POLO+10 sprach mit Andrew Nulty (0), Polospieler im Santa María Polo Club, über die Vorteile des Spielens in Santa María und seine Karriere als Polospieler.

POLO+10: Warum spielen Sie hier in Santa María?
Nulty: Die Antwort ist ziemlich eindeutig. Sie haben einen fantastischen Club und die besten Spielfelder in Europa. Zusammen mit dem guten Wetter ist das eine unschlagbare Kombination, die diesen Ort so erfolgreich macht. Es gibt außerdem viele Professionals, die alles für den Club geben, aber auch der Club gibt es ihnen viel zurück. Nano Iturrioz, Polospieler und -trainer hier im Club, ist ein gutes Beispiel dafür. Mann kann sehen, wie glücklich seine Kunden sind. Polo ist sehr wettbewerbsorientiert, macht aber auch jede Menge Spaß. Die Professionalität, das Wetter, die Sonne, der Spaß – das ist eine großartige Kombination.

POLO+10: Welche Saison gefällt Ihnen besser: Haupt- oder Nebensaison?
Nulty: Das Schöne an Santa María ist: Ich mag sie alle. Im August veranstaltet der Club das 22 Goal Turnier (Anm. d. Red.: Land Rover International Polo Tournament), zu dem die besten Teams und Spieler der Welt kommen. Pablo MacDonough, Adolfo Cambiaso, die Pieres-Brüdern und viele andere sind dabei. Aber auch die Nebensaison ist schön hier, wir können fast das ganze Jahr über Polo spielen. Die schönste Zeit ist für mich der Juni: Da spielt jeder hier und wir haben mehrere tolle Turniere, zum Beispiel das Conde de la Maza, das Andrés Parladé Memorial und das Torneo de los Restaurantes La Quinta.

POLO+10: Was sind die größten Meilensteine in Ihrer bisherigen Polokarriere?
Nulty: In meinem ersten Jahr habe ich mir die Hand gebrochen, in meinem zweiten die Schulter und ich spiele immer noch (lacht). Ich mag die Kameradschaft beim Polo: vier Männer oder Frauen, jung oder alt, zusammen in einem Team. T-E-A-M steht für: Together Everybody Acheives More (Zusammen erreicht jeder mehr). Und genau das haben wir hier auch in den letzten vier Jahren. Wir hatten tolle Saisons. Egal ob wir gewinnen oder verlieren, wir haben immer viel Spaß in Santa María.

POLO+10: Wie sind Sie zum Polosport gekommen?
Nulty: Vor circa fünf Jahren wurde in einer Zeitung ein ProAm-Turnier beworben. Seit meinem sechsten Lebensjahr bin ich nicht mehr geritten, meine Hobbies waren Motorrennen und Motorräder. Ich dachte „Das hört sich gut an“. Dort habe ich dann viele Leute kennengelernt, wie Nano, Luciano Irazábal und Mario Gómez. Ich habe bei einem der ProAm-Turniere mitgemacht, wo man sechs Leute nimmt, die noch nie auf ein Pferd gesessen oder keine Fertigkeiten im Umgang mit Pferden haben. Wir haben gelernt, wie man den Ball schlägt, das Spiel spielt und welche Regeln es gibt. Im August 2010 haben wir ein Turnier gespielt, das war fantastisch. Seitdem ist es wie eine Sucht. Man sagt, es gibt nur zwei Möglichkeiten, mit dem Polo aufzuhören: Tod oder Bankrott. So schnell möchte ich keins von beidem erleben (lacht).

POLO+10: Wohnen Sie hier?
Nulty: Sechs Monate des Jahres lebe ich in Spanien, drei Monate verbringe ich in Argentinien.

POLO+10: Was ist der größte Unterschied zwischen hier und Argentinien?
Nulty: Argentinien ist ganz klar die Heimat des Polo. In Pilar Chico, wo ich Gast von Craven Giorgino McKinney war, spielt man ein Spiel mit drei 10-Goalern. Ich mag beide Orte. Ich habe viel in Argentinien trainiert, aber mein Herz ist hier: Meine Freunde sind hier, das Team ist hier und wir hatten eine tolle Saison letztes Jahr. Wir haben den Bronze und den Silver Cup in der Low Goal Spielklasse des Land Rover International Polo Tournament gewonnen, nur den Gold Cup haben wir verpasst.

POLO+10: Haben Sie Ihre Pferde auch hier im Santa María Polo Club?
Nulty: Ja, die meisten Spieler haben ihre Pferde hier. Es ist nett und lokal. Es gibt viele kleinere Clubs rund um Santa María, mit den meisten davon arbeiten wir zusammen. Das ist Polo: eine große Familie.

POLO+10: Sind Sie mit der Betreuung Ihrer Pferde zufrieden?
Nulty: Voll und ganz. Die Professionalität der Betreuung, die Qualität der Nahrung: Wir bekommen hier einen Fünf-Sterne-Service. Je besser man sich um ein Pferd kümmert, desto besser spielt das Pferd.