2014 treten die besten deutschen Spieler bereits zum 43. Mal bei der Deutschen High Goal Meisterschaft gegeneinander an. Die Titelkämpfe um den Wanderpokal aus massivem Gold zählen zu den wichtigsten Poloevents Deutschlands. Ein Blick in die Geschichtsbücher.

Die erste Deutsche Polo Meisterschaft im High Goal wurde 1972 in München ausgetragen. Seitdem waren neben der bayrischen Landeshauptstadt (6x) auch Düsseldorf (1x), Hannover (3x), Berlin (5x) und insbesondere Hamburg (27x) Austragungsort der Titelkämpfe in der höchsten deutschen Spielklasse. Die ersten High Goal Meisterschaften in Berlin fanden 2008 auf der Polo- & Reitanlage in Phöben vor den Toren der Spreemetropole statt. 2010 kehrte der Polosport nach zehn Jahren Pause mit der Deutschen High Goal Meisterschaft auf das Berliner Maifeld zurück. Seitdem bildet die historische Kulisse vor dem Berliner Olympiastadion den Rahmen für das renommierte Event.

Die erfolgreichsten Spieler aller Zeiten bei der DM High Goal sind Gerd Hölter und Jürgen Schneider mit je acht Siegen. Danach folgen Micky Keuper mit insgesamt sieben Titelgewinnen und Klaus Winter, der die Trophäe sechsmal nach Hause holen konnte. Thomas Winter, Dr. Piero Dillier und Lucas Labat sind bereits fünffacher »Deutscher Polo Meister im High Goal«. Klaus Gehlhaar, Juan Ruiz Guinazu und Dr. Hannes Hühnlein konnten den Pokal bisher viermal entgegennehmen. Im vergangenen Jahr sorgte das Team ELTEC im Finale für einen Überraschungssieg. In einem nervenzerreißenden Match setzten sich die jungen Nachwuchstalente gegen den Titelverteidiger Engel & Völkers knapp mit 7:6,5 durch und sind damit die jüngsten Sieger in der Geschichte der Deutschen High Goal Meisterschaft.

Bei der Deutschen High Goal Meisterschaft kämpfen die besten deutschen Polospieler um den »Münchener Pokal des Deutschen Polo Verbands«. Der Wanderpokal wurde 1972 von den Initiatoren des Deutschen Polo Verbands gestiftet und ist aus massivem Gold.


Die Sieger der Deutschen Polo Meisterschaft im High Goal seit 2010:

2013, Team ELTEC (+11)
Caesar Crasemann (+1)
Caspar Crasemann (+2)
Heinrich Dumrath (+3)
Adrian Laplacette (+5)

2012, Team Engel & Völkers (+12)
Lukas Sdrenka (+1)
James Miller (+1)
Gastón Maíquez (+6)
Christopher Kirsch (+4)

2011, Team Engel & Völkers (+12)
Caspar Crasemann (+1)
James Miller (+1)
Gastón Maíquez (+6)
Christopher Kirsch (+4)

2010, Team BSS (+12)
Dr. Piero Dillier (0)
Lucas Labat (+6)
Pedro F. Llorente (+5)
Moritz Haesen (+1)

Siegertypen

Heinrich Dumrath (21 Jahre), die Crasemann-Brüder Caesar (16 Jahre) und Caspar (21 Jahre) sowie der argentinische Profi Adrian Laplacette (25 Jahre) haben im vergangenen Jahr den Engel & Völkers Berlin Maifeld Cup gewonnen – und sind damit die jüngsten Sieger aller Zeiten in der Geschichte der Deutschen High Goal Meisterschaft.

Zehn Mannschaften gingen im vergangenen Jahr bei der Meis­terschaft in der höchsten deutschen Spielklasse an den Start. Es war ein unglaublich spannendes Turnier mit vielen hart umkämpften Matches, knappen Entscheidungen sowie einer sehr internationalen und erfahrenen Auswahl an Spielern. Unter den Mannschaften war auch das Team Eltec mit drei der derzeit größten Nachwuchstalente im deutschen Polosport. Zusammen mit dem ebenfalls jungen Argentinier Adrian Laplacette zeigten Heinrich Dumrath sowie die Brüder Caesar und Caspar Crasemann deutlich, wie gefährlich sie sein können. Zwar meis­terten die Vier ihr Auftaktmatch nicht so glücklich und starteten mit einer Niederlage ins Turnier. Doch davon ließen sich die Jungs nicht verunsichern, kämpften sich zurück und begeisterten mit einer beeindruckenden Leistung. Auch im Finale gegen das Team Engel & Völkers ließen sich die Youngsters nicht von den »alten Hasen« Christopher Kirsch (+4), Gastón Maíquez (+7) und Jo Schneider (0), die zusammen mit Lukas Sdrenka (+1) um den Titel kämpften, einschüchtern. Selbstbewusst machten die jungen Nachwuchstalente ihr Spiel und setzten sich am Ende souverän mit 7,5:6 gegen die Mannschaft des Titelsponsors durch. Caesar Crasemann: »Es war ein tolles Gefühl, mit einem so jungen Team und außerdem mit meinem Bruder zu gewinnen. Dazu kommt, dass ich dieses Turnier zum ersten Mal gespielt habe und gleich so erfolgreich abgeschnitten habe.«

