Wenn aber die Polo Connection nicht stimmt, wird alles mehr oder weniger zu einem „Kampf“ gegen das Pferd. Das sind dann jene Spieler, die sehr häufig von der Gerte Gebrauch machen.

Diese Spieler übertragen dann eigene Unzufriedenheit oder Unausgeglichenheit auf die Polopferde. Sie erwarten aber dennoch, dass die Tiere „funktionieren“ – das kann nicht gut gehen. Es ist entscheidend, sich selbst zu fragen, warum die Abstimmung mit dem Polo Pony nicht ideal ist. Auf Basis meiner Erfahrung liegt es in den meisten Fall am Reiter und nicht am Pferd. Es fehlt aber auch in vielen Fällen an der notwendigen Selbstkritik. Es ist für mich jene Eigenschaft, die eine wichtige Basis für eine perfekte Polo Connection ist, da durch das Hinterfragen der eigene Fähigkeit und Eigenschaften, eine Sensitivität entsteht, die es ermöglicht, sich weiter zu entwickeln.

Mein Leben und meine Arbeit mit den Pferden waren und sind davon geprägt, jeden Tag dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln. Lernen ist wie Schwimmen gegen den Strom, besagt ein bekanntes Sprichwort. Jeder Tag bietet Gelegenheiten zu lernen. Und wenn man es zulässt, kann man von unseren Polopferden sehr viel für das eigene Leben lernen.

Und um zu Lernen, muss ich mich selbst immer hinterfragen. Wie kann ich besser werden? Wo liegen meine Schwächen? Warum macht mein Polo Pony nicht das, was ich von ihm möchte? Liegt es wirklich an meinen Sportpartner oder liegt es nicht doch an mir? Es ist das Bewusstsein um die eigene mentale Stärke und Kondition. Kein Tier spiegelt so stark und direkt wie das Pferd. Vor allem „oberflächliche“ Menschen, die auf das Pferd steigen und es als Maschine, die zu funktionieren hat, erachten, scheitern oder verzweifeln sehr oft daran. Sie geben das nicht zu, aber sind frustriert. Ich erlebe das häufig, wenn Freunde zu mir kommen und mir von einem „schlechten“ Pferd erzählen. Ich versuche dann in einem Gespräch meinen Freunden zu verstehen, worin das Problem besteht.


A Quechua: Wie kann man eine ideale Polo Connection aufbauen?
Castilho: Nun, wir haben in diesem Buch alle wichtigen Aspekte und Themen zusammengefasst und in Form von entsprechenden Methoden und Trainingstechniken aber auch neuen Modellen und Denkansätzen strukturiert. Wenn man Schritt für Schritt die einzelnen Kapitel liest, erarbeitet und dann umsetzt, kann man das eigene Polospiel über eine optimale Polo Connection nachhaltig verbessern.

Neben dieser sehr technokratischen und didaktischen Aufbereitung des Themas ist es mir aber ein Anliegen, ganz klar auch die emotionale Komponente einer guten Polo Connection anzusprechen. Auch wenn ich noch so intensiv trainiere, werde ich nur erfolgreich sein, wenn ich es selbst zulasse. Das klingt sehr einfach, birgt aber enorme Komplexität in sich. Denn gerade in der heutigen Zeit haben mehr und mehr Menschen enormen Druck – beruflich und privat. Man baut dann Schutzmechanismen auf und negiert und verdrängt die eigenen Probleme. Das geht eine gewisse Zeit lang sehr gut. Aber alles, was man verdrängt, drängt irgendwann immer mehr zurück in das Bewusstsein – und dann kann man es nicht mehr verdrängen.

Was ich damit sagen möchte ist, dass eine perfekte Polo Connection, wie wir diese in diesem Buch analysieren und in Form von praktischen Informationen, Tipps und Übungen aufbereiten, nur dann nachhaltig entstehen und bestehen kann, wenn man sich selbst auf das Pony einlässt. Sehr oft sehe ich sehr verbissene Spieler mit enormem Ehrgeiz – gerade auch in Europa. Dieser selbst auferlegte Druck oder Ehrgeiz ist genau das Falsche, denn das Gewinnen rückt in den Vordergrund. Um aber eine Polo Connection aufbauen zu können, ist es erforderlich, mit den Menschen zu sprechen, sich auszutauschen und von und mit diesen zu lernen.

In Südamerika spielen wir meistens sechs Chukker – in Europa werden ja sehr oft auch nur vier Chukker gespielt. Bei uns geht aber ein Spiel eigentlich über sieben Chukker, da wir die sogenannte „Septimo Tiempo“ haben. Das ist jener Spielabschnitt, in dem wir das Asado machen und uns zusammensetzen und den Abend genießen. Es ist jene Zeit, in der wir mit Familien und Freunden zusammensitzen und miteinander plaudern. Es ist jene wertvolle Zeit, in der man über sich selbst und das eigene Spiel viel erfahren kann – wenn man es zulässt.

Dieses Family und Friends Polo ist meines Erachtens ein wichtiger Aspekt für eine gute Polo Connection. Es sind die gemütlichen und langsamen Chukker, die einem Zeit geben, um mit dem Pferd zu spielen und nicht gegen das Pferd. Das klingt verrückt, aber glauben Sie mir, sehr oft sehe ich Spieler, die gegen das eigene Polo Pony spielen.

