Pressemittelung St. Moritz Polo AG

St. Moritz, 16. Juni 2010 – Ein halbes Jahr vor Durchführung des nächsten St. Moritz Polo World Cup on Snow sieht sich die Veranstalterin St. Moritz Polo AG gezwungen, das Turnier abzusagen. Der Grund: See-Infra, der eigens für alle Infrastrukturfragen auf dem See gegründete Verein, wurde bis heute nicht operativ tätig. Entscheide regulatorischer, organisatorischer und sicherheitsrelevanter Tragweite wurden von den massgebenden Parteien von See-Infra, der White Turf Racing Association und der Gemeinde St. Moritz entweder nicht kommuniziert oder gar nicht erst getroffen. Vor diesem Hintergrund lässt sich für die St. Moritz Polo AG jedoch kein Turnier in der gewohnten Form für 2011 ausrichten.

Das Schicksal des St. Moritz Polo World Cup on Snow in seiner gegenwärtigen Austragungsform ist aufs Engste mit den lokalen Behörden, den Organisatoren des ebenfalls auf dem See stattfindenden Pferderennens White Turf (WTRA), aber auch mit den klimatischen Bedingungen verknüpft. Zur Koordination aller Faktoren wurde anfangs dieses Jahres der Verein See-Infra gegründet, der als Entscheidungsgremium aller beteiligten Parteien konzipiert war: der Gemeinde St. Moritz, der WTRA und der St. Moritz Polo AG als Partner. Zum grossen Bedauern der St. Moritz Polo AG ist die Zusammenarbeit aber offenbar gescheitert, bevor sie begonnen hat.

Gemeinsame Planung mit Gemeinde St. Moritz und WTRA gescheitert
Bis dato und trotz wiederholten Anfragen der St. Moritz Polo stehen essentielle Entscheide der Gemeinde und der WTRA zu regulatorischen, organisatorischen und sicherheitstechnischen Aspekten immer noch aus. Ohne diese Entscheide kann die St. Moritz Polo AG keine Verträge mit ihren Partnern eingehen, ihre Konzepte nicht umsetzen und den 27. St. Moritz Polo World Cup on Snow für 2011 nicht in gewohnter Qualität mit ihren Sponsoren zusammen planen. Deshalb haben die Organisatoren sich entschieden, eigene Wege zu gehen und das internationale Polo-Turnier für den Januar 2011 vorerst abzusagen.

Andauernde Abhängigkeit von externen Faktoren
Bis zur Gründung von See-Infra war die St. Moritz Polo AG lediglich als Untermieterin der WTRA, die von der Gemeinde die Exklusivrechte an der Seenutzung erhalten hatte, berechtigt, Turniere auf dem See durchzuführen. Als Untermieterin war sie von der vorgegebenen Infrastruktur und dem zugewiesenen Veranstaltungsdatum vollständig von externen Faktoren abhängig. Traditionell eröffnet der St. Moritz World Cup on Snow die Saison Ende Januar. Mit dem Wachstum und den gestiegenen Ansprüchen des Turniers ist es für die St. Moritz Polo AG aber wichtig, bei der Infrastruktur flexibel agieren zu können.

Wie eine von der ETH geprüfte und mit klaren Empfehlungen versehene Studie zur Belastbarkeit der Eisdecke auf dem St. Moritzersee während der Pferderennen im Februar zeigt, ist bei einer Dicke von weniger als 45 cm eine sorgfältige Überprüfung der Belastung notwendig. Die Eisdecke des St. Moritzersees variiert von Jahr zu Jahr und ist, wie die Resultate zeigen, zum Zeitpunkt des Turniers Ende Januar oft knapp an der Grenze, um das Gewicht der von der WTRA aufgestellten Infrastruktur ohne Sicherheitsrisiko tragen zu können. Die St. Moritz Polo AG hat den Sicherheitsvorgaben der Vermieterin vertraut und ist allen Vorgaben stets nachgekommen. Sie hatte in dieser Situation auch keinen Einfluss auf die Infrastruktur, die für die Verhältnisse des World Cups Ende Januar eindeutig zu grossflächig ausfallen.

Unbekanntes Sicherheitsrisiko
Aus diesem Grund hatte sich die St. Moritz Polo AG letztes Jahr dazu entschlossen, die nachhaltige Durchführung des Events als oberste Priorität einzustufen. Das Vorgehen bestand darin, einerseits das Sicherheitsrisiko punkto Belastbarkeit des Sees zu minimieren und andererseits den Energiebedarf des St. Moritz Polo World Cup on Snow zu reduzieren. In der Vorplanung für das letztjährige Turnier wurde deshalb aus ökologischen Gründen die genutzte Zeltfläche wesentlich verringert und die Hauptbelastungspunkte besser auf dem See verteilt, um das Turnier auch bei schlechteren Bedingungen durchführen zu können.

Ohne zuverlässige Informationen von See-Infra dazu, welche Massnahmen von der WTRA getroffen wurden, um den Empfehlungen der Studie zur Tragfähigkeit der Eisfläche nachzukommen, hält es die St. Moritz Polo AG aber für unverantwortlich, weiterhin Turniere auf dem See auszurichten. Der Vorenthalt dieser Information ist deshalb ein wichtiger Grund, weshalb der 27. St. Moritz Polo World Cup on Snow bis auf Weiteres nicht stattfinden kann.