13 Regionen umfasst die Gemeinschaft der USPA-Polospieler, Lehrer und Clubbesitzer in den USA. POLO+10 hat mit Christopher Dawson, dem Leiter der Region Hawaii, über den Sport und dessen Popularität auf den wunderschönen Inseln von Hawaii gesprochen.

Christopher Dawson ist Regionalleiter des US-amerikanischen Poloverbands, verantwortlich für die Inseln von Hawaii, und Vizepräsident des USPA-Komitees für Marketing, Markenangelegenheiten und Public Relations. Vor sieben Jahren wählten die Polospieler auf Hawaii ihn zu ihrem Leiter. Christopher Dawson hilft dem Verband bei der Kommunikation ihres Programms und bei der Unterstützung ihrer Mitglieder, und repräsentiert so die Clubs und Spieler gegenüber der USPA. „Wir befinden uns ohne Frage an einem besonderen Ort – eine Kette unabhängiger Inseln. Daher verteilen sich die vier aktiven Clubs von Hawaii auf drei verschiedenen Inseln: Big Island, Maui und O‘ahu. Unsere Spielorte gehören zu den begehrtesten der Welt, besonders hervorzuheben ist vor allem das einzige direkt an einem Strand gelegene Polofeld der Welt (Mokuleia am Nordstrand). Das andere Feld von Oahu (in Waimanalo am Südoststrand) liegt am Fuße der phantastischen Ko’olau Berge.“

Das Spielfeld von Maui liegt auf halbem Weg zur Spitze eines inaktiven Vulkans mit Blick über das Meer, in Maskawo im Inselinneren, dort wo Cowboys auf Künstler und Surfer treffen. Auf Hawaii (Big Island) liegt das Feld an einem Hang des Berges Mauna Kea, und von Zeit zu Zeit hängt es buchstäblich in den Wolken. Polo wird auf Hawaii seit 1880 gespielt, möglicherweise noch bevor es auf dem US-amerikanischen Kontinent bekannt war. Hawaii profitiert von seinem unverwechselbaren Stil des Polo, der charakterisiert ist durch die Paniolos (Cowboys von Hawaii). „Hawaii ist ein internationaler Kreuzungspunkt und die Brücke zwischen Ost und West, dank des Hawaiianischen Poloverbands (HIPA), den ich mit der unermüdlichen Unterstützung von Bill Kirton von Maui und Allen Hoe von Honolulu ins Leben gerufen habe. Unser Ziel ist die Verbreitung des Polosports auf der ganzen Welt. Wir haben Spieler aus Neuseeland, Indien, Australien, China, Malaysia und vielen anderen Ländern.“

Hawaii hat einige der besten Sportler der Welt. Nicht nur im Bereich des Polo. Man findet hier Abenteuerlustige in Hülle und Fülle.

Polo in Hawaii hat drei Zentren. Jeder Club ist durch eine einzigartige Umgebung charakterisiert und jeder Ort für einen anderen Typ von Zuschauer attraktiv. Der ländliche Lebensstil auf Maui zieht viele Pferdefreunde an, die auf Ranches und Farmen arbeiten. Auch „Jaws“, die berühmte Welle, findet man hier auf Maui, die zu den größten und besten Wellen der Welt gehört. Daher leben auf Maui auch sehr viele Surfweltmeister – interessanterweise haben einige von ihnen zum Polo gewechselt. „In dieser Hinsicht ist Hawaii etwas ganz Besonderes, hier wohnen einige der weltbesten Sportler. Der Ironman Triathlon findet auf Big Island statt, die Triple Crown der Surfing World Tour ist auf Oahu, wir haben hier die besten Möglichkeiten zum Kitesurfen, und es gibt vieles mehr. Unglaublich viele echte Abenteurernaturen sind auf Hawaii, und alle haben ein natürliches Interesse an Polo. Maui ist das Epizentrum dieses Phänomens, und der Maui Polo Club hat sich hier als ausgezeichneter Gastgeber und Förderer gezeigt.“ Das Event „Ride to Survive“ in Maui findet im Oktober zum zweiten Mal statt. Hier agieren Weltkasse-Surfprofis als Polospieler, unterstützt durch den hawaiianischen Poloverband und Dawson Media Hawaii. Diese Frauen und Männer reiten auf gigantischen Wellen genauso wie auf Polopferden, mit mehr Mumm als viele von uns es sich je erträumen lassen.