Ein guter Polospieler ist ein „jogador complejo“ – ein kompletter Spieler, mit mehr und mehr Fähigkeiten. Es ist ein Spieler, der genau weiß, welcher Typ Pferd zu ihm oder ihr passt, weil auch die Übereinstimmung zwischen dem eigenen Temperament und dem des Ponys nicht zu unterschätzen ist. Beginner brauchen generell ruhige Ponys, aber wenn einmal eine gewisse Könnensstufe erreicht ist, macht es sehr wohl Sinn, sehr genau den Typus Spieler zu analysieren um darauf abgestimmt das perfekte Polo Pony auswählen zu können.

Die meisten Einsteiger machen den Fehler, sich zu sehr auf das eigene Pferd einzustellen. Das bedeutet, dass sie nur auf dem eigenen Pony reiten bzw. trainieren oder spielen anstatt mit möglichst vielen verschiedenen Pferden Erfahrungen zu sammeln. Reiten ist das Um und Auf im Polosport. Man kann das nicht oft genug sagen. Und je früher Einsteiger und Aufsteiger damit beginnen, die eigene Reittechnik durch das Spielen vieler verschiedener Pferde zu fördern, umso rascher und effektiver werden sie richtig gute Polospieler.


A Quechua: Raphael de Oliveira praktiziert diese Methode auch – nicht nur bei Anfängern.
Castilho: Ja, das kann sein. Ich habe das schon immer gefördert und damals unter anderem auch bei Raphael angewandt, um ihn eben zu einem „kompletten Spieler“ entwickeln zu können. Ich weiß nicht, wie das in Europa ist, aber in meiner Jugend noch als Springreiter, war es bei den Turnieren folgendermaßen: Die letzten vier besten des Turnieres mussten im Finale gegeneinander antreten. Die Herausforderung bestand allerdings darin, dass alle vier Reiter mit allen vier Pferden reiten mussten. Die Jury konnte dadurch erkennen und bewerten, wer von den vier Finalisten der „kompletteste“ Reiter sein würde.

Es kam darauf an, möglichst rasch diese Verbindung mit dem Pferd aufzubauen, auch wenn man es nicht kannte. Derjenige, der das am besten beherrschte, ging als Sieger aus dem Finale hervor. Das wäre vergleichbar, wenn heute die Teams gegenseitig mit den anderen Pferden spielen müssten, wenn Sie verstehen, was ich meine. Viele der Polospieler wären verzweifelt – nämlich jene, die gewohnt sind, nur mit dem eigenen Pferd oder den eigenen Pferden zu spielen.

Ein guter Spieler ist für mich jener Spieler, den ich auf fast alle Pferde setzen kann und der mit diesen Pferden auch auf Anhieb umgehen kann. Aufgrund seiner Fähigkeit kann er in Kürze erkennen, wie er mit dem Pony am optimalsten umgehen und spielen muss. Anhand des Quick Checks, den wir ja auch in diesem Buch beschreiben, kann ein solcher Spieler in wenigen Minuten diese Polo Connection aufbauen und somit effektiv für das eigene Team das Spiel oder Turnier bestreiten.

Man denke nur an die Wettkämpfe bzw. Turniere der FIP, des Weltpoloverbandes. Teilweise werden den Teams bei diesen Veranstaltungen lokal vor Ort die Pferde zur Verfügung gestellt, weil dies ansonsten ein fast nicht bewältigbarer logistischer Aufwand sein würde. Wenn diese Spieler sich nicht sehr rasch auf die Polo Ponys einstellen könnten, hätten sie wohl schlechte Karten im Wettkampf. Es kommt eben auf die Fähigkeit des Spielers an, diese Polo Connection möglichst rasch aufbauen zu können.


A Quechua: Wie kann man die Polo Connection institutionalisieren, also verständlich und greifbar machen?
Castilho: Das ist eine sehr gute Frage, aber auch keine einfache. Denn diese Verbindung zwischen Mensch und Tier basiert eben darauf bzw. kann optimiert werden, wenn Mensch und Tier auch zusammen passen. Das bedeutet für mich, dass ich es als meine Aufgabe erachte, für meine Kunden auch von vorn herein die optimalen Pferde in Bezug auf die so wichtige Polo Connection vorauszuwählen.


A Quechua: Wie machen Sie das?
Castilho: Wenn ich einen Kunden kenne, und die meisten kommen ja schon seit Jahren zu mir, dann weiß ich bereits, welcher Typ Pferd gefragt ist. Wenn mich ein neuer Kunde kontaktiert, dann versuche ich durch Personen die mein Kunde und ich kennen, mehr über diesen neuen Kunden – im Sinne als Polospieler – herauszufinden. Es geht hier um physische Aspekte wie zum Beispiel Größe und Statur, aber auch körperlicher Zustand, ob er gut trainiert und sportlich ist oder nicht. Darüber hinaus interessiert mich natürlich auch die Spielstärke des Spielers. Ist er oder sie ein Beginner oder bereist ein erfahrener Polista. All diese Faktoren sind für mich entscheidend, um eine Vorauswahl treffen zu können.

