Seit er vor sieben Jahren zum ersten Mal Polo auf Sylt gesehen hat, spielt Christian Badenhop in fast jeder freien Minute. Der +1-Goaler im Polo+10 Interview über seine Pololeidenschaft, Polo in England, die Jugendarbeit im DPV und seine Polopläne für 2011.


christian-badenhop-portrait
© Christian Badenhop




Wann und wie bist Du zum Polosport gekommen?
Vor ca. sieben Jahren habe ich die German Polo Masters auf Sylt gesehen und war davon sofort fasziniert. Der Umgang mit Pferden war mir nicht fremd, da ich aus einer Jagdreiterfamilie komme und mit Pferden aufgewachsen bin. Daraufhin habe ich Unterricht bei Thomas Winter in Hamburg genommen. Durch mein Studium in Oxford bin ich zu Roddy Williams im Inglesham Polo Club (UK) gekommen.

Was macht Deine Faszination am Polosport aus?
Die Schnelligkeit, agile Ballarbeit und das Körperliche hat mich an dem Sport fasziniert. Aber auch die konstante Arbeit mit den Pferden und den Teamkollegen finde ich sehr aufregend. Es gibt für mich keinen anderen Sport, den man mit der Faszination Polo vergleichen kann.

Welche Turniere hast Du gespielt und wie viele Pferde hast Du?
Ich habe Turniere in Deutschland – unter anderem Sylt, Hamburg, Berlin (High Goal), in England (0-15 Goal), Spanien – Sotogrande (12 Goal), Argentinien (bis 16 Goal), Neuseeland (10 Goal) und in Bangkok gespielt. Zurzeit habe ich sechs spielende Pferde und erwarte in den nächsten Wochen mein erstes selbstgezogenes Fohlen aus meiner besten Stute Toppsi.

Wirst Du auch an dem Jugendcamp Ostern auf Gut Aspern teilnehmen?
Nein, leider nicht, ich bin schon zu alt (-; !

Empfindest Du den Polosport als elitär?
Ich habe in den letzten Jahren fast ausschließlich in England gespielt. Dort hat der Polosport ein anderes Ansehen als in Deutschland und wird nicht ganz so elitär dargestellt.

Ist es für Dich schwierig, Training und Studium unter einen Hut zu bringen?
Glücklicherweise studiere ich noch und habe dank meiner langen Sommer-Semesterferien fast drei Monate, in denen ich mich nur auf das Polospielen und -trainieren konzentrieren kann. In den Wintermonaten wird es etwas schwieriger, da mein Studium sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, aber trotzdem versuche ich circa dreimal die Woche zu trainieren.

Haben viele Deiner Freunde mit Polo zu tun?
Nein, nur diejenigen, die ich durchs Polo kennengelernt habe.

Was müsste Deiner Meinung nach vom Deutschen Polo Verband verbessert werden?
Grundsätzlich die Jugendarbeit, damit viele junge Spieler gefördert werden. In England halte ich sehr viel von der Jugendarbeit. Die Clubs haben dort sogenannte academys für die Jugend, außerdem spielen die Junioren Teams regelmäßig gegen andere internationale Junioren Teams.

Welches sind Deine persönlichen Poloziele 2011?
Mein größtes Ziel ist es, dass ich mich immer weiter entwickle, viele Turniere spiele und das ein oder andere auch gewinne. Vielleicht den Chester Coutts international, 12 Goal zum dritten Mal – den habe ich bis jetzt als einziger Spieler zweimal gewonnen habe. Das wichtigste aber ist, dass meine Pferde und ich die Saison unversehrt überstehen und dass mein Fohlen im April gesund auf die Welt kommt!!!

Bleibt neben dem Polo noch Zeit für andere Hobbies?
Da Polo eigentlich fast meine ganze Freizeit in Anspruch nimmt, habe ich nicht allzu viel Zeit, andere Tätigkeiten auszuüben. Aber ich gehe gerne Laufen und ins Gym. Ansonsten – wenn das Wetter es zulässt – sind Motorrad fahren und Windsurfen meine anderen Leidenschaften. Ich würde sehr gerne mal in den Staaten spielen und wieder in Sotogrande, da ich denke, dass der Santa Maria Polo Club bei weitem das beste Setup in Europa hat und das Wetter ist natürlich ideal! Berufliche Ziele sind, mein Studium im nächsten Jahr in London zu beenden und anschließend eventuell meinen Master zu machen. Danach noch einige berufliche Erfahrungen im Ausland zu sammeln und anschließend zurück nach „hus“…..