Auf Oahu ist der Hawaii Polo Club an der Nordküste der größte Publikumsmagnet. Bis zu 5.000 Besucher kommen zu den Special Events, wie der von Dawson Hawaii organisierten Maserati White Party im Jahr 2013 und zu der jedes Frühjahr stattfinden Veranstaltung zum neuen Hawaii Polo Life Magazine. Das Feld befindet sich direkt am Strand und die Leute genießen sowohl Polo als auch die Beachatmosphäre. An jedem Sonntag landen während der Halbzeit Fallschirmspringer auf dem Feld. Der Stil des Honolulu Polo Club, ebenfalls auf Oahu gelegen, ist eher traditionell. Viele Familien und Gruppen kommen seit Jahren regelmäßig, um sich die Spiele anzusehen. Sie campen hier und genießen das Spiel. Die Atmosphäre ist leger, entspannt und gleichzeitig majestätisch mit der abfallenden Bergkette im Hintergrund des Felds. Durch die Nähe zu einer der Militärbasen (Bellows Air Force Station) erhält der Club häufig Besuch von aktiven und pensionierten Militärangehörigen sowie deren Familien, die gebührenfreien Eintritt haben. Auch dieser Club ist idyllisch gelegen, obwohl näher zur Stadt Honolulu als der Club an der Nordküste. Auf dem Gelände befindet sich auch ein therapeutisches Reitzentrum. Es gibt zudem ein Kinder-Poloprogramm. Das Ziel des Clubs: Menschen mit Pferden und dem Reiten vertraut machen. Der Mauna Kea Polo Club auf Big Island bietet indes eine einzigartige Erfahrung weit entfernt von den großen Städten. Die Lage des Felds ist traumhaft, die Atmosphäre ähnelt eher der in Paniola, im Cowboygebiet von Hawaii. Wer einmal etwas Anderes, etwas Friedvolles und Einladendes sucht, für den ist die Anlage sicher einen Besuch wert. Die Familien und Zuschauer, die hierher kommen, um Polo zu spielen oder zuzuschauen, sind fast ausnahmslos von den Ranches und Farmen im nördlichen Teil der Insel.

Die Geschichte des Polo auf Hawaii geht zurück auf das Jahr 1880, als der Sport in den USA noch unbekannt war.

Und wer sind die großen Namen und Spieler im hawaiianischen Polo? Es ist kaum möglich, alle zu nennen. Von langjährigen Spielern über exzellente Reiter und Reiterinnen bis zu den großen Förderern gibt es eine große Zahl an Menschen, die Polo auf Hawaii erst möglich machen. Herman DeCoite, Bill Kirton, Allen Hoe, Ka’aina Decoite, Julian Alvarez, Devon Dailey, Mike Dailey, Bob Miller, Bryant Laporte, Raymond Noh, Emiliano Achaval, Jesse Neuwirth, Siri Masterson und Tiare Paty, die nach wie vor die stärkste weibliche Spielerin ist. Bei den jungen Frauen ist hier eine Gruppe von Spielerinnen verschiedener Schulen und Hochschulen zu erwähnen, die konstant auf nationalem Level sehr erfolgreich ist. Hierzu gehören Sydni Tobin, Lindsay Holmes, Sophie Sabin, Jessica Hartley, Jacklyn Schmitt, Noelani Piccolo und Hana Diller – einige sind von Maui, einige von Oahu. Einige der besten Spieler, historisch gesehen, waren Ronnie Tongg, Stuart McKenzie, der legendäre Peter Baldwin (der noch immer Rodeos reitet) und Sam Delgado („der leider vor einigen Wochen verstarb. Wir sind immer noch erschrocken über seinen raschen Tod.“) Er war ein wahrer Paniolo Rancher und über lange Jahre Boss der Dillingham Ranch, die die Mokuleia Polofelder betreibt.