Wenn der Kunde ein Pferd erwerben möchte, dann wähle ich rund acht Pferde aus, die er oder sie dann ausgiebig reiten und ausprobieren kann. Nach rund einer Woche ist dann meistens der Groschen gefallen. Wenn der Kunde zwei Pferde benötigt, so werden ihm oder ihr 16 Pferde bereitgestellt. Es ist mir wichtig, dass ich ein Ambiente bieten kann, dass es den Kunden ermöglicht, in Ruhe und entspannt mit den Tieren arbeiten und spielen zu können. Ich nehme mir aber auch das Privileg heraus, meine jahrelange Kompetenz einzubringen und meine Kunden zu beraten. Wenn wir in diesem Prozess einen Fehler machen und nicht das ideale Pony auswählen, dann fehlt ein entscheidender Baustein für eine perfekte Polo Connection.


A Quechua: …und wenn dann doch einmal nicht das ideale Pony ausgewählt wurde?
Castilho: Dann wissen meine Kunden, dass sie das Pony innerhalb einer gewissen Zeit umtauschen können. Das ist mir auch ein Anliegen, denn nur wenn der Kunde ein für ihn oder sie perfektes Pony hat, hat er oder sie Freude am Spiel.

Man muss aber auch erwähnen, dass oftmals Kunden nach einem oder zwei Jahren kommen und mich fragen, ob sie das Pferd tauschen können, weil es nicht mehr gut ist bzw. weil sie nicht mehr mit dem Pony zurechtkommen. Hier sage ich ganz klar, dass durch das fehlende Wissen und die fehlende Expertise bei den Polospielern im Umgang mit den Pferden viel kaputt gemacht wird.

Ein Pony, dass meine Farm verlässt, ist perfekt auf das Spiel vorbereitet. Es reagiert optimal und lässt sich wunderbar spielen. Wenn nun ein Spieler mit Kraft und Gewalt an den Zügeln zerrt und die Gerte überbeansprucht bzw. durch einen wie auch immer gearteten falschen Umgang mit dem Pony die Qualität und „Spielbarkeit“ des Pferdes beeinträchtigt, dann nur weil eben er oder sie nicht imstande ist, die Polo Connection aufzubauen. Es fehlt die Kompetenz und das Wissen und da kann ich nur immer wieder betonen, wie wichtig es ist, sich Tag für Tag zu fragen, verbessere ich mein Spiel und mich? Wird mein Pony von Tag zu Tag besser oder merke ich, dass ich immer mehr mit dem Pferd kämpfe?

Das Pferd reflektiert das Verhalten des Menschen und wenn es immer schwieriger wird zu spielen, dann liegt es in 90 % der Fälle daran, dass der Spieler mit dem Pony falsch umgeht. Unsere Ponys werden speziell ausgewählt und trainiert, um mit den perfekten Voraussetzungen und dem professionellen Training einfach ideale Eigenschaften und Fertigkeiten für den Polosport zu entwickeln.


A Quechua: Wonach erfolgt die Auswahl der Pferde, um zu garantieren, dass nur die besten Ponys durch die Hände von Ihnen gehen?
Castilho: Das ist ganz einfach. Es sind drei Faktoren, auf die es mir ankommt: Funktion, Körperbau und Qualität. Funktion bezieht sich auf die richtige Bewegung. Reagiert das Pony direkt? Setzt es meine Kommandos gut um oder versteht es meine Befehle nicht. Der zweite Bereich ist die Statur des Pferdes. Stimmen die Proportionen? Ich sehe mir an, ob das Pferd gut gebaut ist. Es geht auch um die Präsenz, denn niemand möchte ein „hässliches“ Pferd kaufen. Ist das Pferd wachsam und aufgeschlossen oder ist es nicht präsent und passiv. Und im Bereich der Qualität sehe ich mir die Rasse und die Herkunft, um das Potential des Tieres zu erkennen. Anhand dieser drei Faktoren kann man mit Erfahrung sehr rasch auf das Potential eines Tieres schließen.

Solche Tiere sind im Durchschnitt rund sechs Monate bei uns. Danach werden Sie schon wieder verschifft. Wir arbeiten täglich mit den Pferden und daher sind die Pferde aufgrund des intensiven Trainings, aber auch deren hervorragenden Eigenschaften bereits nach kurzer Zeit in Top-Zustand. Wir selbst nutzen die Polo Connection, um mit den Pferden in kurzer Zeit intensiv arbeiten zu können. Wir können Top-Pferde ohne eine solche „connexion“ gar nicht aufbauen und entwickeln.

Man muss kein Pferdeflüsterer sein oder werden. Es geht einfach um einen bewussten Umgang mit den Ponys. Das ist der Schlüssel für einen nachhaltigen Erfolg und Spaß am Spiel. Und eines muss man sich auch immer bewusst sein, dass Pferde zwar nicht intelligent sind, aber ein enormes Gedächtnis haben. Daher kommt es auch vor, dass sich Pferde einfach weigern, gewisse Spieler aufsteigen zu lassen. Sie haben eine oder mehrere schlechte Erfahrungen mit diesem Spieler oder einer Spielerin gemacht und reagieren deshalb mit Abwehr.