Eine grandiose Leistung und ein unglaublicher Erfolg, mit dem die Jungs nicht gerechnet hatten, wie Caspar Crasemann erzählt: »Der Sieg war ehrlich gesagt total überraschend! Nachdem unser erstes Spiel des Turniers so schlecht gelaufen war, dass wir es verloren haben, hätten wir nicht gedacht, dass wir es schaffen, das Turnier zu gewinnen.« Heinrich Dumrath ergänzt: »Es gab natürlich sehr große Emotionen. Das Team ist sehr jung, deshalb macht uns natürlich besonders stolz, dass wir es geschafft haben. Wir haben das Turnier nicht besonders gut angefangen und unser erstes Spiel verloren. Danach mussten wir uns zusammenreißen. Bis zum Ende des Turniers haben wir unsere Leistung aber steigern können und sind viel besser geworden. Der Gewinn der Deutschen High Goal Meisterschaft war nicht nur für uns ein großer Erfolg, sondern auch für den deutschen Polosport. Dass drei so junge deutsche Spieler mit einem argentinischen Profi die High Goal Meisterschaft gewonnen haben, das ist schon unglaublich… Bald dauert es dann nicht mehr lange, bis man keinen argentinischen Profi mehr im Team braucht (lacht).« Und wer war der schwierigste Gegner in Berlin? Da sind sich die drei Jungstars aus der Kaderschmiede von Thomas Winter einig. »Einer der schwierigsten Gegner ist definitiv unser guter Freund Gastón Maíquez. Es ist gar nicht so leicht, gegen ihn zu spielen und er ist immer wahnsinnig gut beritten.«

Trotz ihres noch jungen Alters haben die Jungs schon viel in ihren Polokarrieren erreicht. Heinrich, Caesar und Caspar haben neben der Deutschen Meisterschaft High Goal 2013 zusammen unter anderem auch die Deutsche Meisterschaft Medium Goal 2012 und die Youpooly Challenge 2012 gewonnen. Heinrich spielt seit zehn Jahren Polo und hat ein Handicap von +3. Caspar Crasemann, der im Alter von 15 Jahren mit dem Polosport angefangen hat, wurde nach seiner fantastischen Leistung in der vergangenen Saison und seiner überzeugenden Performance beim Engel & Völkers Berlin Maifeld Cup 2013 heraufgestuft und spielt jetzt ebenfalls ein Handicap von +3. Auch der Jüngste der Drei – Caesar Crasemann – spielt bereits ganz vorne mit. Der 16-Jährige ist mit neun Jahren dem Polosport verfallen und hat derzeit ein Handicap von +1. Es ist aber zu erwarten, dass das überaus große Polotalent nach der Saison auf +2 hochgestuft wird.

Eine Wiederauflage des Dream Teams aus dem vergangenen Jahr wird es bei der diesjährigen Deutschen High Goal Meisterschaft allerdings nicht geben. Aufgrund einer Verletzung kann Caspar Crasemann dieses Jahr in Berlin nicht mitspielen und auch Heinrich Dumrath ist verhindert. Die Drei hätten natürlich gerne ihren Sieg zusammen verteidigt. »Man möchte natürlich immer einen Sieg verteidigen. Deswegen nimmt man ja auch immer die besten Pferde mit auf ein Turnier. Wenn es die Möglichkeit gegeben hätte, wieder zusammen zu spielen, hätte ich es sofort gemacht«, meint Dumrath. So muss Caesar Crasemann im August 2014 alleine die Fahne für die Hamburger Jungs hochhalten. Zusammen mit Naomi Schröder (0) und Santos Anca (+6) werden er und Adrian Laplacette, die als Team Allianz Kundler an den Start gehen, sicher alles daran setzen, ihren Erfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen. Caesar: »Ja klar möchte ich den Titel verteidigen. Ich freue mich, dass ich wieder mit Adrian zusammen spiele.«

Wenn mal kein Turnier ist, verbringen die jungen Polostars den Großteil ihrer Zeit im Stall. Mehrmals in der Woche trainieren sie mit ihren Pferden (Caesar oftmals fünfmal), üben Stick & Ball und spielen Club Chukker. Da bleibt neben Ausbildung und Schule kaum Zeit für andere Hobbies. Caesar stört das aber überhaupt nicht: »Man kann sich mit Polo sehr weiträumig beschäftigen. Im Internet gibt es die High Goal Turniere in England, Argentinien und Amerika zu sehen, außerdem repariere ich sehr gerne Poloschläger – sowohl die meinen als auch die der anderen.« Am Wochenende stehen fast immer Turniere auf dem Programm. Heinrich Dumrath betont, wie wichtig es ist, vor einem Turnier zusammen als Team viel zu üben und zu spielen. »Schon vor der Deutschen High Goal Meisterschaft hatten wir relativ viel zusammen geübt, haben unter anderem auch das Youpooly Turnier in Hamburg gespielt.« Dass die Jungs alle sehr gut befreundet sind und gemeinsam im Norddeutschen Polo Club spielen, hilft bestimmt auch, ihre Zusammenarbeit als Team zu stärken.

Wir wünschen allen weiterhin viel Erfolg und Caspar, dass er sich möglichst schnell von seiner Verletzung erholt und bald wieder in Top-Form auf das Polofeld zurückkehrt.