POLO+10 hat Carl-Eugen Oettingen-Wallerstein (0) beim Land Rover International Polo Tournament im Santa María Polo Club in Sotogrande getroffen. Gemeinsam mit seinem Cousin José-Maria Trenor (+2) sowie mit Arturo Figar (0) und Mario Gomez (+4) hat er für das Team Serdañola gespielt und um den Gold Cup im Low Goal (6 Goal) beim größten Turnier Kontinentaleuropas gekämpft. Mit POL0+10 hat er über seine Teilnahme an dem Turnier, den Santa María Polo Club und Familienurlaub in Sotogrande gesprochen.

POLO+10: Wie haben Sie das Turnier, das Land Rover International Polo Tournament, hier in Sotogrande bis jetzt erlebt und wie ist es hier zu spielen?
Oettingen-Wallerstein: Super, es hat extrem viel Spaß gemacht. Die Plätze sind toll und das Spielniveau ist super. Man kann sich hier jeden Abend Medium-(12 Goal) und High Goal-Spiele (22 Goal) anschauen. Die besten Spieler der Welt sind hier, da wird einem nicht langweilig. Im Gegenteil, man verpasst relativ viele Spiele, weil man sich irgendwann sagt, dass man sich nur noch die vermeintlichen Top-Spiele ansieht. Denn sonst ist man nur noch auf dem Poloplatz… Aber man kann hier auch noch sehr viel mehr machen, was gerade auch für Familien mit Kindern spannend ist. Es gibt Tennisplätze, man kann Golfen oder auch Segeln. Zwischen den Turnieren gibt es genügend Freizeitaktivitäten. Es ist familienfreundlich und sicher, das ist schön.

POLO+10: Wie sind Sie auf den Santa María Polo Club aufmerksam geworden?
Oettingen-Wallerstein: Mein Cousin (Anm. d. Red.: José-Maria Trenor) hat schon vor 20 Jahren mit seinem Vater hier gespielt. Dann hat er leider aufgehört und spielt jetzt seit zwei oder drei Jahren wieder hier. Wir haben uns dann gesagt, dass wir im August auch mal hierher kommen. Angedacht waren vier Wochen, um am gesamten Turnier teilzunehmen, aber wir haben dann kein eigenes Team zusammenstellen können, weil alle Plätze bereits vergeben waren. Daher bin ich jetzt nur für den letzten Teil des Turniers, den Gold Cup, eingesprungen. Wir wollten uns das hier einfach mal ansehen und ein bisschen reinschnuppern, sind jetzt zweieinhalb Wochen hier und finden es wunderbar. Dass wir es dann noch bis ins Finale geschafft haben war das i-Tüpfelchen. Man vermisst natürlich die eigenen Pferde, weil man mit den eigenen Pferden immer anders spielt. Aber die rund 2.500 Kilometer hier runter sind schon eine lange Strecke, deshalb haben wir es erstmal nicht gemacht. Aber wir planen schon für das nächste Jahr!

POLO+10: Haben Sie dann Pferde hier gemietet?
Oettingen-Wallerstein: Nein, gemietet habe ich keine, das ist kaum möglich hier, da alle mit ihren eigenen Pferden anreisen. Den Markt dafür gibt es nicht. Der Teamkollege, der die ersten beiden Teile des Turniers, den Silber und den Bronze Cup, gespielt hat und für den ich dann eingesprungen bin, hat mir drei Pferde geliehen, was ich wirklich rührend fand, da ich ja wildfremd für ihn bin. Meine beiden anderen Kollegen haben mir dann auch jeweils ein Pferd gegeben, so dass ich fünf hatte, mit denen ich arbeiten konnte. Wegen der Hitze ist das hier sehr anstrengend für die Pferde, da hatte ich die ersten Spiele schon Respekt vor und man möchte die Pferde, noch dazu wenn es nicht die eigenen sind, auf keinen Fall überstrapazieren – noch dazu, weil man hier fünf bzw. sechs Chukker spielt.

POLO+10: Würden Sie im nächsten Jahr mit eigenen Pferden anreisen?
Oettingen-Wallerstein: Das ist gerade in Planung. Wenn wir den Silver und Gold Cup mit einem eigenen Team spielen sollten, dann auf jeden Fall. Es macht Spaß hier und tut außerdem auch den Pferden gut. Die Plätze sind wirklich irre – butterweich! Das ist ein ganz anderes Training hier für die Pferde. Ich habe mich dazu auch viel mit den Tierärzten hier unterhalten. Die Themen Herz, Lunge, Dehydrierung, darauf muss man natürlich bei den Pferden achten, aber die typischen Sehnenprobleme gibt es hier gar nicht. Die High Goal-Teams haben alle ihren eigenen Tierarzt dabei. Direkt nach jedem Chukker macht er bei den Pferden einen Herz-Lungen-Check mit dem Stethoskop und sagt, welches Pferd weiterspielen kann und welches Pferd eine Pause braucht.

Auch sonst ist das Turnier vom Santa María Polo Club perfekt organisiert und die Schiedsrichter sind sehr gut, mache kennt man sogar aus Palermo von den Argentine Open. Ein weiterer Vorteil ist, dass alles nah beieinander liegt. Die Plätze, auf denen die Spiele ausgetragen werden, sind nicht über mehrere Clubs verteilt, wie es beispielweise beim Gold Cup in England der Fall ist, sondern nur zehn Meter voneinander entfernt. Und vom Wetter müssen wir gar nicht sprechen, das ist natürlich ein Traum!

POLO+10: Allgemein ist die Anlage ja sehr beeindruckend…
Oettingen-Wallerstein: Es gibt natürlich Turniere, bei denen punktuell noch mehr los ist. Aber hier ist irgendwie ständig etwas los, selbst bei den Vorrundenspielen. Wenn nachmittags langsam die Sonne runter kommt und tiefer steht und auch die Spanier vom Mittagessen kommen, dann ist es knackevoll am Spielfeldrand. Das ist schon eine wunderbare Stimmung – fast jeden Abend!

POLO+10: Würden Sie den Santa María Polo Club als Polodestination weiterempfehlen?
Oettingen-Wallerstein: Auf jeden Fall. Das Spielgefühl ist ein komplett anderes, hier wird offener gespielt, das macht sehr viel Spaß. Wenn im März die Saison beginnt, ist das Wetter hier ja auch schon richtig schön und bei uns in Deutschland verbringt man dann die Zeit neben dem Poloplatz eher im Hotelzimmer, das ist für die Kinder natürlich nicht so spannend. Für das Familienpaket ist das toll hier. Außerdem ist hier alles sehr gut organisiert, ich kann es nur weiterempfehlen. Was für mich wichtig ist, ist dass ein Tierarzt am Spielfeldrand steht. Die haben hier ein Fernglas in der Hand und beobachten die Tiere. Auch Notärzte sind direkt am Platz und schnell da, falls mal etwas passieren sollte. Monstertrucks mit 16 oder 20 Pferden können auf der Anlage ohne Probleme rangieren. Das ist hier schon rundum gut durchdacht und organisiert.

Team Serdañola Siegerehrung Land Rover International Polo Tournament

Carl-Eugen Oettingen-Wallerstein (rechts außen ) mit seinem Team Serdañola bei der Siegerehrung für den Gold Cup im Low Goal beim Land Rover International Polo Tournament im Santa María Polo Club. (© POLO+10)