A Quechua: Was passiert also, wenn ein Spieler mit Gewalt versucht, das Pferd gefügig zu machen?
Castilho: Das ist ein interessanter Aspekt. Man kann in diesem Punkt Anleihen im Bereich der Organisationsentwicklung bzw. dem modernen Personalmanagement nehmen. Es gibt verschiedene Führungsmodelle, wie man mit Mitarbeitern und Teammitgliedern umgehen kann, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Interessant in diesem Zusammenhang sind zwei sehr gegensätzliche Modelle: das kooperative und das autoritäre Führungsmodell.

Das kooperative Modell ist jenes Modell, bei dem der Verantwortliche und die Teammitglieder auf einer Ebene agieren und gemeinschaftlich Entscheidungen treffen und handeln. Dieses Modell ist langfristig das erfolgreichere, erfordert aber auch von der Führungskraft eine enorme Erfahrung, die Fähigkeit sich einzuordnen, Disziplin und vor allem Kritikfähigkeit. Dieses Führungsmodell ist vergleichbar mit der Polo Connection, da Reiter und Pferd kollaborativ agieren. Das Team agiert auf Basis von Respekt und Vertrauen.

Das andere Führungsmodell ist das autoritäre. Autorität und Macht entsteht in diesem Modell nicht durch Kompetenz und Diskussion, sondern durch Angst und Zwang. Mitarbeiter werden unter Druck gesetzt und gezwungen zu funktionieren. Dieses Modell funktioniert so lange, bis sich das Team formiert und gegen diese eigentlich unproduktive Teamarbeit zur Wehr setzt. Es geht nämlich in diesem Modell sehr viel Energie verloren, die für Machtspiele, Angst und Gewalt eingesetzt wird. Wenn ein Polospieler sein Pferd also versucht, mit der Peitsche zu zähmen, dann ist das vergleichbar mit Führung durch Angst. Das Pferd wird mittels Gewaltanwendung versucht, gefügig zu machen. Ein ruhiges, stoisches Pferd wird dies über sich ergehen lassen und das akzeptieren. Die meisten Pferde werden sich allerdings diesem Führungsmodell zur Wehr setzen. Dies äußert sich in Form von „Rodeo“ – also das Pferd beginnt zu springen oder anderen Trotzreaktionen. Für den Spieler entsteht dann der Eindruck, dass das Pony Schwierigkeiten macht und „ausgetauscht“ werden muss.

Einem solchen Polista wird immer wieder passieren, dass ein anfangs gutes Pony an Qualität verliert, aber nur weil er oder sie selbst Schuld daran hat. Das wird sich erst ändern, wenn sich der Spieler oder die Spielerin ändert. Es geht eben dann um die Polo Connection, die geschaffen werden muss. Und diese Connection kann erst entstehen, wenn sich der Mensch selbst ändert.


A Quechua: Hin und wieder kann es aber auch sein, dass einfach das Pony nicht zum Spieler passt. Was empfehlen Sie den Polistas um zu erkennen, ob es wirklich an ihnen selbst liegt oder vielleicht doch am Pony?
Castilho: Wie bereits auch zuvor schon gesagt, ist es immer wichtig, sich mit anderen Spielern zu unterhalten. Wenn man gemeinsam trainiert und spielt, dann sieht man ja auch, wie es den Mitspielern geht. Einfach mit den Leuten reden und plaudern. Oder aber auch einfach mal das Pferd tauschen. Eventuell einen besseren Spielern fragen, ob er denn bereits sei, das Pony einmal auszuprobieren. Gerade, wenn jemand ein guter Reiter ist, kann er oder sie sehr rasch erkennen, ob das Pony „funktioniert“ oder nicht.

Auf die Leute zu gehen und fragen, ob sie das Pony beobachten können. In diesem Zusammenhang kann auch die eigene Technik, die Handhaltung, die Sitzposition, etc. unter die Lupe genommen werden. Es spielen verschiedene Faktoren eine Rolle und man selbst hat da vom Sattel aus nicht immer den besten Blick auf die Dinge. Darum arbeitet ja Raphael auch in der Academy mit Videoaufzeichnungen, um eben den Spielern einen etwas anderen Blick zu vermitteln. Nur was ich sehe und verstehe, kann ich auch ändern und besser machen.

Es kann auch sein, dass das Pony einfach nicht gut und ausreichend trainiert ist. Das wirkt sich auch negativ auf die Spielbarkeit aus. Hier helfen wiederum die Übungen, die wir auch für dieses Buch ausgearbeitet bzw. aufbereitet haben. Mit dem Fitnessprogramm für Polo Ponys kann sehr effektiv die Kondition des Pferdes optimiert werden.

Aus diesem Feedback und einer Selbstanalyse kann dann darauf geschlossen werden, ob es an einem selbst oder an dem Pony liegt. Wenn dann das Pony bzw. sich dessen Spielbarkeit verschlechtert hat, dann sind zwei Dinge erforderlich: Erstens, dass man richtig reiten lernt. Das richtige Handling ist entscheidend. Und das zweite ist, dass man eventuell einen erfahrenen Pro oder Spieler bittet, mit dem Pony zu arbeiten, um die Funktionalität des Ponys wieder zu verbessern und zu verfeinern. Wenn das Pony dann wieder perfekt „eingestellt“ ist, dann kommt es darauf an, unter einem geschulten Auge, an sich selbst und mit dem Pony an der Polo Connection zu arbeiten.