Christopher Dawson bekennt: „Ich spiele nun schon seit 25 Jahren Polo in Hawaii und an anderen Orten der Welt. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Und ich trage das hawaiianische Erbe in mir, was ein Segen, aber auch eine große Verantwortung ist. Für Hawaiianer bedeutet die Pflege des Landes und der Tradition sehr viel. Ich bin stolz, diese Verantwortung zu übernehmen und arbeite hart, um ihr gerecht zu werden. Es ist ein Segen, mit solch phantastischen Hawaiianern wie Ronnie Tongg, HermanDeCoite und Kimo Hudleston Polo spielen zu dürfen.“ Auf Hawaii hat jeder Club seine eigene Poloschule. Herman DeCoite von Maui, früherer +7 Goaler, reist üblicherweise zu den Clubs und bietet dort Trainingslager für fortgeschrittene Spieler an. Es gibt jedoch auch einzelne Projekte wie Anuenue Farms Hawaii, bei denen der Sport all jenen vorgestellt wird, die dazu beitragen können, den Sport weiter nach vorn zu bringen (junge Spieler und Gemeindevertreter, die Hawaii sowie den Polosport fördern und bekannter machen wollen). Besonders viele Kinder trainieren in Maui. Dank Bill Kirton und den anderen Mitgliedern des Maui Clubs hat sich die Zahl der neuen Spieler innerhalb kurzer Zeit vervielfacht, und ihre Fertigkeiten haben sich mit unglaublicher Geschwindigkeit verbessert. Nach zehnjähriger Unterbrechung ist 2014 die dritte Saison für den Mauna Kea Club, in der sie aktiv neue Spieler trainieren und aufnehmen. Es existiert noch ein fünfter Club auf der wunderschönen Insel Kauai, der derzeit nicht betrieben wird, aber hoffentlich 2015 sein Comeback feiern wird.

„Meine Hauptziele als USPA-Regionalleiter sind die Steigerung des Poloniveaus sowie die Anzahl von Spielern, Clubs und Pferden. Die HIPA hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Erbe der Paniolos besonderen Tribut zu zollen, indem sie verstärkt für Training und mehr Pferde sorgt, in der Hoffnung, die Polotradition in ganz Hawaii fortzusetzen. Meine Abstammung ist zu Teilen hawaiianisch. Ich habe daher das Bedürfnis, Anwalt des Sports zu sein, damit Polo auf den Inseln späteren Generationen für immer zur Verfügung steht. Um die Zukunft des Polosports auf Hawaii zu sichern, legen wir besonderes Augenmerk auf unsere jungen Spieler. Auch zelebrieren wir das Erbe des Polo in unseren Programmen wie beispielsweise beim Army Polo Hawaii Event, das Militärangehörige mit der Zivilbevölkerung zusammenbringt. Dort sammeln wir Spenden für die Familien der aktiven und pensionierten Soldaten und gedenken der Beziehung zwischen Sport und Soldaten, die früher Polo als Vorbereitung auf die Schlacht spielten. Nach der Vorlage dieses Programms, das wir in Hawaii entwickelt haben, entstand das neue USPA-Komitee für die Streitkräfte. Das Projekt hat bereits über 200.000 US-Dollar für wohltätige Zwecke in ganz Amerika gesammelt; 2013 wurden entsprechende Events in fünf Bundesstaaten der USA veranstaltet, 2014 werden es noch mehr werden.“

Weitere Informationen zur Hawaii International Polo Association unter www.HIPoloAssociation.org