Wenn sich dann zeigt, dass das Pony sich nicht verschlechtert oder sogar einfach noch besser zu handhaben ist, dann weil der Spieler selbst dies ermöglicht. Und das geht nur, wenn man die Basics beherrscht – nämlich das richtige Reiten und den korrekten Umgang mit dem Pony.

Was ich auch immer wieder sehe ist, dass beim Training das Handling des Ponys perfekt klappt. Allerdings im Spiel wird dann am Pony bzw. an den Zügeln herumgerissen, weil einfach die Konzentration auf das Spiel gerichtet ist. In diesem Zusammenhang ist es entscheidend, dass man auch bewusst die Spielsituation trainiert bzw. das richtige Handling. Mentaltraining kann diesbzgl. sehr hilfreich sein, wenn man sich verschiedene Spielsituation visualisiert und dabei immer wieder das innere Auge auf die Zügelhand fokussiert, wie diese das Pony ruhig und sanft steuert.


A Quechua: Wenn mehr und mehr Menschen mit diesen Tips die so wichtige Polo Connection lernen zu verstehen und zu entwickeln, wo wird sich dann der Polosport hin entwickeln können?
Castilho: Polo ist wie eine Droge, eine Faszination, eine Leidenschaft. Polo lebt von der Faszination eines Teamsports mit einem Ball, der mit Taktik und Technik zwischen die gegnerischen Pilonen befördert werden muss. Polo lebt auch von der Kraft und der Geschwindigkeit unserer Polo Ponys. Diese wunderbaren Tiere machen diesen Sport einfach attraktiv. Viele Menschen spielen Polo, aber nur wenige verstehen wirklich das Spiel.

Damit sich der Sport entwickeln kann, muss sich der Sport zum Markt und zum Menschen hin entwickeln. Das bedeutet, dass es adaptierte Spielformen geben muss, wie zum Beispiel Arena-Polo, das ganzjährig gespielt werden kann. Wenn in Hallen auf kleineren Feldern gespielt wird, dann sind auch weniger Pferde erforderlich. Dies reduziert die Kosten und öffnet somit für noch mehr Menschen diesen Sport. Und Kosten sind im Zusammenhang mit diesem Sport einfach ein Thema.

Der Poloboom ist nicht mehr aufzuhalten. Es ist nur mehr eine Frage der Zeit – die Tatsache, dass immer mehr Menschen Polokleidung tragen, unterstreicht diese Entwicklungen. Man muss den Sport zu den Menschen in die Städte bringen. Und man muss es den Menschen einfach machen, Polo ausprobieren zu können. Die Hemmschwellen sind enorm, das sehe ich immer wieder bei Turnieren. Viele Menschen wissen nicht einmal, dass man meistens kostenlos zusehen kann. Hier ist viel Entwicklungsarbeit zu leisten, um das „closed shop“ Denken ablösen zu können. Aber wir sind auf dem richtigen Weg und ich bin sehr zuversichtlich, dass noch viele Menschen weltweit ihr Leben positiver gestalten werden, weil sie durch den Polosport mit den Polo Ponys einfach tolle und unvergessliche Erfahrungen machen werden. Wenn ich dabei helfen kann, so freue ich mich jederzeit auf Anfragen über meine eMail-Adresse castilhopolo@hotmail.com


A Quechua: Vielen Dank für das Gespräch!


The Polo Connection
The second volume of the A Quechua Series is about “Man and The Horse” and will be available from spring 2010.

The second part of the A Quechua series describes the most important aspect of a good polo game which according to the beginners’ series “A Quechua – Simply Polo“, is the intuitive connection between the horse and the player. The book is adapted for circumstances in Europe. Unlike in Argentina, very few people in Germany grow up around horses and as such, they interact and relate differently with horses. For the first time, the authors explain how to handle new horses and how one learns to read horses. The book also has simple exercises with which even Europeans can quickly gain confidence in the saddle. The second chapter which includes an interview with the co-author and Polo Connection expert Ary Carlos Castilho is available on Polo+10.

Chapter 2 of the book “Polo Connection”
Published by USP Publishing; available from spring 2010; ISBN: 3-937461-45-0; Price: € 29.90; to order in advance: ww.usp-publishing.cc

When you write a book about the Polo Connection, there are people who are repeatedly referred to in this regard. You speak to various people and run into the same names again and again. When it comes to the relationship and interaction between people and horses, one of these names is Ary Carlos Castilho, also known as Senior Castilho.

The former military officer, whose friends all call him “Senior Castilho”, presently lives in Uruguayana. A small Brazilian city with a population of about 150,000, Uruguayana is located right at the Argentinean border. It is from here that an increasing number of well-trained polo ponies leave Senior Castilho’s sacred halls, the “Boa Vista”, destined to excel on polo fields around the world.
With a team of about ten Peticeros (editor’s note: Spanish for grooms), Senior Castilho works with the horses for about six months on average before they are shipped off again.

Senior Castilho acquired his skills at the Military Equestrian Academy (Escuela de Equitacion in Spanish). At 17 he joined the army and was trained in show jumping, polo and the various training techniques in equestrian sports. In 1987 he left the Brazilian army at the age of 47 and decided to dedicate himself to working with horses. During his time in the military, he was also stationed at Asuncion, Paraguay for a while; an experience which he says influenced him a lot.
One of his most important and most interesting stations was as coach of the Brazilian Polo National Team between 1995 and 1998. Under his leadership, the team was very successful nationally and internationally.

In light of his experience and expertise we talked to Senior Castilho at his Chacra (editor’s note: Hacienda) not far from Uruguayana, to take a peek behind the scenes of the life of a Grand Senior of the Polo game. We were looking to gain some insight into the secret of a successful “Polo Connection” so as to be able to make good theoretical and practical use of the most important aspects in the various chapters.

A Quechua: When did your life with horses begin?

Castilho: I started ridding at the age of five or six. My family has always owned horses. However, at the time it wasn’t a sport for me but part of our work on the fields. The horse was mainly a working animal. It was much later that I discovered my passion for equestrian sports.

But of course through this early exposure to horses, I was able to develop a very strong relationship to horses. Many people, especially the best Polo players worldwide have been involved with Polo horses since their childhood. That is also an important aspect in regard to the conception of this book. In Europe things are different because the way of life is simply different. Not only in Europe, but in almost all other parts of the world, it is other sports and other pets that are usual. That is mainly because of the cultures and also the cost of setting up infrastructure.

Most importantly, I learnt to be humble in my interaction with horses. It could also be because of the way my parents brought me up. For me, first and foremost, a “Polo Connection” means that people be able to accept this relationship with horses. That involves curiosity and humility as regards respect for the wonderful horses.

A Quechua: Has working with horses changed or had an impact on your life?

Castilho: Yes, certainly. As a young man I had to learn to be patient and it was especially important that I lost several times. I was also a show jumper and it was not unusual to have 70 or more riders competing against each other. That is somewhat unlike polo. Needless to say, with so many contestants involved, one loses more often than they win.

It is through all these competitions that I learnt to appreciate that the horse reflects the personality of the rider. If I were impatient and nervous when I entered a competition, I simply couldn’t win. And that, I believe, is what many polo players just aren’t aware of although it’s exactly what is most essential for a successful Polo Connection.

In polo, I guess more than in any other sport, it is crucial that one be at peace with themselves. Polo must be fun. This also means that one must have fun with the pony. If, however, the Polo Connection isn’t right, one ends up fighting with the horse. Those are the players who make use of the switch most often.

These players relay their dissatisfaction and anxiety to the polo horses and still expect the animals to “perform”. That just doesn’t work. As a rider, it is crucial to ask yourself why the coordination with the horse isn’t ideal. Based on my experience with horses, it is most often because of the rider and not the horse. Most times, the riders are not capable of self-criticism; this, however, is crucial for a perfect Polo Connection because it is by questioning one’s own abilities and personality traits that a certain level of awareness is gained. This in turn facilitates further personal development.
My life and my work are characterized by daily learning and further self-development. As a famous saying goes, learning is like swimming against the tide.

Every new day offers numerous opportunities to learn; and if you open yourself to it, there is a lot to be learnt from polo horses that’s good for one’s life.
In order to learn, I must always ask myself how I can get better. What are my weaknesses? Why won’t my pony do as I expect? Is it my partner’s fault or mine? It’s all about being aware of one’s own mental state. No animal imitates its partner as much as the horse. Shallow people who mount a horse expecting it to work like a machine usually despair of horse riding. Though they may not admit it, they find it frustrating. I see this often when friends come to me talking about a ‘bad’ horse. I talk to them and try to find out what the problem is.

A Quechua: How can one develop an ideal Polo Connection

Castilho: Well, in this book, we have summarised all the important aspects and presented them in form of methods, training techniques, models, and various approaches. You should be able to improve your polo game through an optimum polo connection if you read each chapter step by step and implement what you have read.

Besides this very technocratic and didactic presentation of the subject, I am also concerned about highlighting the emotional components of a good polo connection. Even if I undergo intensive training, I can only succeed if I myself let it happen. Sounds easy but there is a lot of complexity to it, especially as more and more people today are under lots of pressure both in their professional and in their private lives. People build safety nets around themselves, and either refuse to acknowledge or simply repress their own problems. That works fine for a while; however, everything you represses must be dealt with at some point.

What I mean to say is this: A perfect Polo Connection, as analysed and presented in this book in form of practical information, tips, and exercises, can only be developed and sustained if you are willing to interact with the horse. I often see a lot of overly ambitious players, even in Europe. This ambition and self-inflicted pressure is amiss as the main focus is on winning. For the development of a Polo Connection, it is important to talk to people, exchange views, and learn together.

In South America we mostly play six chukkers, while in Europe it is usual to play only four. But in fact our games have seven chukkers because we have the so called “Septimo Tiempo“. That is the period of play when we sit together, chat, make ‘Asado‘, and enjoy the evening with our families and friends. If we just let it happen, this is when we can learn a lot about ourselves and how we play.
In my opinion, this family-and-friends-polo is an important part of a good Polo Connection. It is during these slow and easy chukkers that you have the time to play with the horse rather than against it. That may sound bizarre but, believe me, I often see players playing against their polo ponies.

A good polo player is a “jagador complejo”- an all-round player with more and more skills. Because one must not underestimate the importance of harmony between the player and the horse, a good player knows exactly what kind of horse matches his or her temperament. Beginners generally need calm ponies, however, as soon as a certain level of proficiency is achieved it makes sense to analyse the player’s personality. Based on this analysis the perfect polo pony can be chosen for the individual player.

Most beginners erroneously try too hard to attune themselves to their horses. As such they ride only their own ponies for games and training instead of gaining experience with various horses. Riding is the most crucial aspect of the game of Polo. One just can’t stress that enough. And, the sooner beginners and advanced players begin to broaden their riding skills by playing various horses, the sooner and more effectively they will be able to become really good polo players.

A Quechua: Raphael de Oliveira also uses this approach, and not only with beginners.

Castilho: Yes, that may be. I have always advocated it, and that’s how I trained Raphael too, to develop him into an all-round ‘complete’ player. I don’t know what it’s like in Europe, but in my youth, while I was still a show jumper, this is what it was like in tournaments:

The best four players played against each other in the finals. However, the main challenge was that each rider had to ride each of the four horses. This way, the jury could judge which of the four would be named the most ‘complete’ rider.
It was crucial to develop a relationship with the new horse as quickly as possible. Whoever had mastered this best, won the finals. Today, that would be comparable to having the teams swap horses during the games. Most polo players today, especially those who are only used to playing their own horses, would be frustrated.

In my opinion, a good player is one who can get onto just about any horse, and still be able to handle it on the spur of the moment. He is skilled enough to quickly discern how best to handle and play the horse. Using the Quick Check, which is also described in this book, such a player can develop a Polo Connection within a few minutes and in so doing improve his team’s performance in the game or tournament.

Take the FIP (Federation of International Polo) tournaments for instance. At some of these events players are allocated horses that are available on-site because it would be almost impossible to handle the logistics of moving their own horses.
If these players can’t quickly adapt to the new polo ponies, the odds are stacked against them in the tournament. It all depends on the players’ ability to develop this Polo Connection as quickly as possible.

A Quechua: What is the best way to institutionalise the Polo Connection? How can it be made comprehensible and concrete?

Castilho: Good question. But there’s no simple answer to that because the relationship between the person and the horse can only be honed if the two suit each other. For me, this means that I consider it my job to find my clients the ideal horse with regard to the all-important Polo Connection.

A Quechua: How do you do that?

Castilho: Most of my clients have been coming to me for years so I know them well enough and I know what kind of horse will suit them. Whenever I am contacted by a new client, I try to find out more about them as polo players by talking to mutual acquaintances. I find out about physical aspects like height and build, physical condition i.e. whether or not they are athletic and in good form. Besides that I am also interested in finding out hoe good they are as players. Are they beginners or experienced players? All these are deciding factors for the pre-selection of a horse.

If the client would like to purchase a horse, I select about eight horses which he or she can ride and try out. After about a week a decision can be made. If the client wants two horses, 16 horses are put at his or her disposal for trial rides. I do my best to create an ambience that allows the client to work and play the horses at their own leisure. I also take the opportunity to draw on my many years’ expertise and advise my clients appropriately. If in the process a mistake is made in the choice of horse, then it is because an important component of the Polo Connection is lacking.

A Quechua: And what if the wrong horse is chosen?

Castilho: My clients are aware that they may return the horse within a certain period of time if that happens. I am very concerned about that because the client can only enjoy the game if he or she has a horse that suits them perfectly. I must also say that many a time clients come back asking to change horses after a year or two because their horse is not as good as it was or because they can’t handle or cope with it anymore. In such cases I tell them quite clearly that something must have gone wrong because the player lacks the necessary knowledge and expertise.

Every polo pony that leaves my farm is perfectly groomed for the game. It reacts ideally and meets all the requirements of the game. However, sometimes a player pulls too forcefully on the reins and uses the whip too often. Any such wrong handling of the horse, which compromises its “playability”, arises only because the player is unable to develop the Polo Connection. They lack the necessary knowledge and competence.

I can’t emphasis enough how important it is to pose the questions, “Am I improving myself, and my performance on the field?” Is my polo pony getting better daily, or do I have to struggle with it more and more? As a player, these are questions you must ask yourself on a daily basis. The horse mirrors the behaviour of the rider and if it gets harder to play, 90% of the time it is because the player isn’t handling the pony right. Our polo ponies are specially selected and groomed to meet the requirements of the polo game.

A Quechua: How do you make certain that only the best horses go through your grooming? Are there any selection criteria?

Castilho: That’s quite easy actually. It all depends on three factors: Performance, physique, and quality. Performance refers to the right agility. Does the polo pony respond to my commands or is it unable to comprehend my commands? Secondly, the physique; is the horse well-proportioned and well-built? The appearance is also important. No one wants to buy an “ugly” horse. Is the horse attentive and welcoming or is it absentminded and passive? In regards to quality, I look at the race and origin of the horse so as to evaluate its potential. With experience one can use these three factors to quickly ascertain the horse’s potential.

Such horses spend an average of six months on my farm before they are shipped off again. We work with them daily and because of the intensive training and their ideal qualities they achieve their best form in a rather short time. To be able to work intensively with the horses within such a short time, we use the Polo Connection. We just can’t groom such first-class horses without such a “connection”.

One needn’t be a horse whisperer. It’s simply about a conscious and respectful interaction with the polo ponies; that is the secret to enjoying the game and to sustainable, long-term success. One must also be aware of the fact that though horses may not be intelligent, they have a good memory. Some horses just won’t let certain players mount them because they have had a bad experience with the rider and therefore react defensively.

A Quechua: What happens when a player tries to force the horse into submission?

Castilho: That is an interesting aspect. In this regard, one could borrow from modern organisation development or personnel management methods. There are various models of how to deal with staff and team members so as to achieve particular goals. The cooperative and authoritarian leadership models are the two especially interesting models in this regard.

In the cooperative leadership model the leader and the team members all work together at the same level, making decisions jointly. On a long term basis this is the more effective model. However, it requires experience and special skills of the manager. He or she should be disciplined, open to criticism, and able to integrate. This leadership model is comparable to the Polo Connection because the rider and the horse must collaborate. The team’s work is based on respect and trust.

In the authoritarian model, authority and power are not based on competence and discussion but on fear and coercion. Employees are put under a lot of pressure and forced to perform. This model is rather unproductive and may work only briefly because the team eventually rebels. A lot of energy is wasted on fear, leadership by force and wrangling for power. So if a polo player tries to tame his horse by whipping, it is comparable to fear-driven leadership. It is an attempt to coerce the horse into submission. While a calm and stoical horse may endure this, most horses will put up a fight against this leadership model. This is expressed in form of a “Rodeo”; the horse becomes defiant and starts bucking. To the player the horse seems difficult and must be replaced. It is the player’s fault that what at first was a good horse eventually deteriorates. This will only change if the player changes. The player must work on building the Polo Connection, and this is only possible if the rider makes personal changes.

A Quechua: But now and again it might be that the polo pony and the player simply do not suit each other. How do you recommend polo players go about ascertaining whether they or the pony are the problem?

Castilho: Like I said earlier, it is always important to talk to other players. At practice sessions and games one can interact with other players, chat, and maybe even swap horses. Perhaps simply ask a better player if he would be willing to try out your polo pony. A good rider can quickly find out whether or not the horse is performing optimally. Request people to observe the horse and they will simultaneously scrutinise your techniques, your grip on the reins, your posture, etc. Various factors must be considered and these are not always apparent to the rider. That’s why Raphael makes video recordings of players at the academy; so that they can see themselves in action. I can only change or improve on what I can see.

It may also be that the pony simply isn’t well-trained. That has a negative impact on the agility of the horse. The exercises that we have presented in this book can be incorporated into the grooming routine. The exercise programme for polo ponies can be very effective in optimising their athletic ability.
Based on this feedback and self-evaluation a player can ascertain what caused the problem. If a pony’s performance deteriorates, two things must be done. First of all, you must learn how to ride correctly. Correct handling is of the essence. Secondly, request an experienced player or polo professional to play the horse so as to improve its performance. As soon as the pony is in good form, it is up to you to work at building the Polo Connection.

If the pony’s performance does not deteriorate or even keeps getting better, then it is all thanks to the player. However, that is only possible if the player has mastered the basics of correct riding and proper interaction with the horse.
What often happens is that during training, the horse handling is just right, but during a game players tag at the horse and reins a lot more because all their attention is on the game. It is therefore important to practice the right handling under conditions of a real game. Mental training is helpful here and players should visualise various situations that arise in a game and imagine themselves calmly steering the horse.

A Quechua: What advancements can be made in the sport of polo if more and more people pick up on the tips for developing the all-important Polo Connection?

Castilho: Polo is fascinating; it is like a drug, a passion. Polo thrives on the fascination of a team sport played with a ball that must be hauled between opposing posts. The game also thrives on the strength and speed of our polo ponies. These wonderful animals make this sport attractive. Many people play polo, but only a few really understand the game.

For the sport to develop it must evolve with markets and society. This means that there should be various forms of the game, for instance arena polo that can be played all year round. Fewer horses are required for polo games played in halls and on smaller fields. This reduces the costs inherent in this sport and makes it affordable for more people. And costs are a major issue in regards to the sport of polo.

The polo boom is now unstoppable; it is just a matter of time. The fact that more and more people are wearing polo outfits highlights this trend. The sport must be brought to the cities so that it is easier for people to give it a try. There is still a lot of inhibition, as I have seen at many tournaments. Most people are not even aware that they may watch the games free of charge. In this regards, there’s still a lot to be done towards getting rid of this “closed shop” attitude. However, we are on the right track, and I am confident that through the memorable experiences that the sport of polo has to offer, many people worldwide will be able to make positive changes to their lifestyles. If I can be of help, I look forward to receiving enquiries at castilhopolo@hotmail.com

A Quechua: Carlos Castilho, thank you very much!